Wissenswertes zu Brücken-Hauptuntersuchungen
Über 47 Brücken mußt du gehn...

Für Brückenprüfungen kann auch eine Sperrung der Brücke notwendig sein - sei es, weil ein Untersichtgerät installiert werden muss, aber auch, um die Prüfer bei der Kontrolle nicht zu gefährden. Im Vorfeld einer Prüfung wird festgelegt, welche Sicherungsmaßnahmen notwendig sind, um die Prüfer zu schützen und trotzdem die Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.
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  • Für Brückenprüfungen kann auch eine Sperrung der Brücke notwendig sein - sei es, weil ein Untersichtgerät installiert werden muss, aber auch, um die Prüfer bei der Kontrolle nicht zu gefährden. Im Vorfeld einer Prüfung wird festgelegt, welche Sicherungsmaßnahmen notwendig sind, um die Prüfer zu schützen und trotzdem die Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.
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Kreis. In den nächsten Monaten werden an 47 Brücken des Kreises Recklinghausen die Hauptuntersuchungen nach DIN 1076 vorgenommen. Bevor die Fachleute vor Ort ans Werk gehen können, müssen einige Vorarbeiten geleistet werden. Aber was muss vorbereitet werden, damit der Termine möglichst reibungslos verläuft?

"Vor einer Hauptuntersuchung schaut sich der Prüfer zunächst alle vorhandenen Unterlagen an. Je älter eine Brücke ist, umso mehr Unterlagen und Bemerkungen gibt es", sagt Ressortleiterin Regina Thümmler vom Kreis Recklinghausen. Der Prüfer muss die Brücke kennenlernen. Es gilt die Entwicklung der letzten Jahre zu begutachten, um ein Gespür dafür zu bekommen, wo mögliche Schwachstellen sind.  Außerdem muss geklärt werden, ob auch andere Baulastträger betroffen sind. Wenn die Straße beispielsweise über eine Autobahn oder einen Kanal führt, muss der Prüfer auch den Landesbetrieb Straßen.NRW oder das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg mit einbeziehen.  Erst danach fällt die Entscheidung, welche Geräte benötigt werden. Bei Hauptuntersuchungen müssen die Prüfer bis auf einen halben Meter Abstand an die Bauwerke heran – von allen Seiten. Bei Durchlässen brauchen sie dafür beispielsweise Wathosen wie ein Angler, da sie in die Bauwerke hinein gehen müssen. Für andere Brücken müssen Hubsteiger, Gelenk-Teleskop-Arbeitsbühnen oder Brückenuntersichtgeräte mit Arbeitsplattform gemietet werden, damit die Prüfer wirklich an alle Stellen kommen.
"Eigensicherung ist das oberste Gebot. Darum ist auch wichtig, dass vorher festgelegt wird, wie viele Personen notwendig sind. Bei einem Hubsteiger benötigt man jemanden, der den Korb steuert. Führt die Brücke über eine Straße, muss zusätzlich jemand den Verkehr beobachten", erklärt Regina Thümmler.

"Eigensicherung ist das oberste Gebot. Darum ist auch wichtig, dass vorher festgelegt wird, wie viele Personen notwendig sind. Bei einem Hubsteiger benötigt man jemanden, der den Korb steuert. Führt die Brücke über eine Straße, muss zusätzlich jemand den Verkehr beobachten".

Wenn all das erledigt und geklärt ist, wird das Ordnungsamt der jeweiligen Stadt über den geplanten Ortstermin informiert, Feuerwehr und Polizei werden von dort über die Arbeiten informiert.
Erst danach findet mit Hammer, Meißel und Riss-Tabelle die eigentliche Prüfung der Brücke statt. Wie so etwas abläuft, erklärt unsere Reportage zur Prüfung der Lippebrücke zwischen Datteln und Vinnum: www.presse-service.de/data.aspx/static/1005035.html
Die ersten Bemerkungen zum Bauwerk, aber auch Beobachtungen zum Umfeld, werden vom Prüfer direkt vor Ort eingetragen. In der Regel geschieht das digital.Nach der Prüfung vor Ort werden die alten Unterlagen und die neu gewonnenen Erkenntnis verglichen. Gibt es nur minimale Veränderungen, werden diese lediglich notiert. Bei größeren Veränderungen wird festgelegt, welche weiteren Schritte notwendig sind. Je nach Ausmaß kann es auch eine objektbezogene Schadensanalyse (OSA) geben. Sie schreibt zum Beispiel vor, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine schadhafte Brücke weiterhin nutzen zu können.  Mit dem Prüfbericht ist die Arbeit des Prüfers beendet, alle weiteren Schritte obliegen dem jeweiligen Baulastträger.  Übrigens: Die jüngsten Brücken, für die der Kreis Recklinghausen zuständig ist, wurden 2017 in Dorsten-Rhade erbaut (Höfer Weg), die älteste ist die K09 in Datteln-Ahsen, erbaut im Jahr 1922.

Hintergrund: 
Die Lippe Wassertechnik GmbH wird für den Kreis Recklinghausen an insgesamt 47 Brücken die Hauptuntersuchung nach DIN 1076 vornehmen. Zuerst werden die zehn Brücken untersucht, die von der Kreisverwaltung mit "Priorität 1" benannt worden sind.  "Das sind jeweils vier Brücken in Haltern am See und Marl und jeweils eine in Dorsten und Oer-Erkenschwick", erklärt Fachdienstleiter Carsten Uhlenbrock.  Bevor es mit den Prüfungen vor Ort losgehen kann, sind einige Vorarbeiten notwendig. Prüfberichte und Bauwerksbücher müssen von Lippe Wassertechnik gesichtet werden, aber auch ermittelt werden, welche Geräte an welcher Brücke benötigt werden und diese dann bei verschiedenen Firmen gemietet werden.

Für Brückenprüfungen kann auch eine Sperrung der Brücke notwendig sein - sei es, weil ein Untersichtgerät installiert werden muss, aber auch, um die Prüfer bei der Kontrolle nicht zu gefährden. Im Vorfeld einer Prüfung wird festgelegt, welche Sicherungsmaßnahmen notwendig sind, um die Prüfer zu schützen und trotzdem die Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.
Mit einem so genannten Untersichtgerät können die Brückenprüfer direkt an die Brücke heran, auch wenn darunter Wasser ist. Der Zugang erfolgt von der Brücke aus. Über eine Leiter geht es hinunter auf den schwenkbaren Arm der Bühne. Von dort aus können die sonst nicht erreichbaren Stellen der Brücke geprüft werden. Foto: Kreis
Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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