Neujahrsempfang: Optimismus trotz Bauchschmerzen

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Erfolg von innen, Druck von außen: Bürgermeister Bodo Klimpel lobte beim Neujahrempfang die Stärken seiner Stadt, bereitete die Bürger aber auch auf unangenehme Maßnahmen vor. Die größten Herausforderungen für 2013 sieht Klimpel in der Bewältigung des Stärkungspaktes und dem Umgang mit der geplanten Forensik in der Hohen Mark.

Mit fröhlichem Lächeln begrüßte eine Schar freundlicher Schornsteinfeger die Gäste in der Aula des Schulzentrums. Traditionell sollen die Kaminkehrer Glück für das neue Jahr verheißen, und trotz einiger rußiger Flecken wurde 2013 in Haltern mit allgemeiner Freude begrüßt.

Die gute Stimmung war zum einen der Verdienst der Musikschule, die mit einem umfangreichen und abwechslungsreichen Rahmenprogramm für Unterhaltung sorgte. Zum anderen wurde in der Ansprache des Bürgermeisters deutlich, dass er Haltern auf einem guten Weg sieht.

2012 sei ein "ein überaus ereignisreiches und auch prägendes Jahr" gewesen, betonte Klimpel. Die Stadt profitiere vom boomenden Tourismus, der sich in einer steigenden Zahl von Besuchern und Ferienwohnungen niederschlage. Zudem habe die stabile Konjunktur dafür gesorgt, dass Haltern mit rund fünf Prozent Arbeitslosigkeit die niedrigste Quote im Kreis Recklinghausen vorzuweisen habe.

Sehr positiv bewertete der Bürgermeister auch die strukturelle Entwicklung der Seestadt. Die angestrebte bauliche Verbindung von Innenstadt und Stausee schreite gut voran, und das Baugebiet Elterbreischlag in Sythen entwickle sich sehr positiv. "Bisher haben wir in diesem Bereich schon fast 90 Baugenehmigungen erteilt. Insgesamt gibt es dort rund 280 Bauplätze, die Stadt hat von ihren 68 Baugrundstücken bereits 58 verkauft. Weiter sind bisher 78 private Grundstücke veräußert worden", fasste Klimpel zusammen. "Daran wird deutlich, dass es sehr richtig war, die Ausweisung des Gebietes voranzutreiben. Denn die so große Nachfrage zeigt, wie beliebt bei Sythenern, Halternern und auch auswärtigen Häuslebauern dieser Siedlungsschwerpunkt ist."

Nach den Erfolgen sprach Klimpel auch die unerfreulichen Dinge an, die den Bürgern in Haltern bevorstehen. So die mit dem Stärkungspakt einhergehenden Maßnahmen, die der Seestadt bis 2018 einen ausgeglichenen Haushalt bescheren sollen. Hier könne Haltern zwar auch auf Landesmittel zurückgreifen, müsse aber selbst auch in Eigenleistung treten. "In diesem Zusammenhang müssen wir die Steuern und Gebühren zum Teil drastisch erhöhen und ebenso einige Leistungen zurückschrauben", stellte der Bürgermeister klar. "Anders", so betonte er, "wird es nicht gehen."

Ebenfalls ein schwieriges Thema ist die Auseinandersetzung mit den Forensikplänen der Landesregierung. Klimpel stellte klar, dass er am gesellschaftlichen Sinn des Maßregelvollzugs im Allgemeinen keinen Zweifel habe. Aber: "Wir halten den Standort bei AV 9 für falsch, dazu haben wir großen Diskussionsbedarf. Wir fordern auch endlich die notwendige Transparenz ein, wie es zu diesem Standort-Vorschlag kam."

Es wurde deutlich: Die Halterner werden in 2013 einige Kröten schlucken müssen. Aber sie werden es in einer sich gut entwickelnden Stadt tun können.

Autor:

Oliver Borgwardt aus Gladbeck

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