Wiederhören am 6. Januar
Weihnachtslesung im Spieker bis auf den letzten Platz besetzt

In die Weihnachtswelt zweier unterschiedlicher Schriftsteller wurde ein gebannt lauschendes Publikum wahrhaft meisterlich ver- und entführt von dem Vorleser Michael van Ahlen (rechts), assistiert von dem jungen Gitarristen Julian Hugo.
  • In die Weihnachtswelt zweier unterschiedlicher Schriftsteller wurde ein gebannt lauschendes Publikum wahrhaft meisterlich ver- und entführt von dem Vorleser Michael van Ahlen (rechts), assistiert von dem jungen Gitarristen Julian Hugo.
  • Foto: Michael Döring
  • hochgeladen von Olaf Hellenkamp

Haltern. In die wundersame Weihnachtswelt zweier ganz unterschiedlicher Schriftsteller, nämlich des Briten Sir Hugh Walpole (1884-1941) sowie des Deutschen Siegfried Lenz (1926-2014) wurde ein gebannt lauschendes Publikum wahrhaft meisterlich ver- und entführt von dem Vorleser Michael van Ahlen, assistiert von dem jungen Gitarristen Julian Hugo.

Van Ahlen verriet, dass Julian bei seinem ersten Auftritt mit ihm Schüler der 5. Klasse war. Mittlerweile sei dieser Student der Professorin Dale Kavanagh, bestens bekannt durch die Sythener Gitarrentage. Mit atmosphärisch dichter Musik von Telemann etwa oder Villa-Lobos untermalte und umspielte er, Bilder evozierend, Szenen aus den Erzählungen.

Die berührende, 1938 erstmals veröffentlichte Erzählung „Der Zauberkünstler“ aus der Feder des in Deutschland nahezu unbekannten Sir Hugh Walpole schildert den schmerzhaften (eigenen?) Übergang von der Kindheit des scheuen, viel gehänselten und ausgegrenzten 13-jährigen Humphrey zum Erwachsenwerden, ausgerechnet auf einer hoch noblen Weihnachtsfeier. Dort nämlich macht ihn der als Zauberkünstler verkleidete alte Mr. Claribel zum strahlenden Mittelpunkt und befreit ihn wie mit einem „magic wand“ – Zauberstab – von seinem Minderwertigkeitskomplex. Und dank Mr. Claribel weiß er nun um das Geheimnis eines glücklichen Lebens: „Niemals überrascht sein. Es hat keinen Zweck überrascht zu sein, weil Es sich einen Deut darum kümmert. Es kümmert sich nicht um Deine Gefühle.“

Auch die zweite Geschichte, „Das Wunder von Striegeldorf“, brachte Van Ahlen mit beredten Gebärden, ausdruckstarker Mimik und mit Augenzwinkern zu Gehör. Eine echte Schmunzel-Geschichte, worin sich ein Besenbinder namens Heinrich Matuschitz und Otto Mulz, ein verknorzter Forstgehilfe, an Weihnachten in einem kleinen Dorf in Masuren mit genialer List und eigenen Händen ein Wunder formen. Auf ein Wiederhören am 6. Januar 2019, wie immer im Spieker! Dann erwartet Sie „Ein knickriger Freier“ – von O.Henry.

Text: Eva Masthoff
Foto: Michael Döring

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