Vortrag von Professor Montag informierte über den Umgang mit Facebook, Instagram und co.
„Gefangen im Netz?“ Wie digitale Medien uns verändern

Hatten zum Vortrag "Gefangen im Netz" geladen: von links nach rechts: Matthias Bomba, Kathrin Ollas, Wolfgang Großer, Prof. Montag sowie Lea Pöhler
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  • hochgeladen von Antje Clara Bücker

Digitale Welten verändern den Menschen. Der Einfluss von Smartphone, Internet und Co. auf unsere Gesellschaft und vor allem auf Kinder und Jugendliche ist nicht weg zu diskutieren. Neben den vielen Möglichkeiten, die das Internet bietet, gibt es zunehmend auch mehr Schattenseiten - eine davon ist die Internetsucht. Zu diesem Thema gab es am Dienstag einen informativen Vortrag von Professor Christian Montag im Hans Böckler-Berufskolleg. 

Mehr als zwei Stunden verbringen junge Menschen in Deutschland durchschnittlich aktiv am Handy. Dadurch geht Zeit für andere Aktivitäten verloren und die Produktivität und Konzentration innerhalb von Spielphasen sowie Arbeitsphasen im Unterricht oder bei der Arbeit werden stark beeinträchtigt. Es kommt zu eingeschränkter sozialer, emotionaler, motorischer und kognitiver Entwicklung durch die verstärkte Nutzung von Apps und Spielen bei Kindern und Jugendlichen. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass es zu einer Überlappung von ADHS sowie Depression bei suchtähnlichem Konsum von Smartphones kommt. Bei weiblichen jungen Nutzern, die viel Zeit auf Instagram verbringen, ist eine Verbindung zwischen Magersucht und erhöhter Verweildauer festzustellen. Anwendungen wie WhatsApp, SnapChat, Instagram, etc. auf den Smartphones sorgen für zahlreiche Unterbrechungen im Alltag, was besonders im Unterricht die Fokussierung auf Lerninhalte erschwert. Es wird zudem ein Zusammenhang bei Burnout-Erkrankungen und hoher Internetnutzung bei Erwachsenen, vor allem bei Frauen, festgestellt.

Facebook, Instagram und co.

Professor Montag stellte verschiedene Empfehlungen vor, wie diese Probleme angegangen werden können. So sollten Apps wie SnapChat, WhatsApp, Facebook für Kinder bis 12 Jahren nicht zugänglich sein. Zeiträume für die Nutzung sollten festlegt werden, um die kognitive, soziale, motorische und emotionale Entwicklung zu fördern und gemeinsame Familienzeit ohne Smartphone eingeführt, bzw. eingehalten werden. Zudem sollten Eltern sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und ihr eigenes Internetverhalten hinterfragen.

Die Informationsveranstaltung richtete sich an pädagogische Fachkräfte und interessierte BürgerInnen gleichermaßen. Schulleiter Wolfgang Großer freute sich: „Das Hans-Böckler-Berufskolleg bietet zum Schuljahr 2020/21 die Fachschule für Sozialpädagogik sowie die Ausbildung zum Kinderpfleger/ zur Kinderpflegerin am Schulstandort in Haltern am See an." Das Forum Erziehung soll fester Bestandteil der Dependance in Haltern am See sein. Für eine Folgeveranstaltung im nächsten Jahr soll Michael Winterhoff (bekannt u.a. durch sein Buch "SOS Kinderseele") als Referent gewonnen werden.

Dr. Christian Montag ist Heisenberg-Professor für Molekulare Psychologie an der Universität Ulm und Gastprofessor an der UESTC in Chengdu, China. Er erforscht die biologischen Grundlagen der menschlichen Persönlichkeit. Dabei untersucht er die genetischen Ursachen der Persönlichkeit und wie diese in Interaktion mit Umwelteinflüssen die Individualität beeinflussen.Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit liegt in der gesellschaftsrelevanten Frage, wie digitale Welten den Menschen verändern bzw. wie der Einfluss von Smartphone, Internet und Co. auf unsere Gesellschaft ausfällt. Finanziert wurde die Veranstaltung durch das finanzielle Engagement des Fördervereins des Hans-Böckler-Berufskollegs.

Autor:

Antje Clara Bücker aus Haltern

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