Sommerfigur? - Es ist noch nicht zu spät

Endlich. Der Sommer ist da. Mit allem, was er zu bieten hat - extreme Hitze, extreme Unwetter, aber auch schöne gemäßigte Tage, an denen man schwimmen geht, durch die Stadt bummelt, mit Freunden in Cafes oder auf der heimischen Terrasse sitzt und so weiter...
Immer mit dabei: Kollege Körper. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich bin definitv noch nicht in der Form, in der ich eigentlich sein wollte. Dabei betreibe ich ein Fitnessstudio!

Doch Vorsicht - ein Fitnessstudio zu betreiben ist Arbeit. Und wenn ich den ganzen Tag lang den Menschen erklärt habe, wie richtiges Training funktioniert, dann habe ich danach auf vieles Lust, nur auf eines bestimmt nicht: Training. Da nutzt es auch nichts, dass mir in nur zwei Metern Entfernung eine ganze Trainingsfläche zur Verfügung steht. Denn der Schweinehund, der auf diesen zwei Metern zwischen mir und der Fläche Stellung bezieht, ist ein ganz schön fieses Monster, das es erstmal zu bezwingen gilt!

Glücklicherweise habe ich mir zu genau diesem Zweck im Laufe meines Lebens ein kleines, aber höchst wirksames Waffenarsenal zusammengestellt.

Erstens die Überzeugung, dass Sport ein menschliches Grundbedürfnis ist. So wie Essen und Schlafen. Schon mal probiert, wo Du landest, wenn Du das vergisst? So nach 24 Stunden ohne Futter und Knacken kann’s schonmal recht anstrengend werden. Genauso ist das mit Sport - nach einer gewissen Zeit ohne Sport wird das Leben anstrengend. Etwa nach 7 Tagen beginnt es...und wird von da an schleichend schlimmer. Das kommt aus der Evolution: Unser Körper ist dazu gemacht, sich zu bewegen! Im Trainerlehrgang seinerzeit kam die Frage auf, um wie viel Bewegung es denn gehe. Die Antwort lautete: 10 Kilometer täglich zu Fuß. Oder eine gleichartige Belastung. Der "unbewegte" Mensch legt am Tag etwa zwei Kilometer zurück, also was ist mit den übrigen acht? Wie auch immer: Es ist keine Option, sondern ein Grundbedürfnis. Punkt. Somit ist Schweinehunds “Kein Bock”-Klatsche neutralisiert.

Zweitens das Wissen, dass ein zielgerichtetes Training in 20 Minuten nicht nur möglich, sondern die BESTE Möglichkeit ist. Ersetze Dauer durch Intensität! Die fittesten Menschen auf diesem Planeten trainieren nicht lange, sondern hart! 20 Minuten hat jeder. Das ist gerade mal ein gutes Prozent von 24 Stunden! Zur Befriedigung eines GRUNDbedürfnisses! Die “keine Zeit”-Wumme kann mir also nichts.

Drittens die Fähigkeit zur bildlichen Vorstellung. Das ist ein simples psychologisches Prinzip: Wir Menschen denken visuell. Was wir uns bildlich vorstellen, halten wir ab dem Moment für machbar. Dieses Prinzip können wir nutzen - denk’ einfach daran, wie Du gleich trainierst, d.h. in welchem Raum, in welcher Ecke, mit welchen Geräten, welche Bewegungen zu ausführst, wie das alles aussieht. PLING - schon bist Du drin. Klappt immer wieder.
Ey Schweinehund, Sportsfreund, jetzt wird’s richtig eng für Dich! “Heute irgendwie schlapp” kannste damit nämlich auch knicken, hähä.

Viertens: Kreativität. Uuuuups, ich bin verletzt, ich KANN gar nicht trainieren! Mal im Ernst: Welcher Körperteil ist verletzt? - Gut, der wird dann eben nicht trainiert. ALLES ANDERE WOHL!

So. Der Schweinehund liegt jetzt am Boden, ich muss ihn nur noch wegrollen. Oder in die Flucht schlagen. Einen haben wir noch: “Ich muss heute noch was Wichtiges erledigen!”
Hundchen, hältst Du mich für blöde?? Das ist die “keine Zeit”-Wumme in anderer Farbe!!

Was ist denn wichtiger als der eigene Körper? Nichts, wirklich NICHTS außer unserem Körper begleitet uns von der Geburt bis zum Tode. Nicht einmal unser Verstand. Nicht einmal unser Zeitempfinden. Zeit ist das einzige, was nicht ersetzbar ist - und Körper das einzige, was immer da ist. WUMM! Das war der Todesschuss.

Ich geh’ jetzt trainieren.
Haut rein!

Autor:

Stefan Bertling aus Hagen

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