"Der Weg ist mein Ziel!"

Mit belegten Broten und drei Litern Wasser in den Satteltaschen ging es am Wochenende zur Tour in's Münsterland.
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Hagener tritt für sein Projekt Ü 4000 in die Pedalen

Zielort Münsterland: Zuerst per Bahn und dann per Fahrrad. Und mit den zurückgelegten 140 Kilometern dieser Tour ist Oliver Trelenberg seinem großen Ziel wieder ein ganzes Stück näher gekommen.
„Die Rechnung ist ganz einfach: Wir schreiben das Jahr 2014, ich bin im zweiten Jahr tumorfrei, und das beides multipliziert, ergibt die Ü 4000.“ So viele Kilometer sollen es in dieser Saison werden, die ersten 600 Kilometer hat Oliver Trelenberg im März schon hinter sich gebracht und, ja: Er hat bei allen Touren sein ganz persönliches Päckchen zu tragen. Denn der Hagener radelt trotz schwerer Erkrankung, die ihn im vergangenen Jahr eingeholt hat.
„Ups, Scheiße, dachte ich, als das Wort Krebs fiel“, erinnert sich der 48-Jährige und befürchtete zuallererst, dasss es „damit wohl gelaufen“ sei. Das Radfahren. Denn das war bis dahin nicht nur lieb gewonnenes Hobby geworden, sondern auch ein gutes Stück Lebensqualität. Krisen und Krankheiten hatte Oliver Trelenberg bis dahin schon so einige durchlebt.
Alkohol und Depressionen bestimmten jahrelang sein Leben und irgendwie auch die falschen Leute. „Ich bin halt nicht im Kirchenchor groß geworden“, sagt Trelenberg rückblickend, ist aber kein bißchen wehmütig dabei. Mit seiner Vergangenheit in seinem Geburtsort Schwerte hat er längst abgeschlossen und inzwischen auch mit dem ersten glücklosen Kapitel in seiner Wahlheimat Hagen. Trennung von Ehefrau und Bekanntenkreis und letztendlich auch vom Alkohol.
Der neue Lebenswandel tat Oliver Trelenberg nicht nur gut - er fand mit Freundin Gudrun auch sein neues Glück und sattelte um auf‘s Fahrrad.
„Das ist für mich Naturerlebnis pur.“
Angefangen mit der Strecke von Berchum bis nach Herdecke, radelt Oliver Trelenberg heute seine 40 bis 60 Kilometer in der Woche, durch‘s ganze Ruhrgebiet und auch darüberhinaus.
Sein „absolutes Highlight“ waren die 900 Kilometer an der Elbe entlang, das Ganze in gut zehn Tagen.
„Ich mache das, was ich körperlich kann“, so Trelenberg und teilt seine Kräfte nach wie vor ein, denn obwohl der Tumor am Kehlkopf entfernt werden konnte, hat der Hagener mit Atemproblemen zu kämpfen. Das heißt für ihn, auf gerader Strecke und bei möglichst gleichbleibendem Tempo zu fahren und dabei die eigenen Grenzen sehr wohl zu kennen.
„Das war anfangs schwierig, aber jetzt weiß ich, dass ich halt ein bißchen ruhiger treten muss“, sagt er, und wenn man Oliver Trelenberg sieht, strahlend und voller Tatendrang, mag man all das, was hinter ihm liegt, kaum glauben. „Ich bin froh, dass ich für mich die Kurve gekriegt habe, möchte aber auch anderen Mut machen, sich trotz Krankheit zu trauen und rauszugehen, auch mit dem Fahrrad.“
Oliver Trelenberg hat inzwischen seine eigene Homepage gegründet - olivers-radwelt.beepworld.de - und der Zuspruch gibt ihm Hoffnung, dass das, was ihn glücklich macht, auch andere erreicht.

Nebenbei hat der frühere Lastwagenfahrer damit eine Aufgabe gefunden, die ihn auch bei schlechtem Wetter erfüllt.
Aber daran ist jetzt erst einmal nicht zu denken. Die Gut-Wetter-Saison hat einen perfekten Start hingelegt - da kommt Oliver Trelenberg bis Oktober locker in‘s Ziel !

Mit belegten Broten und drei Litern Wasser in den Satteltaschen ging es am Wochenende zur Tour in's Münsterland.
Die nächste Tour ist schon in Planung - im Mai geht es an den Main.

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