ADFC strafte Hagen bereits im März ab
Radfahren kostet Nerven: Hasper Grüne für flüssigeren und sicheren Radverkehr in Hagen

Kein Witz: Da steht ein Glascontainer auf dem für Fahrräder ausgewiesenen Strecke.
  • Kein Witz: Da steht ein Glascontainer auf dem für Fahrräder ausgewiesenen Strecke.
  • Foto: Bündnis 90/DIE GRÜNEN
  • hochgeladen von Patrick Jost

"Für‘s Radfahren in Hagen braucht man oft dicke Nerven - und Humor!", seufzt die grüne Bezirksvertreterin in Haspe, Nicole Schneidmüller-Gaiser. Der Radverkehr in Hagen hat nach Ansicht vieler Radfahrender nur einen geringen Spaßfaktor, das hat erst im März eine Umfrage des ADFC ergeben.

Ein eklatantes Beispiel für den geringen Stellenwert des Radverkehrs hat Schneidmüller-Gaiser auf dem Radweg an der Grundschötteler Straße gefunden. Mitten auf dem Radweg hat die HEB Altglas-Container platziert.
Regelmäßig machen neben dem Container liegende Scherben selbst ein Umfahren zum Gefahrenmoment. Auch auf dem Radweg, der am ehemaligen Brandt-Gebäude vorbeiführt, liegen immer wieder Scherben, die von Glasbruch der Fenster des leerstehenden Gebäudes herrühren. „Es ist undenkbar, dass Straßen in einem solchen Zustand gelassen werden. Bei Radwegen schaut die Stadt nicht so genau hin und verweist auf die Reinigungspflicht der anliegenden Gebäudeeigentümer. So schaffen wir kein attraktives Angebot, auch im Alltag mal vom Auto aufs Rad umzusteigen“, gibt sich Schneidmüller-Gaiser überzeugt. Uwe Goertz, Fraktionsvorsitzender der Grünen-Fraktion in der Bezirksvertretung Haspe hat daher für die kommende Sitzung eine Anfrage eingereicht, in der die Reinigungspraxis der Radwege im Stadtbezirk hinterfragt wird. „Wir wollen außerdem den Radverkehr auch an Markttagen in Haspe sicherer gestaltet sehen und setzen uns daher für die Öffnung der Corbacher Straße für beidseitigen Radverkehr ein“, so Schneidmüller-Gaiser, die zudem auch eine Auflistung mit Kosten und Priorisierung aller im Rahmen des Radverkehrskonzepts für Haspe vorgesehenen Maßnahmen erreichen will.
Auch auf Stadtebene haben die Grünen Initiativen eingebracht, um den Radverkehr flüssiger und sicherer zu machen. „Die Verwaltung hat bereits zugesagt, den Einsatz des Grünen Pfeils für Radfahrende in Hagen zu prüfen. Damit können Radfahrende künftig deutlich schneller durch die Stadt kommen. Wichtig erscheint uns auch ein neues Konzept für Schutzstreifen für den Radverkehrs. Hiermit wird sich der zuständige Ausschuss für Mobilität beschäftigen“, zeigt sich Ratsfrau Heike Heuer zufrieden. Sie weist darauf hin, dass viele Schutzstreifen den Radverkehr eher unsicherer machen „Die Schutzstreifen bieten keinen ausreichenden Abstand zu parkenden Autos. Auf der einen Seite besteht die Gefahr, in sich öffnende Autotüren zu fahren, auf der anderen Seite nehmen vorbeifahrende Autos zu wenig Rücksicht, da der Schutzstreifen vermeintlich genügend Abstand signalisiert. Wir plädieren dafür, dass bei Schutzstreifen die Mindestbreite von 1,60 Meter eingehalten wird.“ Die Vorschläge sind auf Anregung von Verkehrswende Hagen eingebracht worden.
Das Hagener Forum für Fuß- und Radverkehr setzt sich für eine schnelle und umfassende Verkehrswende in Hagen ein.

Autor:

Lokalkompass Hagen aus Hagen

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