Das Bien

Friedlich: Hunderte von Bienen während der Honigprodukton.
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  • Friedlich: Hunderte von Bienen während der Honigprodukton.
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Nein, kein Schreibfehler. Bei Honigbienen spricht man vom Bien als einem Lebewesen. Denn: Honigbienen leben im Kollektiv und sie brauchen das Kollektiv. Weder eine Königin noch ihre Arbeiterinnen oder die männlichen Bienen, die Drohnen, können ohne das Volk überleben. Alle sind voneinander abhängig, jeder hat seine Aufgabe. Faszinierend.

Eine Bienenkönigin legt im Sommer bis zu 2.000 Eier am Tag. Eine Höchstleistung. Sie lebt bis zu vier Jahre und sorgt über Duftstoffe fortwährend dafür, dass es im Stock harmonisch zugeht. Und ihre Arbeiterinnen sorgen dafür, dass es ihr gut geht. Sie bringen ihr und der Brut Futter, sammeln, was das Volk fürs Überleben braucht: Nektar, Honigtau, Pollen, Wasser und Baumharze. Außerdem reinigen, desinfizieren und lüften sie den Stock, bauen Waben. Im Winter sorgen sie für die überlebensnotwendige Wärme. Sie fliegen dann nicht mehr aus und bilden eine Traube, in der Mitte ihre Königin. Die Bienen am äußeren Rand erzeugen durch Vibrieren ihrer Muskulatur Wärme. Sie routieren. Bienen von innen wechseln nach außen. So wird ein Auskühlen von Einzelnen verhindert, die erforderliche Temperatur im Stock gewährleistet – immer mindestens 25 Grad im Inneren der Traube. Die Bienen brauchen nun das Futter, das sie im Sommer und Herbst in den Futterwaben abgelagert haben. Zu dieser Zeit sind keine Drohnen im Stock. Sie werden nur zeitweise benötigt – zur Begattung. In der Vermehrungsphase des Bienenvolks fliegen sie regelmäßig aus, um nach begattungsfähigen Bienenköniginnen zu suchen. Ist ihre Arbeit getan, nach der Sommersonnenwende, findet die sogenannte Drohnenschlacht statt. Die Arbeiterinnen füttern die Drohnen nicht mehr, zerren sie aus dem Stock und lassen Drohnen, die von ihren Flügen zurückkehren, nicht mehr in den Bienenstock.

Das Bienenvolk ist eine beeindruckende Einheit: organisiert und überaus fleißig. Eine Honigbiene kann bis zu 4.400 Blüten pro Tag bestäuben. Für ein Glas Honig fliegt sie dreimal um die Erde. In Deutschland bestäuben die Bienen rund 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen. Umso besorgniserregender ist die Tatsache, dass weltweit immer mehr Populationen sterben. In den letzten Jahren verzeichnete man in Europa einen Rückgang der Bienen von circa zehn Prozent, in den USA von 30 und im Nahen Osten sogar von 85 Prozent. In Teilen Chinas sind die Bienen bereits gänzlich verschwunden. Dort bestäuben Menschen die Blüten von Hand.

Warum die Bienen sterben, weiß man nicht, man kann nur spekulieren. Aber was man tun kann: imkern. Das sollte man jedoch lernen. Imkervereine bieten Kurse und Betreuung an für den richtigen Umgang mit Bienen. Denn das geht nicht einfach so. Ein Imker hat eine Verantwortung seinen Bienen gegenüber, er muss sein Volk pflegen, es verstehen und behandeln können. Gegen die Varroamilbe zum Beispiel. Sie wurde vor Jahren vom Menschen eingeschleppt und ist zu einer ernsten Bedrohung für die Bienenvölker geworden. Und wer imkern möchte, muss sein Vokabular erweitern: Es geht um Beuten, Zargen, Rähmchen, Betriebsweisen, Bienenflucht, Brutraum, Smoker und co. Aber die Theorie ist leicht gelernt. Wichtiger sind ein Gespür und Auge für die Umwelt: Ein Imker muss sich nach der Natur richten, nach Blütenstand und Wetter. Und diese Praxis üben immer mehr aus: Laut Deutschem Imkerbund geht die Anzahl der Imker in Deutschland seit Jahren bergauf. Auf dass es so weiter geht!

Autor:

Denise Brücker aus Hamminkeln

Webseite von Denise Brücker
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