Sportler trauern um Walter Effey - Handballidol mit 87 Jahren verstorben

Verstarb mit 87: Handballidol Walter Effey.

Er war bis ins hohe Alter Sportler durch und durch. Und ein Kümmerer, der sich stets bemühte, die Erinnerung an glanzvolle Zeiten, insbesondere des Hagener Handballs und der Leichtathletik, aufrecht zu erhalten. Siege, Triumphe und viele Sternstunden des Sports prägten sein Leben. Am 6. Oktober 2012 verstarb mit Walter Effey eine der bekanntesten und erfolgreichsten Sportler der Volmestadt im Alter von 87 Jahren.
Viel hatte „Mocke“, wie er liebevoll von seinen Freunden und langjährigen Weggefährten genannt wurde, dem Sport zu verdanken, viel verdankte aber auch der Sport in Hagen, Menden und Westfalen seiner Person. Als wohl erfolgreichster Handballer Südwestfalens in den 1950er und frühen 1960er Jahren trug er insgesamt 17 Jahre lang das Trikot des VfL Eintracht Hagen in der höchsten deutschen Spielklasse. Mit dem Wehringhauser Traditionsverein feierte der gebürtige Hagener, der über Jahre seinen Wohnsitz sowohl in der Volmestadt als auch im sauerländischen Menden hatte, den Gewinn des westfälischen Pokals und von sechs Westfalenmeisterschaften. Außerdem stand er mit den Grüngelben mehrfach in der westdeutschen Endrunde und 1961 im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft. Insgesamt 65 Mal wurde Walter Effey in verschiedene Auswahlmannschaften berufen und kam gegen Holland, Spanien, Dänemark, die Schweiz, Frankreich und die DDR zu internationalen Einsätzen.
Über mehr als eineinhalb Jahrzehnte hatte Walter Effey die Entwicklung des Handballs in Hagen und im Raum Südwestfalen als eine der sportlichen Leitfiguren vorangetrieben und als Spieler und Leistungsträger entscheidend mitgeprägt, eher er seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz an den Nachwuchs weitergab. Als Trainer blieb er ebenfalls stets auf der Erfolgsspur, war mit „seiner“ Eintracht und mit Mannschaften aus Gevelsberg, Schalksmühle und dem TuS Oege jeweils in der höchsten deutschen Spielklasse am Ball und fungierte zudem als Lehrwart im Kreis und in Südwestfalen.
Seine zweite große Leidenschaft galt neben dem Handball immer der Leichtathletik. 20 Jahre fungierte Walter Effey als Wettkampfrichter und zudem war er seit 1949 als Sportabzeichenprüfer aktiv. Sage und schreibe 50 Mal absolvierte er selber das Sportabzeichen in Gold. Außerdem gehörte Walter Effey, der als 60-jähriger die deutsche Sportkrone in Gold mit Brillanten erlangte, als er die Sportabzeichenbedingungen für 18-jährige erfüllte, 1947 zu den Delegierten, die in Haspe den Landessportbund NRW ins Leben rufen. Zudem fungierte er als Chronist zahlreicher Festbücher des VfL Eintracht Hagen und machte sich über Jahrzehnte als Trainer und Übungsleiter sowie als Pressewart seines Vereines und des Märkischen Turngaus einen Namen.
Ohne Frage war der dreifache Familienvater ein Musterathlet mit bemerkenswerter Vielseitigkeit. So trug er sich beim deutschen Turnfest 1990 in Dortmund, 1994 in Hamburg sowie 1998 in München in die Siegerliste im Vierkampf ein und erwarb das deutsche Geräteturnabzeichen ebenso wie mehrfach das DLV Mehrkampfabzeichen und das deutsche Tanzabzeichen in Gold. Darüber hinaus stand der Wehringhauser in Amsterdam, Berlin, Göteborg und im österreichischen Dornbirn im Team des Deutschen Turnerbundes (DTB) bei der Weltgymnaestrade.
Sein Verein verlieh ihm sämtliche Ehrennadeln, ernannte ihn aufgrund seiner zahlreichen Verdienste 1988 zum Ehrenmitglied und berief ihn 1995 in den Ehrenrat, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen würdigte sein Engagement unter anderem mit der Verdienstnadel in Gold. Zudem verlieh ihm der westfälische Handballbund den Landesehrenbrief nebst der Leistungsnadel in Gold und der westdeutsche Handballverband die goldene Ehrennadel. Am 20. November 1997 wurde ihm schließlich im Hagener Rathaus das Bundesverdienstkreuz verliehen und im Mai 2011 erhielt er in Düsseldorf die Sportehrenplakette des Landes NRW. Auch die Sportehrenplakette der Stadt Hagen wurde ihm zu Teil.
Die Trauerfeier für Walter Effey findet am Samstag, 20. Oktober, um 12 Uhr auf dem Buschey-Friedhof in Wehringhausen statt, jenem Stadtteil dem der Sportler Zeit seines Lebens eng verbunden blieb.

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