Sorge um personelle Einsparungen bei der Kreispolizei Wesel

Anzahl der Straßenraubdelikte und der Betrugsdelikte sowie die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruchsdiebstählen stellen Problemfelder im Kreis Wesel dar

Mit großer Sorge nahmen die Kreistagsabgeordneten Bernhard Borgers und Udo Bovenkerk sowie die Junge Union Hamminkeln das Schreiben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Kreisgruppe Wesel zur Kenntnis.

Zu allererst ist jedoch festzuhalten, dass die Beamtinnen und Beamten der Kreispolizeibehörde Wesel gute Arbeit leisten.

Die Kriminalitätsstatistik aus dem Jahre 2012 zeigt, dass der Kreis Wesel im Bundesdurchschnitt bei der Gesamtzahl der Straftaten liegt.

Die Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) zeigt, dass Wesel mit einer Zahl von 7378 im Jahre 2012 (im Vergleich 7409 in 2011) deutlich unter dem Landesdurchschnitt 8510 in 2012 (im Vergleich 8470 in 2011) und mit 7328 im Bundesdurchschnitt aus dem Jahre 2011 liegt.

Mit großer Freude nahm der Vorsitzende der JU Hamminkeln auch zur Kenntnis, dass die Anzahl der Delikte die durch Kinder, Jugendliche und Heranwachsende (8-21 Jahre) seit 2007 (Höhepunkt mit 3960 Delikten) kontinuierlich sinkt. Betrug die Anzahl der Delikte im Jahre 2011 noch 3134, so ist die Zahl im Jahre 2012 weiter auf 3078 Delikte gesunken.

Auch die Anzahl der Intensivtäter (Mehrfach- und Serientäter zwischen 8 und 21 Jahren) ist von 290 Intensivtätern im Jahre 2007 auf 111 Täter im Jahre 2012 gesunken.

Gerade im Bereich der Jugendkriminalität ist eine langfristig orientierte Präventionsarbeit der richtige Ansatz. Langfristige Hilfe, statt kurzes Wegsperren, nur so kann nach der Ansicht des JU-Vorsitzenden die Jugendkriminalität wirksam und dauerhaft bekämpft werden.

Doch die Kriminalitätsstatistik verdeutlicht auch die Schwachstellen der Polizeiarbeit im Kreis Wesel.

Während die Aufklärungsquote aller Delikte in NRW im Jahre 2012 bei 49,1 % liegt, beträgt die Quote in Wesel lediglich 47,1%. Zum Vergleich: Die bundesweite Aufklärungsquote betrug im Jahre 2011 54,7%.

Die Aufklärungsquote im Kreis Wesel muss wieder auf über 50% und damit auf den Stand von 2008 gesteigert und langfristig gehalten werden, so der JU-Vorsitzende.

Sorgen bereitet dem Kreistagsabgeordneten Udo Bovenkerk die negative Entwicklung bei der Aufklärung von Wohnungseinbrüchen.

Während die Aufklärungsquote aller Wohnungseinbruchsdiebstähle in NRW im Jahre 2012 bei 13,8 % liegt, beträgt die Quote in Wesel lediglich 9,82%. Zum Vergleich: Die bundesweite Aufklärungsquote betrug im Jahre 2011 16,2%. Auch im Kreis Wesel selbst lag die Aufklärungsquote mit 12,51 % im Jahre 2011 noch deutlich höher.

Udo Bovenkerk sieht hier besonderen Handlungsbedarf, denn solche Angriffe auf den persönlichen Lebensraum verunsichern die Hamminkelner Bürger stark.

Zur Verunsicherung trage auch die von 259 (im Vorjahr) auf 312 gestiegene Anzahl der Raubdelikte bei, so der Kreistagsabgeordnete Bernhard Borgers. Insbesondere der Anstieg der Straßenraubdelikte, welche von 120 Taten in 2011 auf 174 Taten gestiegen sind, müssen konsequent verfolgt werden. Ferner muss durch vermehrte Präsenz auf den Straßen, diesem Trend entgegengewirkt werden, so Borgers.

Handlungsbedarf sieht der JU-Vorsitzende, auch im Bereich der häuslichen Gewalt. Während im Jahre 2005 lediglich 347 Fälle angezeigt wurden, waren es in der Spitze in 2011 729 Anzeigen und in 2012 mit 715 Anzeigen immer noch deutlich zu viele.

Auch der Anstieg der Betrugsdelikte von 4292 in 2010 auf 5065 in 2012 zeigt einen weiteren handlungsbedürftigen Bereich auf.

Vor diesem Hintergrund sind sich die Kreistagsabgeordneten und der JU-Vorsitzende einig, dass es keine weiteren personellen Einsparungen bei der Kreispolizeibehörde geben darf.

Zumindest muss aber eine Reduzierung des Sicherheitsstandards durch die geringen Neueinstellungen von Polizeibeamten verhindert werden, indem die Polizeibeamten mit so genannten Verwaltungsassistenten von Routineaufgaben entlastet werden. So stehen den Polizeibeamten mehr Kapazitäten für ihre eigentlichen Aufgaben zur Verfügung.

Aufgrund der geringen Neueinstellungen befürchtet der GdP Kreisvorsitzenden Uwe Melchers am Ende sogar die Schließung einzelner Wachen im Kreis Wesel.

Die Polizeiwache in Hamminkeln ist für das Sicherheitsgefühl der Hamminkelner Bürger elementar, aus diesem Grunde ist der Erhalt der Wache alternativlos, so Bovenkerk.

Es liegt in dem Verantwortungsbereich des Landrates als Leiter der Kreispolizeibehörde, sich bei der Landesregierung für den Erhalt und eine angemessene personelle Ausstattung aller Polizeiwachen Kreis einzusetzen, so der stellvertretende JU-Kreisvorsitzende Tim Rathner.

Um ihren Anliegen Nachdruck zu verleihen, haben die Verfasser einen Antrag an die CDU-Ratsfraktion gestellt, welche zur Einbringung einer Resolution „Für ein sicheres Hamminkeln“ in den Rat der Stadt Hamminkeln auffordert.

Ferner wurde über die Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Marie Luise Fasse eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt.

Autor:

Tim Rathner aus Hamminkeln

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