„Fuchswoche“ in Haltern am See
PETA übt wegen sinnloser Tötungen scharfe Kritik

Haltern.  Noch bis zum 23. Februar findet die sogenannte Winterfuchswoche des Hegerings Haltern am See e.V. statt. PETA findet: Dabei wollen die Jäger unter dem Deckmantel des Artenschutzes möglichst viele Füchse töten. Jungjäger und revierlose Mitglieder ohne Jagdmöglichkeit werden hierzu explizit eingeladen.

Die erschossenen Tiere sollen dann beim „Streckelegen“ am 24. Februar auf dem Hof „Tappe“ zur Schau gestellt werden. PETA übt scharfe Kritik an dem Hegering, da laut Tierschutzgesetz ein „vernünftiger Grund“ für das Töten eines Tieres vorliegen muss – bei der flächendeckenden Jagd auf Füchse ist ein solcher jedoch nicht gegeben. Die Tierrechtsorganisation sieht in den Massentötungen einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und fordert die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen auf, ein Verbot der Fuchsjagd zu erlassen. Zudem appelliert PETA an die Jäger der Stadt Haltern am See, die Fuchsjagd aus Tierschutzgründen umgehend zu stoppen und Respekt vor dem Leben zu zeigen.„Bundesweit werden jährlich über 400.000 Füchse durch Hobbyjäger getötet, allein in NRW sind es etwa 50.000 Tiere. Viele von ihnen sterben einen langsamen Tod durch Fehlschüsse oder bei der grausamen Fallenjagd“, so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Es gibt keinen Grund, die nützlichen Tiere zu töten. Die Politik muss endlich handeln.“

Tierrechtsorganisation fordert Verbot der Fuchsjagd in NRW

Die Tierrechtsorganisation findet: Füchse dienen den Hobbyjägern hauptsächlich als lebendige Zielscheibe, denn weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht besteht ein Grund für die massenhafte Bejagung der Beutegreifer. Die zum Teil noch immer geäußerten Bedenken gegenüber den Tieren beruhen auf längst widerlegten Annahmen: Die Gefahr einer Krankheitsübertragung durch Füchse ist nahezu auszuschließen. Deutschland ist seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut, und der Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Parasitosen Europas. Die Jagd auf Füchse hat keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden. Auch das von den Jägern vorgeschobene Argument des Artenschutzes ist laut PETA Augenwischerei. Füchse ernähren sich vornehmlich von Mäusen. Populationsrückgänge betroffener Arten wie beispielsweise dem Feldhasen sind überwiegend auf den Lebensraumverlust und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die Jäger in Nordrhein-Westfalen selbst jedes Jahr über 29.000 Feldhasen töten.

Hintergrund: Aufgrund dieser Fakten hat die Regierung in Luxemburg bereits im April 2015 ein Verbot der Jagd auf Füchse durchgesetzt. Fuchspopulationen regulieren sich aufgrund von Sozialgefügen sowie Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten selbst. Als Gesundheitspolizei sind Füchse zudem ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Sie sichern nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere erbeuten und Krankheitsherde somit sofort eliminieren. Ein Verbot der Fuchsjagd in Deutschland ist längst überfällig, findet PETA. 

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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