Ambulante Pflege im digitalen Zeitalter
Pflege mit Herz und Handy

Pflegefachkraft Andrea Unnasch mit Patient Karl-Friedrich Orth und seiner Frau Christa.
  • Pflegefachkraft Andrea Unnasch mit Patient Karl-Friedrich Orth und seiner Frau Christa.
  • hochgeladen von Linda Sebode

Wenn Andrea Unnasch von der Diakonie Mark-Ruhr zu ihren Patienten fährt, weiß die examinierte Pflegefachkraft, genau, was sie erwartet und was zu tun ist. Denn die dienstinterne App begleitet sie und liefert ihr die Informationen, die sie aktuell braucht.

Der Tag von Andrea Unnasch fängt früh an. Die examinierte Pflegefachkraft ist schon morgens um sechs Uhr im Büro der Diakoniestation Hagen-Nord der Diakonie Mark-Ruhr. Dort bereitet sie sich auf den Tag und die anstehenden ambulanten Pflegebesuche vor.

Ihr erster Weg führt sie zu Karl-Friedrich Orth. Der 79-jährige Rentner bekommt seit sechs Jahren Besuch von Andrea Unnasch und ihren Kollegen und das viermal täglich.

Er lebt zusammen mit seiner Frau Christa, aber sie alleine kann sich nicht mehr um ihn kümmern und die gemeinsamen zwei Töchter leben im Münsterland. Zu weit entfernt, um sie täglich zu unterstützen. Seit den Schlaganfällen, der Knie-OP und der Demenz ihres Mannes braucht Christa Orth deshalb Hilfe bei seiner Pflege. Die bekommt sie unter anderem von Andrea Unnasch. Um 7.30 Uhr ist sie da und dann beginnt die große Grundpflege. Dazu zählen das Reinigen des Intimbereichs, eine Gesichtspflege, wenn nötig, mit Rasur und das anschließende Anziehen.

Währenddessen unterhält sich Andrea Unnasch mit ihrem Patienten und macht kleine Scherze. Nach der Pflege wartet das Frühstück auf Karl-Friedrich Orth. Zuvor muss die examinierte Pflegefachkraft aber noch einmal richtig anpacken, wenn es nämlich darum geht, den Patienten vom Rollstuhl in den Sessel zu heben. „Die richtige Technik kenne ich nach mittlerweile 32 Jahren in dem Job, da bekomme ich auch einen Mann gehoben und für schwierigere Fälle gibt es Hilfsmittel wie den Lifta“, so die resolute 54-Jährige.

Eine Arbeit wie diese erfordert nicht nur die Fähigkeit Anpacken zu können, sondern auch Empathie und Vertrauen.
Christa Orth ist dankbar für die Möglichkeiten der ambulanten Pflege: „Damals als ich gestürzt war und mir einen Beinbruch zugezogen hatte, war ich froh, zu wissen, dass der Pflegedienst sich in der Zeit um meinen Mann kümmern wird. Außerdem hatte mich eine Pflegerin der Diakonie überhaupt erst entdeckt und mir geholfen. Die Besuche geben uns ein Gefühl von Sicherheit.“

Nach der Grundpflege und einem anschließenden Plausch mit dem Ehepaar Orth geht es für Andrea Unnasch weiter. Ein Blick auf das Smartphone verrät alle Termine für diesen Tag und auch, ob sich kurzfristig etwas geändert hat. Eine dienstinterne App macht das möglich. „Dort erfahre ich, ob möglicherweise ein Termin kurzfristig ausfällt, weil der Patient zum Arzt muss, oder finde wichtige Kontakte zu Familienangehörigen und Ärzten, falls ich sie brauche“, erklärt Unnasch.

Als Nächstes wartet eine Dame auf sie, die auf ihre Hilfe beim Anziehen der Stützstrümpfe angewiesen ist. Im Anschluss daran fährt die Pflegefachkraft zu einer Palliativpatientin.

„Es ist ein gutes Gefühl, Menschen bis zum Tod zu Hause begleiten zu können. Und dass das so ist, macht die Palliativpflege überhaupt erst möglich“, erzählt die 54-Jährige auf dem Weg zu ihrem Dienstwagen. Dabei merkt man ihr die Liebe zu ihrem Beruf deutlich an. Im Schnitt besucht Andrea Unnasch zwölf Patienten am Tag. Das bedeutet, sie schenkt an einem Tag zwölf Menschen die Möglichkeit, zu Hause zu leben. Denn das wäre wohl den meisten ohne ihre Hilfe und die ihrer Kollegen nicht mehr möglich.

Autor:

Linda Sebode aus Hagen

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