Jutta Ecks bringt Senioren im Emster Kulturhof mit Sitzgymnastik auf Trab
„…und dann die Hände zum Himmel“

Zwischen zehn und 20 Personen treffen sich donnerstags im Emster Kulturhof um bei frisch gebrühten Kaffee und mit Sitzgymnastik auf Trab gebracht zu werden.
  • Zwischen zehn und 20 Personen treffen sich donnerstags im Emster Kulturhof um bei frisch gebrühten Kaffee und mit Sitzgymnastik auf Trab gebracht zu werden.
  • Foto: AWO
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Langsam füllt sich gegen 9.30 Uhr an jedem Donnerstag der Emster Kulturhof. Hausherr Jürgen Kitzig hat zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Kannen Kaffee gekocht und eine Kleinigkeit beim Bäcker organisiert. Zum Tagesbeginn genießt die fidele Seniorengruppe, die sich seit einigen Wochen und Monaten im Stadtteil gefunden hat, den munteren Austausch in der Geselligkeit.

Neben dem Kaffeetisch ist bereits der Stuhlkreis vorbereitet, zu dem die vorwiegend älteren Besucher pünktlich um 10 Uhr wechseln. Jutta Ecks, seit Jahren in der Region als Bewegungstherapeutin aktiv, übernimmt das Kommando und aus der munteren Geräuschkulisse wächst die Ruhe. Es sind in dieser Woche zwölf Teilnehmer, unter denen sich nur zwei Männer befinden. Können sich die Herren nicht auf eine Stunde Sitzgymnastik einlassen? Schämt Mann sich? Wofür?
Hier, auf Emst, ist das Geschlecht egal – jede und jeder versucht, im Rahmen seiner gesundheitlichen Möglichkeiten, den Anweisungen zu Atemtechniken und Bewegungsübungen zu folgen. Jutta Ecks gibt nicht nur von ihrem Platz im Stuhlkreis die Vorgaben, sondern geht zu den Teilnehmern und gibt Hilfestellungen und persönliche Hinweise – die Senioren danken es ihr. Muskeln an-, und vor allem entspannen, das ist hier die Kunst, die mit leichten Übungen einmal in der Woche eingeübt wird.
Die Ruhe wird durch den ein oder anderen humorigen Einwurf aus der Runde unterbrochen. Die Senioren fühlen sich in dem Kreis wohl und kokettieren gelassen mit den eigenen Auswirkungen des Älterwerdens. Immer wieder fängt Ecks die Gruppe ein und sofort konzentriert sich jeder auf den eigenen Körper und die kleinen Aufgaben. Arthrose, künstliche Gelenke oder sonstige Beschwerden und Beeinträchtigungen werden in die Übungen mit aufgenommen und berücksichtigt – jeder findet seinen eigenen Rhythmus.
Woche für Woche treffen sich zwischen zehn und 20 Personen im Emster Kulturhof. Man kommt, wie es der Kalender, die Arzttermine oder das Gemüt zulassen. Es ist keine Pflichtveranstaltung – aber man genießt, wie man altersgerecht „auf Trab gebracht wird“. Jürgen Kitzig, der als Emster AWO-Ortsvereinsvorsitzender ebenfalls regelmäßig an der Runde teilnimmt, hat aus der Kaffeespende kürzlich einen Wimpel gekauft. Ein wehender Pferdekopf symbolisiert „Die Traber“, wie sich die gesellige Runde, nunmehr augenzwinkernd selber nennt. Die Traber sind kein Verein, es ist keine AWO-Mitgliedschaft nötig – es ist nur eine gesellige Runde, die gerne noch Mittraberinnen und Mittraber in ihren Reihen begrüßen möchte. Es ist ein kleiner Schritt über die Türschwelle vom Emster Kulturhof vom „inneren Schweinehund“ zum „wehenden Pferd“.
Nach einer Stunde wird die Runde musikalisch und mit einer wohlwollenden Verabschiedung – bis zur nächsten Woche - beendet.

Autor:

Lokalkompass Hagen aus Hagen

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