Betretungsverbot abseits des freigegebenen Weges – Störungen durch Motocrosser und Quadfahrer
Natur in den Borkenbergen pflegen und erhalten

In Kürze steht die Wiedervernässung des Süskenbrocksmoores im Norden der DBU-Naturerbefläche Borkenberge an. Foto: Uwe Fuellhaas/DBU Naturerbe
  • In Kürze steht die Wiedervernässung des Süskenbrocksmoores im Norden der DBU-Naturerbefläche Borkenberge an. Foto: Uwe Fuellhaas/DBU Naturerbe
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Haltern/Lüdinghausen. Im Oktober des Jahres 2017 hat das DBU Naturerbe, die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die rund 1.770 Hektar große DBU-Naturerbefläche Borkenberge vom Bund übernommen. Als ehemaliger Truppenübungsplatz Haltern wurde die Fläche in der Vergangenheit jahrzehntelang militärisch genutzt, der Bundesforst führte das naturverträgliche Geländemanagement durch. Heute ist die Fläche Teil des Nationalen Naturerbes.

„Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort möchten wir die besondere Natur in den Borkenbergen pflegen und erhalten. Manche Vorhaben sind nur in Kooperation und mit Unterstützung von Dritten möglich. Daher hoffen wir in Zukunft weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit und wünschen uns eine offene Kommunikation“, sagt Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe. „Um Naturschutzziele zu erreichen, müssen wir an einem Strang ziehen.“ Für die Borkenberge erstellt das DBU Naturerbe einen Entwicklungsplan, der die Naturschutzmaßnahmen festlegt.

Wiedervernässung des Süskenbrocksmoores steht bevor

Im Norden der DBU-Naturerbefläche befindet sich das Süskenbrocksmoor. Es ist – wie das angrenzende Grünland – von Entwässerungsgräben durchzogen. Sie sind Relikte der ehemals militärischen Nutzung, die dem Moor das Wasser entziehen. In Kürze steht die Wiedervernässung dieser Feuchtgebietslebensräume in Kooperation mit dem Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld an: „Das Naturschutzzentrum wird eine größere Anzahl von Grabenplomben in die Gräben einsetzen, um diese zu verschließen, sodass das Wasser nicht mehr abfließen kann und im Gebiet verbleibt. Dafür danken wir dem Naturschutzzentrum für die konstruktive Zusammenarbeit und die Finanzierung des Projektes“, sagt Belting. Im Vorfeld habe ein wichtiger zielführender Abstimmungstermin mit den beteiligten Akteuren stattgefunden. Neben Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde und dem Naturschutzzentrum war auch Revierleiter Georg Feldmeier vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser vor Ort. Der Bundesforstbetrieb betreut die Fläche im Auftrag des DBU Naturerbes. Auch die Untere Wasserbehörde gab für das Anstauen der Gräben grünes Licht. Erste Plomben wurden bereits mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks in die Gräben gesetzt.

Pachtverträge für Ackerflächen umgeschrieben

Aktuell stellt das DBU Naturerbe als Eigentümerin der Fläche die vorhandenen Pachtverhältnisse um – dies betrifft auch die örtlichen Ackerflächen. Dafür müssen bestehende Altverträge, die das DBU Naturerbe mit der Übernahme der Naturerbefläche vom Bund übernommen hatte, gekündigt und neue Pachtverträge geschlossen werden. Hierbei war das DBU Naturerbe an die bestehenden Kündigungsfristen gebunden. Die neuen Pachtverträge sehen ausschließlich eine naturschutzkonforme extensive landwirtschaftliche Nutzung vor.

Großes Beweidungsprojekt auf Heidefläche in Planung

Zur Pflege der weitläufigen Heidelandschaft im Herzen der Borkenberge plant das DBU Naturerbe eine rund 550 Hektar große extensive Ganzjahresweide. Dafür soll die Offenlandfläche mitsamt der Waldsäume eingezäunt und mit großen Weidetieren beweidet werden. Der Ansatz ist bekannt aus dem Konzept „Westfalens Wilder Westen“. Um die Ganzjahresweide umzusetzen, sei die Finanzierung ein offener Punkt. „Wir sind bei dem Projekt auf die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen angewiesen. Eine Förderung ist für das weitere Fortkommen elementar“, sagt Belting. Das Land sei in der Pflicht, europäisch geschützte Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie wie in den Borkenbergen zu erhalten und zu pflegen. „Dafür ist es wichtig, dass wir als private Flächeneigentümerin für solche Vorhaben zukünftig bei Fördergeldern berücksichtigt werden“, so die Fachliche Leiterin weiter.

Störungen durch Motocrosser und Quadfahrer

Neben der Sperrung durch die Naturschutzgebietsverordnung wurde aufgrund der Munitionsbelastung eine Gefahrenabwehrverordnung verhängt, die es verbietet, die 2018 freigegebene nördliche Ringstraße zu verlassen. Sie führt Fußgänger und Radfahrer sicher von Sythen im Westen nach Osten in Richtung Seppenrade durch die Borkenberge. Doch immer wieder fahren Quad- und Motocrossfahrer illegal auf der Fläche. In den vergangenen Jahren führte die Polizei mehrere Einsätze durch, um die Fahrzeuge zu stoppen. „Wir danken allen Behörden für die kooperative Zusammenarbeit, um der Crossfahrer-Problematik entgegenzuwirken und freuen uns, wenn Polizeikontrollen in Zukunft weiterhin stattfinden. Dafür wird der Bundesforstbetrieb Rhein-Weser vor Ort weiterhin unterstützend zur Seite stehen und wir flankieren gerne mit lenkenden Maßnahmen wie Schranken. Auch eine eingezäunte Weide auf der Heidefläche hätte sicherlich ihre Wirkung“, so Marius Keite, Prokurist im DBU Naturerbe. Rechtlich wirksame Durchsetzungsbefugnisse habe die Untere Naturschutzbehörde sowie die Ordnungsbehörde, die dem DBU Naturerbe als gemeinnützige Privateigentümerin fehlen.

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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