"Etwas zurückgeben"
Mitarbeiter der Firma Der Solarladen packen bei Aufräumarbeiten in Hagen mit an

Zerstörte Sachen aus dem AllerWeltHaus Hagen, das vom Hochwasser schwer getroffen wurde, haben die Mitarbeiter der Firma Der Solarladen in Containern entsorgt. Auf ihren ehrenamtlichen Einsatz soll ein zweiter folgen, und sie hoffen, dass sich Nachahmer finden.
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  • Foto: Der Solarladen
  • hochgeladen von Vera Demuth

Unbeschadet hat das Unternehmen Der Solarladen in Boele das Hochwasser vor gut zwei Wochen überstanden. Doch nicht zuletzt weil er beruflich viel im Großraum Hagen unterwegs ist, weiß Inhaber Daniel Luth (41), wie sehr die Stadt von der Flut getroffen wurde. Deshalb packten er und sein fünfköpfiges Team in dieser Woche bei den Aufräumarbeiten mit an.

Von Vera Demuth

"Das sieht aus wie im Krieg", war Daniel Luths Eindruck, als er die Schäden sah, die das Wasser zum Teil in Hagen angerichtet hatte. Als er dann noch erfuhr, dass Sachspenden, wie Schubkarren und Gummistiefel, nicht gebraucht würden, weil es gar nicht genug Helfer gebe, um die Spenden zu nutzen, beschloss er, zusammen mit seinen Mitarbeitern selbst aktiv zu werden. "Wir waren vom Hochwasser nicht betroffen und auch von Corona nicht. Deswegen wollten wir jetzt etwas zurückgeben."

HEB koordiniert die Einsätze

Für sein ehrenamtliches Engagement stand das Team des Solarladens mit dem HEB in Kontakt. Der Entsorgungsbetrieb koordiniert die Einsätze von Helfern und teilt ihnen am Einsatzmorgen mit, wo sie bei den Arbeiten mit anpacken können. Auf der Vorschlagsliste für Daniel Luth und seine Mitarbeiter stand auch das AllerWeltHaus. Das Hochwasser hatte die Kellerräume, das Café, den Weltladen und den Veranstaltungssaal des Kultur- und Bildungszentrums geflutet und dabei viele Dinge zerstört. "Der größte Tel stand schon draußen", berichtet Luth. Den Abfall warfen die Helfer vom Solarladen in einen vom HEB bereitgestellten Container. Auch alte Holzwände rissen sie im Keller des AllerWeltHauses heraus, um sie ebenfalls im Container zu entsorgen.
Als der Container voll war, schauten die sechs Männer zunächst bei den beiden privaten Einsatzorten vorbei, die ihnen der HEB für diesen Tag ebenfalls genannt hatte. "Aber da war schon alles erledigt", so Luth. So fuhren sie zu einer Privatadresse nach Eckesey, von der sie über eine Facebook-Gruppe erfahren hatten, um dort Estrichboden herauszureißen. Im Anschluss ging es zurück zum AllerWeltHaus, wo der HEB inzwischen den vollen gegen einen leeren Container ausgetauscht hatte.

Nichts zu retten gewesen

"Es ist schon krass, dass einfach alles kaputt ist. Da fehlen einem die passenden Worte", sagt Daniel Luth angesichts der Riesenmengen an Abfall. "Das Team vom AllerWeltHaus hatte uns gebeten zu schauen, ob vielleicht etwas dazwischen ist, was noch zu retten ist", erzählt der 41-Jährige, aber letztlich hatten die Sachen gegen das Hochwasser keine Chance.
"Es ist traurig zu sehen, was alles weggeschmissen werden muss", so Luth. Nichtsdestotrotz war ihr Einsatztag für die sechs Mitarbeiter des Solarladens auch eine positive Erfahrung. "Man erfährt so viel Dankbarkeit", sagt der Inhaber. Und obwohl die Umstände bedrückend waren, habe es Spaß gemacht, helfen zu können.
Seit zwölf Jahren ist Daniel Luth im Bereich Photovoltaik tätig. Seit vier Jahren führt er das Unternehmen Der Solarladen, das rund ums Thema Photovoltaik Beratung, Verkauf, Installation und Reinigung anbietet. Das Büro und das kleine Lager in Boele blieben vom Hochwasser verschont. Anders sah es beim Lieferanten der Firma aus, einem Betrieb in Wetter, wo der Solarladen ein großes Lager hat. "Da ist alles abgesoffen." 1,80 Meter hoch habe das Wasser in der Halle gestanden. Deswegen halfen auch hier zwei Mitarbeiter des Solarladens an einem Tag in dieser Woche mit, packten an, spülten die vom Schlamm verdreckten Solarmodule sauber und maßen sie elektronisch durch, um zu überprüfen, welche noch einwandfrei funktionieren.

Andere Firmen zum Mithelfen anspornen

Als "gute, schöne Erfahrung" beschreibt Daniel Luth den ehrenamtlichen Einsatz seiner Firma in dieser Woche. Gerade Handwerksbetriebe seien auch während der Coronapandemie voll ausgelastet gewesen. "Da kann man mal sagen, dass man einen Tag mithilft." Er und seine fünf Mitarbeiter hoffen, dass sie mit ihrem Engagement andere Hagener Unternehmen inspirieren, sich ebenfalls für vom Hochwasser Betroffene einzusetzen. "Hilfe wird noch gebraucht", betont Luth und empfiehlt, sich an den HEB zu wenden, um zu erfahren, wo genau Unterstützung benötigt wird. Für das Team des Solarladens steht bereits fest, dass es in der kommenden Woche erneut an einem Tag bei Aufräumarbeiten helfen wird.

Zerstörte Sachen aus dem AllerWeltHaus Hagen, das vom Hochwasser schwer getroffen wurde, haben die Mitarbeiter der Firma Der Solarladen in Containern entsorgt. Auf ihren ehrenamtlichen Einsatz soll ein zweiter folgen, und sie hoffen, dass sich Nachahmer finden.
Damian (v.l.), Niclas, Marek, Daniel und Adnan vom Unternehmen Der Solarladen halfen bei den Aufräumarbeiten beim AllerWeltHaus Hagen. Mitarbeiter Joshua stand hinter der Kamera.
Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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