Katzengnadenhof stellt sich vor

So manche Katze muss erst einmal wieder lernen Vertrauen zu fassen. Das erfordert Zeit, Geduld und die Möglichkeit, mit Menschen gute Erfahrungen zu machen. All das bekommen die Tiere im Gnadenhof.
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  • So manche Katze muss erst einmal wieder lernen Vertrauen zu fassen. Das erfordert Zeit, Geduld und die Möglichkeit, mit Menschen gute Erfahrungen zu machen. All das bekommen die Tiere im Gnadenhof.
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In einem umgebauten Stall beherbergt die Aktive Tierhilfe Marl/Haltern e.V.  alte, kranke und nicht gewollte Katzen. Der relativ kleine Tierschutzverein versteht sich als Katzengnadenhof. Ein Team aus ehrenamtlichen Helfern versorgt seit 30 Jahren die tierischen Notfälle und kümmert sich um die Reinigung der über 200qm großen Anlage. Unter der liebevollen Obhut hat sich schon so manche Kratzbürste in eine Schmusekatze verwandelt. Über mehr tierliebe Mithelfer würde sich der Verein sehr freuen.

Rund 70 Katzen betreut der Gnadenhof zur Zeit und ist damit eigentlich ausgelastet was die Pflegeplätze angeht. Dennoch weisen Jaqueline Kaminski, Silvia Bergedick und Martha Reichl nur ungern Anfragen ab. Etwa drei bis vier Anrufe gehen am Tag im Büro der Nothilfe ein; akute Fälle haben natürlich immer Vorrang. Die Gründe, warum die Tiere hier landen, sind ähnlich wie in regulären Tierheimen. Oft handelt es sich um Fundtiere, manchmal sind die Besitzer verstorben, gelegentlich werden die Halter aber auch mit den Vierbeinern nicht mehr fertig.

Katzenliebhaber mit Leib und Seele

Nur selten landen Katzen hier, die weitervermittelt werden können. Die meisten sind chronisch krank, behindert, aufgrund falscher Haltung verhaltensgestört oder sogar dement. Den meisten Katzen fällt es viel schwerer als Hunden sich auf neue Menschen und Wohnsituationen einzustellen. Sie dürfen auf Lebenszeit im Gnadenhof bleiben. Dass es ihnen den letzten Lebensjahren an nichts mangelt, ist dem unermüdlichen Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu verdanken. "Streicheln und Schmusen ist natürlich das Schönste, was wir machen können. Aber das nimmt nur den kleinsten Teil unserer Arbeit ein. Was uns hier am meisten auf Trab hält ist das Sauberhalten der Katzentoiletten, füttern, aufräumen und pflegen. Aber auch Fensterputzen und Laub fegen gehört zu den zahlreichen Aufgaben, die auf dem Hof anfallen," erzählt Jaqueline Kaminski: “Wenn wir dann Feierabend haben, stehen Streicheleinheiten auf dem Programm – natürlich auch zwischendurch mal. So viel Zeit muss einfach sein. Die Tiere leben schließlich nicht nach menschlichen Ordnungsvorstellungen.“

Feierabend bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Alle, die sich auf dem Hof mit Leib und Seele einbringen und hier zahllose Stunden unentgeltlich arbeiten, gehen auch noch anderen beruflichen Tätigkeiten nach. Man muss die Arbeit mit den Tieren schon sehr mögen um sich nicht überlastet zu fühlen. Den Damen und Herren, die abwechselnd von morgens bis abends an 365 Tagen im Jahr vor Ort sind, merkt man deutlich an, dass sie ihre verantwortungsvolle Aufgabe mit viel Herzblut erfüllen. “Die Arbeit ist manchmal ganz schön anstrengend“, weiß Silvia Bergedick: “Aber sie ist auch sehr erfüllend. Die Tiere geben einem unendlich viel zurück.“

Spenden und Beiträge

In zahlreichen Innen- und Außengehegen haben die Tiere reichlich Gelegenheit zu spielen, zu jagen oder sich zurückzuziehen. Ein neues Freigehege ist zur Zeit im Bau. Fast 150 m² groß wird es werden und eine Teilüberdachung bekommen. Errichtet wird es in eigener Regie, ebenfalls unentgeltlich. Finanziell trägt sich der Hof hauptsächlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Auf Events wie dem Nikolausmarkt oder beim Heimatfest ist der Katzenhof stets mit einem Stand vertreten. Dort werden dann von Frau Reichl handgearbeitete Mützen, Schals, etc. verkauft. Ganz besondere Hingucker sind ihre handgefilzten Katzenfiguren. Um die lebensechten kleinen Kunstwerke herzustellen, benutzt sie auch die ausgefallenen Schnurhaare ihrer lebenden Vorbilder. Zusätzlich zum Verkauf gibt es auch jedesmal eine Tombola mit tollen Preisen. Der Erlös kommt dem Hof und den Tieren zugute. Auf öffentliche Gelder kann der Hof nicht zurückgreifen. “Im vergangenen Jahr betrugen allein die Tierarztkosten rund 30.000 Euro. Da waren Futter, Zubehör, etc. noch gar nicht mit drin. Das müssen wir erst einmal stemmen!“

Mitstreiter erwünscht

Auf dem Hof sind Besucher immer gern gesehen. Ganz besonders natürlich dann, wenn sich daraus ein dauerhaftes Interesse an einer Mitarbeit ergibt. An jedem ersten Sonntag im Monat findet in den Räumlichkeiten das Schnurr-Café statt zum Kennenlernen und Unterhalten bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Zu finden ist der Katzen-Gnadenhof in Lippramsdorf, zum Büning 10a.

Weitere Infos bei Jaqueline Kaminski, Handy: 015773883008
oder per E-Mail: spende-katzengnadenhof@web.de

Autor:

Antje Clara Bücker aus Haltern

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