Unterricht im Lockdown an der Gesamtschule Hamminkeln
Lernen auf Distanz so persönlich wie möglich

Digitaler Unterricht: Der Lehrer sitzt im leeren Klassenzimmer und spricht in die Kamera zu seinen Schülern, die von Zuhause zugeschaltet sind.
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  • hochgeladen von Denise Brücker

Schule wird in diesen Zeiten auf einen harten Prüfstand gestellt. Die Vermittlung von Wissen ist auf die Eins-zu-eins-Situation ausgerichtet. Das ist sowohl von den Schülern als auch von den Lehrern gelernt. Beide Seiten müssen sich während des Lockdowns an die digitale Umgebung gewöhnen. Die Gesamtschule Hamminkeln geht den Weg, das Lernen auf Distanz so persönlich und differenziert wie möglich zu gestalten. Konkret bedeutet das Lerngruppen und Moodle.

Moodle ist eine Lernplattform, die an Schulen, aber auch an Universitäten genutzt wird. 2002 entwickelt, stellt Moodle ein ausgereiftes, auf die Anforderung Lernen durchdachtes System dar. Lehrer Sebastian Altenhoff hatte Schulleiterin Anette Schmücker bereits direkt nach seiner Anstellung vor sieben Jahren auf diese Lernplattform aufmerksam gemacht, die er aus Studienzeiten kannte. Seitdem arbeitet die Schule damit und „wir profitieren jetzt sehr stark davon“, sagt Schulleiterin Schmücker. Moodle stellt virtuelle Kursräume zur Verfügung, in die die Lehrer Unterrichtsmaterialien und Aufgaben einstellen und die die Schüler direkt im Portal bearbeiten können. Die Kurse sind geschlossen, nur für die definierte Klasse zugänglich und einsehbar. Tests sind über Moodle ebenso möglich wie der persönliche Austausch zwischen Lehrern und Schülern, auch Videokonferenzen finden über das Portal statt.

Der Kontakt zu jedem Schüler sei, so betont Schulleiterin Schmücker, besonders wichtig. „Uns fehlt online die Möglichkeit, in die Gesichter der Schüler zu blicken, wie es im Unterricht stattfindet“, erläutert sie, um sehen zu können, wo es noch hakt oder ob alles verstanden wurde. Daher setzt die Schule auf halbe Klassenstärken in den Videokonferenzen, um einen besseren Bezug zwischen Schülern und Lehrern herstellen zu können. Der Stundenplan ist so aufgestellt, dass die Hälfte einer Klasse jeweils online unterrichtet wird und die andere Hälfte eine entsprechende Lernzeit Zuhause hat. Das geschieht im Wechsel und jahrgangsstufenabhängig konzipiert.

Aber auch die technischen Gegebenheiten machen halbe Klassenstärken in den Webinaren erforderlich: Der Gesamtschule stehen für 970 Schüler 400 Moodle-Lizenzen zur Verfügung.

Gleiche Voraussetzungen schaffen
Damit grundsätzlich so viele Schüler wie möglich auch die Möglichkeit bekommen, digital Zuhause unterrichtet werden zu können, denn laut Anette Schmücker gibt es Familien, die die Möglichkeiten dazu nicht haben, stellt die Stadt ab der kommenden Woche Tablets für bedürftige Kinder zur Verfügung, wie Bürgermeister Bernd Romanski versichert. Die Lehrer der Gesamtschule sind ausgestattet und Ziel ist es, die komplette Schülerschaft mit Tablets auszurüsten.

Ausschließlich digital geht aber nicht. „Wir haben Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen an der Schule“, erklärt die Schulleiterin. Für sie ist der Unterricht mittels Videocalls und Onlineplattform mitunter nicht geeignet und so werden für sie die Unterrichtsmaterialien – je nach Bedarf – in anderer, zum Beispiel in Papierform zusammen- und zur Verfügung gestellt.

Die Herausforderungen des Lockdowns für den Schulalltag sind vielschichtig und so geht es darum, gemeinschaftlich daran zu arbeiten, „dass alle eine Möglichkeit haben, teilzuhaben“, wie Bürgermeister Romanski es auf den Punkt bringt.

Autor:

Denise Brücker aus Hamminkeln

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