Entlaufener Wolfshund hielt Tierfreunde tagelang auf Trab

Chann (rechts) hat schnell Freunde in seiner neuen Heimat gefunden
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Am Freitag konnte Chann endlich zu seinem Herrchen zurück

Die Sorge um den umherirrenden Tamaskan-Rüden „Chann“ löste eine wahre Welle der Anteilnahme und Hilfsbereitschaft aus.

Auf Facebook und in Blogs wurden Meldungen hundertfach geteilt, weiterverbreitet und kommentiert und mehr als 17.500 Mal angeklickt!
Der rege Austausch von Informationen und Hinweisen im Netz bewirkte, dass jeder zu jeder Zeit wissen konnte, wo in etwa Chann sich gerade aufhielt.
So wurde das Tier in der vergangenen Woche zum unfreiwilligen Star. Viele folgten seinen Spuren zu Fuß und mit dem Auto; teils aus Neugier, teils aus der Absicht das Tier vielleicht anlocken und einfangen zu können.

Dieses Verhalten hätte ungewollt auch ins Gegenteil umschlagen können weil immer die Gefahr bestand, das ohnehin schon scheue Tier noch zusätzlich zu verängstigen.
Letzte Hoffnungen wurden schließlich in seine ehemalige Besitzerin gesetzt.
Am späten Donnerstag Abend ist Maike Jundin Nielsen aus Dänemark eingetroffen.
Als bisherige feste Bezugsperson erhoffte sie sich, das Tier zu finden und herbeirufen zu können. Vielleicht Channs letzte Chance vor dem Einsatz eines Betäubungsmittels.
Der Plan ging auf: Am Freitag Vormittag konnte Channs neuer Besitzer, Martin Poslednik völlig übermüdet aber glücklich das Tier endlich in Empfang nehmen. Chann geht es den Umständen entsprechend gut, nur seine Fußballen sind etwas wund gelaufen. Vor beiden liegt nun die spannende Zeit ihre Beziehung zueinander aufzubauen und zu festigen.

Der Wolf polarisiert

Das Thema Wolf beschäftigt die Menschen nach wie vor –
Gott sei Dank stehen die weitaus meisten dem scheuen und für den Menschen ungefährlichen Raubtier mittlerweile wohlgesonnen gegenüber.
Entgegen der Annahmen einiger Hundefreunde, das wolfsähnliche Aussehen von Chann hätte ihm bei Jägern und Förstern zum Verhängnis werden können, dürfte ihm das allerdings eher nutzen als schaden: Während es in bestimmten Fällen legitim ist, einen wildernden Hund zu erschießen, ist dies bei dem unter Schutz stehenden Wolf streng verboten.
Dass diese Befürchtung im Netz diskutiert wurde zeigt jedoch, wie sehr der Wolf auch heute noch polarisiert:
Von seinen Befürwortern mystisch verklärt und idealisiert; von seinen Gegnern als gefährlich und blutrünstig verteufelt wird er weder dem einen, noch dem anderen Image gerecht.
Unbestritten ist aber, dass eine starke Faszination von ihm ausgeht.
Der Wunsch, sich durch die Anschaffung eines Wolfshundes ein bisschen ursprüngliche Natur in unsere denaturierte Welt zurück zu holen ist verständlich, sollte aber gründlich geprüft werden.
Was Umgang, Haltung und Erziehung angeht ist er, der zu den sogenannten Urtyphunden gehört, mit Haushunden anderer Rassen nicht zu vergleichen und verlangt ein hohes Maß an Sachverstand von seinem Halter.

Hintergrund:
Von den immer noch sehr seltenen Wolfshunderassen sind der Tamaskan, der Saarloos und der Tschechoslowakische Wolfshund die bekanntesten. Während die beiden letzteren tatsächlich aus Kreuzungen zwischen Wölfen und Schäferhunden hervorgegangen sind, handelt es sich beim Tamaskan jedoch nur um eine Vermischung verschiedener wolfsähnlicher Schlittenhunderassen.

Autor:

Antje Clara Bücker aus Haltern

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