Konjunkturumfrage der SIHK - Steigende Risiken dämpfen Erwartungen

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Die gute Geschäftslage der Unternehmen im Märkischen Südwestfalen legt im Herbst 2018 weiter zu. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK). Die Zahl der Unternehmen die von guten Geschäften berichten ist um vier Prozentpunkte gestiegen.

„Die wirtschaftliche Lage im Märkischen Südwestfalen ist hervorragend. Hohe Beschäftigung und steigende Kaufkraft befeuern die ohnehin sehr gute wirtschaftliche Lage. Es gibt allerdings einen Wermutstropfen: Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate trüben sich ein. Erstmals seit zehn Jahren öffnet sich die Schere zwischen der aktuellen Geschäftslage, die weiter steigt, und den zukünftigen Erwartungen, die sinken. Der sich zuspitzende Fachkräftemangel, steigende Energie- und Rohstoffpreise und eingetrübte Aussichten im Exportgeschäft dämpfen das Geschäftsklima. Der SIHK-Geschäftsklimaindex gibt damit um sechs Prozentpunkte nach, liegt mit derzeit 119 Punkten aber immer noch über dem langjährigen Mittel von 109 Punkten“, so SIHK-Präsident Ralf Stoffels zu den Ergebnissen der SIHK-Konjunkturumfrage im Herbst 2018. An dieser haben sich knapp 200 Unternehmen mit über 29.000 Beschäftigten aus dem Märkischen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis sowie der Stadt Hagen beteiligt.

Das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Monaten sehen zwei von drei Unternehmen weiterhin im Fachkräftemangel. „Eine Verschlechterung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen befürchten 46 Prozent der Unternehmen. Protektionistische Tendenzen auf den Weltmärkten, die Außenhandelspolitik der USA und ein möglicherweise ungeordneter Brexit spielen dabei eine maßgebliche Rolle. So trüben unterm Strich vor allem die sinkenden Exporterwartungen die Stimmung ein, denn das internationale Geschäft ist traditionell eine wichtige Stütze der heimischen Wirtschaft“, betont Stoffels.

Industrie auf hohem Niveau

Die Leitbranche Industrie befindet sich nach wie vor in einer hervorragenden Verfassung. Die Kapazitätsauslastung liegt bei 87 Prozent und ist im Vergleich zum Jahresbeginn um einen Prozentpunkt gestiegen. „94 Prozent der Unternehmen beschreiben ihre derzeitige Lage als zufriedenstellend oder gut. Allerdings sehen auch die Industrieunternehmen Wolken am Horizont. Die Unternehmen sind bei ihrer Einschätzung über die zukünftige Geschäftsentwicklung deutlich zurückhaltender. Nur noch 20 Prozent der Unternehmen gehen von einer besseren Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten aus. Zu Jahresbeginn rechneten noch 28 Prozent mit besseren Geschäften“, so SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat.

Hochkonjunktur am Bau

Die Stimmung im Baugewerbe hat sich im Jahresverlauf auf 132 Punkten stabilisiert. Laut der KfW dürften im laufenden Jahr knapp 300.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden. Aufgrund des günstigen Finanzierungsumfelds steigt ebenfalls die Anzahl der Baugenehmigungen drastisch an. „Es wird von einer hohen Nachfrage in allen Bausparten berichtet. Viele Betriebe sind voll ausgelastet und haben Schwierigkeiten, dringend gesuchte Fachkräfte zu finden“, berichtet SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat weiter.

Handel bleibt optimistisch

Im Handel setzt sich der konjunkturelle Aufschwung unvermindert fort. Der Geschäftsklimaindex bleibt auf hohem Niveau bei 131 Punkten. Innerhalb der Branche kommt es jedoch zu unterschiedlichen Entwicklungen seitens der Einzel- und Großhändler. Die Stimmung der Großhandelsunternehmen hellt sich angesichts der hervorragenden Geschäftslage weiter auf. Der Klimaindex im Großhandel steigt von 135 Punkten im Frühjahr auf nun 140 Punkte an. „Die Einzelhändler hingegen sind auch aufgrund des heißen Sommers bei der Bewertung ihrer derzeitigen Lage deutlich verhaltener und blicken spürbar pessimistischer in die Zukunft“, fasst der SIHK-Hauptgeschäftsführer die Ergebnisse zusammen.

Arbeitsmarkt brummt

Der erhöhte Bedarf an Arbeitskräften wird vor allem von der starken Zunahme der Nachfrage in der Industrie getrieben. Der Anteil der Industrieunternehmen, die mit einer höheren Beschäftigtenzahl rechnen, ist seit Jahresbeginn um zehn Punkte auf nun 32 Prozent gestiegen. Eine Mehrheit von 53 Prozent der Unternehmen kann offene Stellen längerfristig nicht besetzen. Diese Problematik ist vor allem bei den Industrieunternehmen besonders ausgeprägt: 57 Prozent der befragten Unternehmen berichten davon, offene Stellen nicht besetzen zu können.
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