Windenergie: Transparenz ist Schlüssel für Akzeptanz

Über 100 Zuhörer folgten dem Vortrag von Klaus Schulze Langenhorst.
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Die Sitzplätze im Hamminkelner Bürgerhaus Friedenshalle haben nicht ausgereicht: Bis kurz vor Veranstaltungsbeginn wurden Stühle in den Saal getragen, damit alle interessierten Besucher Platz fanden. Weit über 100 Personen waren der Einladung des CDU-Stadtverbands gefolgt, um sich über Windenergie zu informieren.

Anlass dafür ist die geänderte rechtliche Lage nach der Energiewende. Der Anteil der Erneuerbaren Energien soll von heute 20 Prozent auf 35 Prozent im Jahr 2030 steigen. „Auf dieses wichtige und zugleich komplexe Thema wollen wir uns ordentlich vorbereiten“, beschrieb CDU-Vorsitzender Norbert Neß die Motivation seiner Partei, eine öffentliche Info-Veranstaltung auszurichten. Viele Zuhörer beteiligten sich lebhaft an der Diskussion. Auch Vertreter anderer politischer Parteien waren der CDU-Einladung gefolgt.

In den kommenden Wochen wird die Energiewende in Hamminkeln konkret: Dann wird die Stadtverwaltung im Planungsausschuss über neue, zusätzliche Flächen für Windräder sowie bereits vorliegende Anträge von Investoren informieren. „Darauf müssen wir uns gut vorbereiten“, sagte Neß: „Wir machen das in öffentlichen Veranstaltungen und nicht im Hinterzimmer.“ In einer weiteren Veranstaltung am Donnerstag, 22. März 2012 (19.30 Uhr, Bürgerhaus Loikum) wird der CDU-Europa- und Energiepolitiker Herbert Reul zu Gast sein und gemeinsam mit weiteren Fachleuten über die Konsequenzen aus der Energiewende informieren.

Den Auftakt machte nun zunächst der stellvertretende Landesvorsitzende des Bundesverband Windenergie, Klaus Schulze Langenhorst. Sehr ausführlich beschrieb er illustriert durch Folien die Chancen und Möglichkeiten dieser Energieform. Zur Vorbereitung auf seinen Hamminkelner Vortrag hatte er das Stadtgebiet einmal oberflächlich untersucht – mit dem Ergebnis, dass die prinzipiell zur Verfügung stehenden Gebiete auch aufgrund der relativ dichten Besiedlung im Außenbereich eng begrenzt seien. Zudem müssten die Erfordernisse des Naturschutzes beachtet werden, so zum Beispiel das Vorkommen des Großen Brachvogels in der Dingdener Heide. Als „schwierigen Spagat für die Grünen“ beschrieb Schulze Langenhorst die Situation, in der sich hier im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und alternativer Energie vor allem die Öko-Partei befinde.

Ein Schlüsselthema sei aus seiner Sicht die Akzeptanz der neu zu errichtenden Windräder. Investoren könnten hier bereits im Vorfeld jede Menge tun, indem sie beispielsweise Nachbarn an der Rendite beteiligen und Teile des Gewinns in eine Stiftung fließen lassen, die wiederum Projekte in der Kommune unterstützt. Auf dem Hintergrund der heute gezahlten Vergütungen durch die sogenannte EEG-Umlage seien aus Sicht des Verbandsfunktionärs für Investoren Verzinsungen von über sechs Prozent zu erzielen. Kritische Nachfragen thematisierten die optischen und akustischen Belästigungen der Nachbarn sowie die Gefahren durch Eiswurf.

CDU-Vorsitzender Norbert Neß unterstrich in seiner Zusammenfassung nach gut zweistündiger, intensiver Debatte: „Akzeptanz gelingt durch Transparenz. Investoren müssen über ihre Vorhaben genau aufklären. Wir wollen in Hamminkeln keine Finanzhaie, keine Anlagespekulanten und keine skrupellosen Goldgräber.“ Gleichwohl sei aber auch klar, dass Hamminkeln „keine Insel der Glückseligen sei.“ Windräder seien nicht schön, aber: „Auch unsere Stadt muss einen Beitrag zur Energiewende leisten.“

Autor:

Norbert Neß aus Hamminkeln

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