Das Humberghaus ist eröffnet - Geschichtsort in Dingden

neu gestaltete Straßenfront mit dem Humberghaus
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  • neu gestaltete Straßenfront mit dem Humberghaus
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Mit einem Festakt wurde am 8. Juni 2012 das Humberghaus offiziell eröffnet. Zahlreiche Ehrengäste konnte der Heimatverein begrüßen. Eckhard Uhlenberg, Vizepräsident des NRW-Tandtages hielt den Einführungsvortrag. Ca. 160 Gäste nahmen am Festakt teil.

Nach einem Brand 1837 wurde das Haus wieder aufgebaut. Seit 1882 lebten hier Abrahem und Rosalia Humberg mit ihren sieben Kindern. Sie führten erfolgreich sowohl einen Viehhandel, Metzgerei und auch ein Textilgeschäft.

Die jüdische Familie war sehr gut in das Dorfleben integriert, sie waren Mitglied im Schützenverein, bei der Feuerwehr und auch im Kriegerverein. Zwar wurde das Haus nach der Reichspogromnacht verwüstet, dennoch ist vielen erhalten geblieben: originale Wand- und Bodenfliesen, Wandbemalungen, Spuren einer Mesusa und vieles mehr. Glanzlicht der Ausstellung ist die Mikwe, ein jüdisches Tauchbad das der rituellen Reinigung diente. Teile der Einrichtung, wie das Fahrrad, mit dem Ernst Humberg die Flucht in die Niederlande gelang, wurden von den Nachfahren zur Verfügung gestellt.

Zur großen Eröffnung des Hauses kam Ruth Muscovitch, Tochter von Ernst Humberg, mit ihrer Tochter Susan nach Dingden. Weitere Gäste aus Kanada waren Marvin und Leonard Terhoch, Urenkel von Rosalia und Abraham Humberg. Erstmals konnten sie das frisch renovierte Haus bestaunen. Mit Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland, der NRW-Stiftung, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, der Bezirksregierung Düsseldorf, der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, der Verbandssparkasse Wesel, der Stadt Hamminkeln sowie vielen weiteren privaten Unterstützern konnte ein Projekt realisiert werden, das landesweit wohl einmalig ist.

Der Geschichtsort erinnert an die jüdischen Familien in Dingden. Das Leben der Familie, ihre Arbeitswelt, die Stellung um Dorf, ihr religiöses Leben, ihre Ausgrenzung und ihr Schicksal während der NS-Zeit, aber auch die Emigration und das Leben der Nachfahren in Kanada werden hier eindrucksvoll erzählt.

Wer das Haus besichtigen möchte hat jedem Mittwoch und jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr dazu Gelegenheit. Selbstverständlich sind auch Gruppenführungen nach Vereinbarung außerhalb dieser Zeiten möglich. Kontakt: 02852-96350 oder E-Mail: info@humberghaus.de. Weitere Infos auch im Internet: www.humberghaus.de

Autor:

Sven Joosten aus Hamminkeln

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