„2 für Haltern“
Aufrüttelnde Aktion vor der Halterner Sixtuskirche bewegt auch die Bürger

Trotz Corona-Beschränkungen hat das Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt am Samstag auf den Stufen der Sixtuskirche eine öffentlichkeitswirksame Aktion gestartet. Foto: Tom Rath
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  • Trotz Corona-Beschränkungen hat das Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt am Samstag auf den Stufen der Sixtuskirche eine öffentlichkeitswirksame Aktion gestartet. Foto: Tom Rath
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Haltern. Trotz Corona-Beschränkungen hat das Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt am Samstag auf den Stufen der Sixtuskirche eine öffentlichkeitswirksame Aktion gestartet: Das Forum spricht sich aus für die Aufnahme minderjähriger Flüchtlingskinder aus den griechischen Lagern auch in unserer Stadt. Zwei bereitgestellte Stühle (mit Puppen als Flüchtlingskindern) symbolisierten die Aufforderung „2 für Haltern“, flankiert von Plakatständern mit eindringlichen Botschaften.

„240.000 Urlauber zurückgeholt, 80.000 Erntehelfer durften einreisen, 50 Flüchtlinge dürfen nach Deutschland. Reiches Land - armes Land“ so war auf einem Plakatständer zu lesen. „Eigentlich hatten wir bereits am 21. März eine großangelegte Unterschriftenaktion dazu in der Fußgängerzone geplant, die aber den Corona-Beschränkungen zum Opfer fiel“, erläuterten David Schütz, Prof. Werner Nienhüser, Herbert Bludau-Hoffmann und Hermann Döbber vom Vorbereitungskreis. Die Pfarrgemeinde St. Sixtus begrüßte die Aktion und stellte spontan den Vorplatz der Kirche zur Verfügung.

Lokaler Beitrag zur Aufnahme von Flüchtlingskindern

Vor der Corona-Krise hatten sich 10 europäische Länder bereiterklärt, rund 1.600 unbegleitete Minderjährige aus den unzumutbaren Lagern der griechischen Inseln aufzunehmen, davon etwa 350 in Deutschland. Unter anderem wegen der Corona-Krise hatte sich die Hilfsaktion verzögert und am 19. April zunächst zur Aufnahme von lediglich 42 Kindern und 5 Jugendlichen geführt. „Zwar hat sich der Bundesinnenminister zur Aufnahme weiterer Flüchtlingskinder bereiterklärt, aber keinen Termin genannt“, bemängeln die Forumsvertreter: „Solange bleibt es bei dieser nur symbolischen und damit beschämenden halbherzigen Aktion, während die Kinder in den überfüllten Lagern weiter leiden.“

„Nicht nur Lippenbekenntnisse“

Sie verweisen deshalb auf die seit 30 Jahren gültige UN-Kinderrechtskonvention, die eine Verbesserung der Lebensbedingungen von geflüchteten Kindern fordert. Nachdem sich auf Antrag des Forums und der Halterner Kirchengemeinden die Stadt Haltern am 10. Oktober 2019 per einstimmigem Ratsbeschluss zum „sicheren Hafen“ im Rahmen der „Seebrücke“ erklärt hatte, erinnerte das Forum am 26. Februar diesen Jahres in einem Aufruf den Bürgermeister daran, „dass es sich nicht nur um ein Lippenbekenntnis der Stadt handeln dürfe, sondern die Stadt einen Beitrag leisten müsse, die schutzbedürftigen Flüchtlingskinder aus ihren menschenunwürdigen Lebensumständen herauszuholen und hier zu betreuen.“ Deshalb hieß es auf einem der Plakatständer auf der Aktion am 9. Mai: „In 13.000 Kommunen in Deutschland ist Platz für mehr als 50 Flüchtlingskinder“. Stattdessen sollten „4000 Flüchtlingskinder nach Deutschland geholt werden, davon 2 nach Haltern“, so die Forderung des Forums. „Auf einem weiteren Plakatständer wurde Bezug genommen auf den jüngst verstorbenen CDU-Sozialpolitiker Norbert Blüm , der nach einem Besuch der griechischen Lager urteilte: „Wenn 500 Mio. Europäer keinen 5 Mio. verzweifelten Flüchtlinge oder mehr aufnehmen können, dann sollten wir den Laden Europa wegen moralischer Insolvenz schließen.“

Tausende müssten aus dem Lager Moria wegen der Missstände schnellstens evakuiert werden, fordert auch Pro Asyl. Menschenrechtsanwälte sprechen sogar von einem „Verbrechen gegen die Menschheit“. Aus humanitären Gründen solle des halb wenigstens zwei Flüchtlingskindern eine neue Heimat in Haltern gegeben werden, so ist die Erwartung der Forumsmitglieder (mehr Informationen unter www.forumdrv.de).Und sie erhielten am Samstag viel Zustimmung und Unterstützung von den bewegten Haltener Bürgerinnen und Bürgern in der Innenstadt.

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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