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Gelsenwasser und EasyMining besiegeln Partnerschaft für Phosphor-Rückgewinnung

In kommunalen Kläranlagen fallen deutschlandweit jährlich rund 1,7 Mio. Tonnen Klärschlamm-Trockenmasse an.
  • In kommunalen Kläranlagen fallen deutschlandweit jährlich rund 1,7 Mio. Tonnen Klärschlamm-Trockenmasse an.
  • Foto: Gelsenwasser AG
  • hochgeladen von Olaf Hellenkamp

Die Gelsenwasser AG schließt mit der EasyMining Sweden AB und ihrer Tochter EasyMining Germany GmbH einen Vertrag über die exklusive Verwendung des patentierten Ash2®Phos-Verfahrens zur gemeinsamen Erschließung des deutschen Markts für Phosphor-Recycling aus Klärschlammasche.

Vorrangiges Ziel ist die weltweit erstmalige großtechnische Anwendung des Verfahrens durch den Bau und Regelbetrieb einer Demonstrationsanlage in einem Chemiepark, in dem die für das Verfahren erforderlichen Basischemikalien vorhanden sind. In Bitterfeld-Wolfen betreibt die Gelsenwasser-Tochter Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH mit dem Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen eine der größten Kläranlagen Ostdeutschlands sowie eine Klärschlammverbrennungsanlage. Eine neue Verbrennungsanlage ist dort im Bau bereits weit fortgeschritten und wird voraussichtlich ab Mitte 2021 in Betrieb gehen. In dieser Region soll auch die Demonstrationsanlage errichtet werden.

Die Ausbaugröße der ersten Phosphor-Recyclinganlage wird zunächst für die Behandlung von 30.000 Tonnen Klärschlammasche pro Jahr bemessen sein. Die Erfahrungen mit dieser Anlage sollen Hinweise zur Optimierung des Prozesses geben. Eine Ausweitung des Konzepts auf andere Chemieparks in Deutschland innerhalb der nächsten zehn Jahre ist beabsichtigt. Die ersten vorbereitenden Schritte zur Realisierung der Demonstrationsanlage werden bereits unternommen.

„Wir gehen gemeinsam mit EasyMining offensiv die Lösung der gesetzlichen Recycling-Vorgabe an und wollen die wertvolle Substanz Phosphor sobald wie möglich als Recyclingprodukt zur Verfügung stellen“, so die Gelsenwasser-Vorstände Henning R. Deters und Dr. Dirk Waider. „Das unterstreicht unsere nachhaltige Orientierung, in allen Unternehmensbereichen ein starkes Augenmerk auf den Erhalt der natürlichen Ressourcen zu legen.“

Gemeinsames Forschungsvorhaben PhorMi erfolgreich abgeschlossen

Gelsenwasser hat bereits zwei Jahre mit EasyMining, einer Tochtergesellschaft des schwedischen Umwelt-Unternehmens Ragn-Sells, im Rahmen einer Pilotstudie zur Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm zusammengearbeitet. Diese Rückgewinnung ist ab 2029 bzw. 2032 in Deutschland in Kläranlagen ab 100.000 bzw. 50.000 Einwohnerwerten Pflicht. Inzwischen ist das Forschungsvorhaben PhorMi erfolgreich abgeschlossen, welches das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Richtlinie RePhoR gefördert hat. Dabei konnte ein Konzept zum synergetischen Betrieb des Verfahrens im Umfeld eines Chemieparks entwickelt werden. Funktion und wirtschaftliche Bedingungen sind positiv bewertet worden.

Aktuell werden in der Europäischen Union ca. 90 Prozent des für Düngezwecke in der Landwirtschaft benötigten Phosphors importiert. Phosphor steht bereits auf der Liste der 27 sogenannten kritischen Rohstoffe der EU. Es wird in Minen abgebaut und ist oft mit Schwermetallen wie z. B. Uran belastet. Klärschlamm enthält große Mengen Phosphor, die Möglichkeit zur landwirtschaftlichen Verwertung endet jedoch in naher Zukunft. Durch Veraschung und anschließende Anwendung des Ash2®Phos-Verfahrens an den Aschen kann der im Klärschlamm enthaltene Phosphor dennoch nutzbar gemacht werden.

Quelle: Gelsenwasser

Autor:

Olaf Hellenkamp aus Dorsten

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