Auf großer Fahrt - Römisches Kriegsschiff "Victoria" zu Gast in Frankfurt

Victoria mit Besatzung und dem neuen Leiter des LWL-Römermuseum, Dr. Josef Mühlenbrock (dritter von rechts).
Foto: LWL/C. Schwan
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  • Victoria mit Besatzung und dem neuen Leiter des LWL-Römermuseum, Dr. Josef Mühlenbrock (dritter von rechts).
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Haltern/Frankfurt. Die "Victoria", ein originalgetreuer Nachbau eines römischen Flussschiffs, war der besondere Höhepunkt des Frankfurter Altstadtfestes. Diese ungewöhnliche Aktion ermöglichte die Kooperation des Archäologischen Museums Frankfurt mit dem LWL-Römermuseum in Haltern am See und den Universitäten in Trier und Erlangen sowie der "I. Roemercohorte Opladen" e. V.

Die "Victoria" ist ein 16 Meter langer und vier Tonnen schwerer Nachbau eines der Schiffe, mit denen die Römer im ersten Jahrhundert nach Christus auf der Lippe und anderen Flüssen im germanischen Grenzgebiet unterwegs waren. Am Wochenende legte sie in Frankfurt am nördlichen Mainufer an. Bootsführer Hans-Werner Berg und seine Mitstreiter von der I. Roemercohorte Opladen e. V. luden Gäste kostenfrei zum Mitrudern ein.Auch neue Leiter des LWL-Römermuseums, Dr. Josef Mühlenbrock, war in Frankfurt mit an Bord: "Es hat Riesenspaß gemacht, sich vor der Skyline von Frankfurt auf dem Main in die Riemen zu legen und mit der erfahrenen Mannschaft die Victoria zu rudern. Noch mehr würde es mich freuen, wenn wir das im nächsten Jahr auch wieder in Haltern hinbekommen."

Die "Victoria" wurde 2008 an der Universität Hamburg in enger Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und dem Bootsbauer der Werft von "Jugend in Arbeit" Hamburg e. V. gebaut. Vorbild für den Nachbau sind zwei 1986 im Bereich eines heute verlagerten Nebenflusses der Donau beim römischen Kastell von Oberstimm in Bayern entdeckte römische Kriegsschiffe.Die "Victoria" verfügt über 20 Ruderplätze sowie Platz für einen Steuermann und einen Bootsführer. Bei der Rekonstruktion wurden ausschließlich Materialien eingesetzt, die auch in der Antike zum Bau der Originalschiffe verwendet worden waren. Der Projektleiter, Althistoriker Prof. Christoph Schäfer, jetzt Universität Trier: "Das Schiff besteht komplett aus Eichen- und Lärchenholz, und selbst die Holznägel haben wir angefertigt." Der Nachbau ist der erste eines Schiffes aus dieser Epoche und lieferte somit bedeutende Erkenntnisse zum Schiffbau im ersten Jahrhundert. Die originalen Funde aus Oberstimm sind seit 2006 im Kelten-Römer Museum Manching ausgestellt.

Das Boot ist seit der Fertigstellung anschließend in zahlreichen Fahrten erprobt. Das archäologische Experiment erbrachte dabei völlig neue Erkenntnisse zum Leistungsvermögen derartiger Schiffe und somit zur Bedeutung der Wasserwege für die Eroberung und Grenzsicherung des römischen Germaniens. Der Nachbau der "Victoria" sowie ihre heutige Nutzung ist somit ein Musterbeispiel für die Verknüpfung von aktuellen Forschungsfragen und publikumsnaher Vermittlung.

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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