Neuer Radweg verbindet Sythen mit dem Naturschutzgebiet Borkenberge

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde öffnete heute die Schranke. Als erste Radfahrer passierten Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umweltministerium Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rost, Leiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Weser, Anton Holz, stellvertretender Bürgermeister von Lüdinghausen, sowie Clemens A. Leushacke, Erster Beigeordneter von Dülmen (v.l.). Foto: Blanka Thieme-Dietel
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  • DBU-Generalsekretär Alexander Bonde öffnete heute die Schranke. Als erste Radfahrer passierten Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umweltministerium Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rost, Leiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Weser, Anton Holz, stellvertretender Bürgermeister von Lüdinghausen, sowie Clemens A. Leushacke, Erster Beigeordneter von Dülmen (v.l.). Foto: Blanka Thieme-Dietel
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Haltern/Lüdinghausen. Die Region ist um einen Radweg reicher: Auf der rund 1.570 Hektar großen DBU-Naturerbefläche Borkenberge hat das gemeinnützige Tochterunternehmen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, jetzt die nördliche Ringstraße für Fußgänger, Rollerblades- und Radfahrer freigegeben. Nach der feierlichen Schrankenöffnung durch DBU-Generalsekretär Alexander Bonde ist es jetzt möglich, den ehemaligen Truppenübungsplatz von Sythen im Westen nach Osten in Richtung Seppenrade sicher zu durchqueren.

„Konstruktiv, zügig und ausgewogen für Mensch und Natur“, so beurteilte Bonde die Zusammenarbeit rund um die Wegefreigabe und bedankte sich unter anderem bei der Bezirksregierung Münster, dem Landkreis Coesfeld, der Biologischen Station Coesfeld, den Gemeinden und dem Bundesforstbetrieb Rhein-Weser.

Naturflächen als Inseln der Artenvielfalt

„Die Borkenberge stellen ein bundesweit bedeutendes Heidegebiet mit einer beeindruckenden Artenvielfalt dar“, betonte Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. „Der Lebensstil und die Wirtschaftsweise auch in Nordrhein-Westfalen führen nicht nur in seinem unmittelbaren Umfeld, sondern auch in anderen Regionen der Welt zu einem Verlust von Lebensräumen und Arten. Umso wichtiger sind Inseln der Artenvielfalt wie wir sie beispielsweise im Nationalpark Eifel und auch auf den Flächen des Nationalen Naturerbes finden“, erläuterte Bottermann.

Zielkonflikt: Natur erleben, Natur schützen

Der Weg führt etwa fünf Kilometer durch ein EU-Vogelschutzgebiet und durch zwei europäische Schutzgebiete nach der sogenannten FFH-Richtlinie. „140 Jahre ist auf diesem ehemaligen Truppenübungsplatz militärisch geübt worden. So haben etwa Panzer mit dazu beigetragen, dass eine halboffene Landschaft mit vereinzeltem Baumbestand entstand“, erklärte Jürgen Rost, Leiter vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser. Dem bedeutsamen Heidegebiet sei aber auch zugutegekommen, dass es weder intensiv bewirtschaftet noch bebaut wurde, offen gehalten werden musste und nur wenige Menschen Zutritt hatten. Ein idealer Lebensraum für einige seltene Vogelarten: „Neben dem Ziegenmelker und der Heidelerche haben auch der Gartenrotschwanz, Uhu und Kranich sowie die Krickente im Bereich der nördlichen Ringstraße Brutreviere, die es zu schützen gilt“, zählte Bonde auf. Auch der Baumpieper und der Habicht würden in der Nähe nisten.

Schranken und Zäune lenken die Besucher durch die Fläche

Die Wegefreigabe ist mit Maßnahmen zur Lösung von Nutzungskonflikten verbunden, die in einer externen Analyse vom NZ Umweltservice unter Einbeziehung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Coesfeld formuliert wurden. Im Sinne des Naturschutzes haben die Bundesforst-Mitarbeiter in den vergangenen Wochen alle Wegegabelungen mit Lärchenschranken versehen und mehr als 100 Meter Holzzaun entlang des Weges gebaut, um sensible Bereiche abzusichern. „Selbstverständlich müssen Hunde zum Schutz der Vögel hier angeleint sein. Und da auf dem Platz mit scharfer Munition geschossen wurde, darf die nicht sondierte, angrenzende Landschaft auch zukünftig nicht betreten werden“, so Bonde. Entlang der Ringstraße haben daher Arbeiter in regelmäßigen Abständen Warnschilder aufgestellt. „Es ist nicht auszuschließen, dass einige Brutpaare ihre Nistplätze in der Nähe des Weges aufgeben“, führte Bonde aus. Daher sei es notwendig, in ausreichender Entfernung zur Straße Ausweichmöglichkeiten zu bieten. In den kommenden Monaten werden Bundesforstmitarbeiter den Wald von Seiten der ehemaligen Schießbahn an bestimmten Stellen ausbuchten, um Lichtungen und Schneisen zu schaffen.

Wegefreigabe freut Gemeindevertreter

„Dülmen ist eine Stadt der Fahrradfahrer. Die etwa 15 Kilometer lange Strecke zwischen Dülmen und Haltern ist gerade wegen der E-Bikes attraktiver denn je“, meinte Clemens A. Leushacke, Erster Beigeordneter und Stadtbaurat der Stadt Dülmen. In nur wenige Kilometer entfernten Naherholungsgebieten wie dem Halterner Stausee würden Tausende von Besuchern an Schönwettertagen gezählt. „Das zeigt, welches Besucherpotenzial auch für die Borkenberge vorhanden ist. Die neue Strecke ist für den regionalen Tourismus wichtig, zumal die Kreisstraße keinen Radweg hat“, erklärte Anton Holz, stellvertretender Bürgermeister von Lüdinghausen. Auf Anklang stieß auch die Wegeführung. „Radwanderer nehmen von unserer Fläche nicht den direkten Weg Richtung Bauernschaft Emkum, sondern erst die dritte Möglichkeit. Bei den ersten beiden Wegen wären sie auf eine unübersichtliche Kurve der schnellbefahrenen Kreisstraße gestoßen“, so Bonde.

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde öffnete heute die Schranke. Als erste Radfahrer passierten Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umweltministerium Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rost, Leiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Weser, Anton Holz, stellvertretender Bürgermeister von Lüdinghausen, sowie Clemens A. Leushacke, Erster Beigeordneter von Dülmen (v.l.). Foto: Blanka Thieme-Dietel
25 Gäste kamen zur feierlichen Freigabe der nördlichen Ringstraße auf der DBU-Naturerbefläche Borkenberge. Foto: Blanka Thieme-Dietel

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