Impfberatungs-Projekt des Kreis-Gesundheitsamts für Seniorenheime
Die Impfquote soll besser werden

Die Impfbroschüre des Kreis-Gesundheitsamts kommt auch im Seniorenwohnheim Amarita in Datteln zum Einsatz. Einrichtungsleiterin Dagmar Lukanowski (re.) und ihr Team haben die Impfquote in der Einrichtung bereits abgefragt. Projektleiterin Anika Biel (Mitte) und Maxi Riedesel (li.) informieren. Foto: Kreis
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  • Die Impfbroschüre des Kreis-Gesundheitsamts kommt auch im Seniorenwohnheim Amarita in Datteln zum Einsatz. Einrichtungsleiterin Dagmar Lukanowski (re.) und ihr Team haben die Impfquote in der Einrichtung bereits abgefragt. Projektleiterin Anika Biel (Mitte) und Maxi Riedesel (li.) informieren. Foto: Kreis
  • hochgeladen von Michael Menzebach

Kreis. Die Vermutung war da – jetzt gibt es die ersten Belege: Die Impfquote in Seniorenheimen ist längst nicht so gut, wie sie nach Empfehlung der ständigen Impfkommission (STIKO) sein sollte. Damit das besser wird, hat das Kreisgesundheitsamt jetzt ein Impfberatungs-Projekt ins Leben gerufen. Mit dabei und von der Idee begeistert: das Seniorenwohnheim Amarita in Datteln und das Julie-Kolb-Seniorenzentrum der AWO in Marl.

"Das Projekt ist richtig gut. Vielleicht können wir auch unsere Mitarbeiter motivieren, sich intensiver mit dem Thema zu befassen", sagt Einrichtungsleiterin Dagmar Lukanowski. Die Notwendigkeit, das Thema Impfen intensiver zu behandeln, hat das Amarita-Team schnell erkannt. Die Abfrage innerhalb des Hauses hat ergeben, dass von den 113 Bewohnern 36 gegen Grippe geimpft sind, gegen Pneumokokken, Tetanus, Polio, Pertussis und Diphterie ist entgegen der STIKO-Empfehlung kaum jemand geimpft.
"Diese Quote ist keine Überraschung. Wir haben von 19 weiteren Einrichtungen die Zahlen bekommen. Sie sind sehr ähnlich", sagt Projektleiterin und Fachärztin Anika Biel vom Gesundheitsamt. "Wir möchten durch gezielte Aktionen und Aufklärungsarbeit die Impfquoten deutlich verbessern." So können die teilnehmenden Senioren- und Pflegeheime bei Erreichung einer bestimmten Impfquote ein Zertifikat erhalten und damit auch nach außen signalisieren, dass das Thema Impfen nicht vergessen wird.
Auch in Marl stand sofort fest: "Da machen wir mit". Pflegedienstleiterin Nadine Fochler kennt die Impfquote für das Julie-Kolb-Seniorenzentrum noch nicht genau. "Ich schätze, dass etwa 50 der 213 Bewohner gegen Grippe geimpft sind", sagt sie, "das Projekt hat bei uns schon zu kleinen Veränderungen geführt. Wir fragen zum Beispiel seitdem direkt bei der Aufnahme nach dem Impfausweis. In Gemeinschaftseinrichtungen trägt jeder auch Verantwortung für die anderen. Darum ist uns wichtig, auf dieses Thema aufmerksam zu machen."
Erste Erfolge des Projekts aus dem ganzen Kreisgebiet kann Anika Biel schon benennen: "Wie in Marl haben auch andere Einrichtungen ihre Aufnahmeprotokolle angepasst. Sie fragen jetzt auch nach dem Impfstatus der neuen Bewohner und machen damit gleichzeitig die Angehörigen auf das Thema aufmerksam. Das ist klasse und ein ganz wichtiger Schritt."
Melanie Gronwald ist die Pflegedienstleitung des Seniorenwohnheims Amarita. "Ich freue mich auf das Projekt. Bei Kindern ist das häufig ein Thema, bei den Senioren wird es allerdings oft vergessen."
Bislang liegen dem Gesundheitsamt die anonymisierten Rückmeldungen von 1663 Senioren aus 20 Einrichtungen vor. "Es ist toll, dass so viele Einrichtungen mitmachen und sich des Themas annehmen", freut sich Anika Biel über den großen Zuspruch.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Erwachsenen ab einem Alter von 60 Jahren Pneumokokken-, Diphterie-, Tetanus-, Pertussis-, Polio- und Influenza-Impfungen.

Die Impfbroschüre des Kreis-Gesundheitsamts kommt auch im Seniorenwohnheim Amarita in Datteln zum Einsatz. Einrichtungsleiterin Dagmar Lukanowski (re.) und ihr Team haben die Impfquote in der Einrichtung bereits abgefragt. Projektleiterin Anika Biel (Mitte) und Maxi Riedesel (li.) informieren. Foto: Kreis
Anika Biel, (li.) Fachärztin des Kreisgesundheitsamts, und Pflegedienstleiterin Nadine Fochler sind gespannt, was die Abfrage zum Impfstatus im Julie-Kolb-Seniorenzentrum der AWO in Marl ergibt. Foto: Kreis

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