ajuda startet Spendenaktion - Interessierte können Lebensmittelkörbe spenden
Satte Weihnachten in der Coronakrise schenken

Haltern. Bereits zum siebten Mal möchte der Halterner Verein „ajuda – Hilfe für Kinder in Brasilien“ mit der Unterstützung aus der Bevölkerung bis Heiligabend Lebensmittelpakete für Familien im nordostbrasilianischen Crato schnüren – in diesem Jahr unter den erschwerten Bedingungen einer globalen Pandemie, die besonders die Ärmsten der Armen hart getroffen hat und immer noch trifft. Eine sogenannte „Cesta Básica“ beinhaltet wichtige, regionaltypische Grundnahrungsmittel wie Milch, Öl, Margarine, Reis und Bohnen.

Eine vierköpfige Familie kann sich einen Monat lang davon ernähren – bis vor kurzem noch für umgerechnet 12,50 Euro. Aufgrund dramatisch ansteigender Lebensmittelpreise müssen nunmehr  25 Euro veranschlagt werden. Ab sofort können Interessierte diese Pakete spenden. Auf der Website www.ajuda-hilfe.de lässt sich nachverfolgen, wie viele Pakete bereits zusammengekommen sind.
Das Jahr 2020 wird sicherlich ein Jahr sein, das in die Geschichte eingeht. Die Corona-Pandemie ist ein globales Ereignis, das die gesamte Welt erfasst hat und keine geographischen, politischen oder sozialen Grenzen kennt. Selten waren die Menschen so verunsichert, die Lage so unklar und unplanbar, die Wirtschaft so fragil und aus den Fugen; die psychologische, soziale und ökonomische Belastung derart hoch. Alle sind von dieser Krise erfasst, aber natürlich auch unterschiedlich stark betroffen. Das gilt für Deutschland, Europa und die Welt. In Brasilien hat die Coronakrise ganz besonders schwere Auswirkungen. Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen mittlerweile unter 20.000 pro Tag liegt, hat Brasilien nach den USA und Indien die meisten Corona-Infektionen weltweit und verzeichnet nach den USA mit derzeit 170.000 die zweithöchste Zahl der in Verbindung mit Corona registrierten Todesfälle (Stand: Ende November 2020). „Die tatsächlichen Zahlen dürften in Brasilien noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind“ berichtete das ZDF im Oktober. Bilder aus der Stadt Manaus sind Beleg genug dafür. Zu tausenden mussten Menschen in Massengräbern verscharrt werden. Manaus gilt als erste und vermutlich einzige Stadt weltweit, in der unfreiwillig eine Durchseuchung von über 60% der Bevölkerung mit den entsprechenden Kollateralschäden stattgefunden hat. Schon im Juni schrieb eine Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung: »Das Land rast auf den Abgrund zu. ...Und das Tragische ist, dass der offen rechtsradikale Präsident Jair Bolsonaro ohne Kurs in der Krise irrlichtert. Anfangs beschrieb er COVID-19 als »Grippchen«, dann verschliss er zwei Gesundheitsminister binnen 29 Tagen, zu allem Überfluss deklarierte er Fitnessstudios und Schönheitssalons als systemrelevant. Laut Regierungsangaben und auf Twitter vermeldet hat sich der Präsident selbst mit Corona infiziert und posiert ähnlich wie Donald Trump als der starke Mann, dem dieses Virus nichts anhaben kann.“
Ajudas Projektpartner in Rio de Janeiro und Crato berichten natürlich anders. Die Menschen wohnen mit Großfamilien in kleinen Behausungen. In Rio leben bis zu 50.000 Menschen auf einem Quadratkilometer. Viele haben Ihre Arbeit verloren, der informelle Sektor bricht vielerorts zusammen und es mangelt akut an Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Die Leute werden zu Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen aufgefordert. Das Problem ist, dass der Großteil der Bevölkerung gerade in unseren Projektregionen keinem festen Arbeitsverhältnis nachgeht. Was machen Tagelöhner oder Honorarkräfte? Sie gehen auf der Suche nach Einkommen auf die Straße und bringen damit sich und die Gesellschaft in Gefahr. Die Alternative: sie und ihre Familien hungern. Gespendete Lebensmittelkörbe können diese Not abmildern und nicht nur satte Weihnachten sondern auch ein Fest mit minimiertem gesundheitlichen Riskio bescheren. Ajudas Partner versuchen in den Vierteln über COVID-19 aufzuklären und die Bewohner mit dem Nötigsten zu versorgen. Mit der Kampagne »Wer Hunger hat, hat es eilig« werden bereits seit April Lebensmittelpakete gesammelt und verteilt. Zu Weihnachten möchte Ajuda nun zum Jahresende noch einmal die schlimmsten Engpässe auffangen.

Spendenkonto
IBAN: DE09 4265 1315 0007 0054 73
BLZ: 42651315
Stadtsparkasse Haltern am See
Verwendungszweck: Cesta Basica

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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