Aufmarsch der Legionäre in Haltern am See - Die Römertage 2018 stehen bevor

Nach acht Jahren ist die "Victoria" wieder dabei: der Nachbau eines 16 Meter langen und vier Tonnen schweren römischen Flussschiffs.
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  • Nach acht Jahren ist die "Victoria" wieder dabei: der Nachbau eines 16 Meter langen und vier Tonnen schweren römischen Flussschiffs.
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Haltern. Die Römer marschieren wieder an ihrer alten Wirkungsstätte auf und "besetzen" am 9. und 10. Juni das Gelände rund um das LWL-Römermuseum in Haltern am See. Auch das wieder errichtete Westtor direkt hinter dem Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ist dann wieder fest in römischer Hand. Am Samstag von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr können die Besucher erleben, wie es vor 2.000 Jahren an der Lippe zuging, als Roms Legionäre hier den Ton angaben.

In diesem Jahr erwartet die Besucher auf den Römertagen ein besonderer Höhepunkt. Nach acht Jahren ist die "Victoria" wieder dabei: der Nachbau eines 16 Meter langen und vier Tonnen schweren römischen Flussschiffs. Im 1. Jahrhundert n. Chr. waren die Römer mit solchen Schiffen auf der Lippe und anderen Flüssen im germanischen Grenzgebiet unterwegs. Mit einer Besatzung von 22 Personen war ein Schiff wie die Victoria zum Bewachen der Flussläufe und zum schnellen Transport von Legionären bestens geeignet.
Zu den Römertagen ist die Victoria aus niederländischen Gewässern auf dem Landweg mit einem Schwertransporter zurückgekehrt. "Wir freuen uns sehr, die Victoria nach so langer Zeit wieder in Haltern zeigen zu können", so Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. Auf der Römerbaustelle Aliso direkt hinter dem Museum wird sie mit einem Kran aufgestellt und kann an den Römertagen von allen Seiten in Augenschein genommen werden.

"Wir freuen uns sehr, die Victoria nach so langer Zeit wieder in Haltern zeigen zu können..."

Einmal selber in eine römische Rüstung schlüpfen, einen Aufmarsch der Legionäre erleben oder auf dem Nachbau der Lagerumwehrung patrouillieren: Das Programm der Römertage ist vielfältig. Zahlreiche Mitmach-Aktionen für die ganze Familie laden zum Ausprobieren und Erkunden ein. Welche Brett- und Würfelspiele kannten die Römer? Wie müssen Zaubersprüche aufgeschrieben und versteckt werden, damit sie in Erfüllung gehen? Wie prägt man eine römische Münze? Kinder können ihren eigenen Helm oder einen Beutel für Spielsteine basteln und mit nach Hause nehmen.Legionäre zeigen die Schlagkraft des römischen Heeres.

Auch antike Speisen und Getränke nach Originalrezepten stehen zum Probieren bereit

Sie demonstrieren ihre Fernkampfwaffen von der Steinschleuder über das "Pilum" bis zur "Ballista", einem treffsicheren Belagerungsgerät. Zu den Römertagen gehören natürlich auch Truppenparaden mit Kampfformationen wie der legendären "Schildkröte".
Darüber hinaus führen die Römer ihr handwerkliches Geschick vor. Die Besucherinnen können dem Töpfer über die Schulter schauen oder erfahren, wie römische Gürtelbeschläge und Schmuck entstehen. Auch antike Speisen und Getränke nach Originalrezepten stehen zum Probieren bereit. Ein weiterer Höhepunkt ist der Nachbau einer römischen Wasserorgel, deren Klänge die Besucher in ihren Bann zieht.Natürlich tummeln sich ebenso Germanen auf den Römertagen und zeigen ihre Handwerkskunst. Hier erfahren die Zuschauerinnen beispielsweise, wie Stoffe gewebt oder welche Alltagsgegenstände aus Knochen gefertigt wurden. Zudem geben die Germanen Einblicke in ihre Kenntnisse von Heilkräutern. "Mit dem diesjährigen Programm halten wir wieder ein spannendes Angebot für die ganze Familie bereit, egal ob man selber aktiv werden oder nur zuschauen möchte", erläutert Museumspädagogin Renate Wiechers.

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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