Update: Neue Nachrichten von Atlantiksegler Martin Daldrup
Supermarkt auf Martinique: "Der geforderte Mindestabstand zwischen den Einkaufenden beträgt 1 m."

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Atlantiksegler Martin Daldrup schickt einen neuen Post:

M Jambo Sailing ist in Le Marin.
22. März um 16:51 ·
Uns geht es vergleichsweise gut!

Wir liegen nun schon 5 Tage hier vor Anker. Auf Martinique herrscht wie in ganz Frankreich Ausgangssperre und Yachten sind festgesetzt. Aber wir haben nach wie vor Zugang zur Tankstelle für Wasser und Diesel und dürfen auch zum Supermarkt. Dafür habe ich mir eine handschriftliche Ausgangserlaubnis auf französisch erstellt nach Vorlage der Behörden.

Die letzten Tage haben wir genutzt, um uns zu verproviantieren. In den Supermarkt Leader Price kommt man nur in kleinen Gruppen hinein und manchmal muss man über eine Stunde warten bis man dran ist. Am Eingang werden bei jedem die Hände und die Griffe des Einkaufswagens desinfiziert. Der geforderte Mindestabstand zwischen den Einkaufenden beträgt 1 m. Das Personal trägt überwiegend Mundschutz und Handschuhe. An der Kasse wird nach jedem Kunden der Kassenbereich einschließlich Band desinfiziert. Genauso wie wir haben die Menschen bisher so viel eingekauft wie sie konnten.

Nach etwa 7 Tagen der Hamsterkäufe halten sie hier tatsächlich die Regale voll. Das ist für mich fast unglaublich! Es könnte tatsächlich sogar gut vorbereitet gewesen sein. Zumindest hat man das gute Gefühl, dass es keine Engpässe zu geben scheint. Ich denke, in der nächsten Woche normalisiert sich das Kaufverhalten. Wir haben auch mehr als reichlich Toilettenpapier an Bord 😁 und nutzen immer noch das Papier, welches ich auf Lanzarote gekauft hatte. Tja, wir Deutschen! 😂

Obwohl wir hier vor Anker festsitzen und uns nicht frei bewegen können, hatten wir in den letzten Tagen keine Langeweile, da die Einkäufe sehr zeitintensiv waren. Auch haben wir hier auf Martinique EU-Roaming und mobile Daten, was für uns gerade in der jetzigen Situation ganz wichtig ist, um mit den Lieben daheim und mit der Community in Kontakt zu bleiben und natürlich auch um aktuelle Entwicklungen verfolgen zu können. So konnten wir uns z. B. auch die Rede der Bundeskanzlerin anhören. Wir telefonieren sehr viel, schreiben und recherchieren im Internet.

Die Bucht hier wirkt sehr ruhig. Kontakte zwischen den Schiffen sind eher selten. Vereinzelt pendeln Yachten zwischen Ankerplatz und Tankstelle. Es ist anders als sonst, kein lebhaftes Treiben, keine SUP-Fahrer, kein Gelächter von Nachbarschiffen. Es wirkt surreal.

Aber wie gesagt uns geht es gut, das Wetter ist schön und die Temperaturen sind mit 27/28 Grad auch sehr angenehm. Abends gehen wir immer eine Runde schwimmen.

Wie geht es nun weiter? Anke‘s Rückflug ist für den 10. April angesetzt. Ob der Flieger gehen wird und sie dann nach Hause kommt, kann zum jetzigen Zeitpunkt wohl niemand sagen. Ich tendiere immer noch dazu, mit der Jambo nach Deutschland zurücksegeln.

In den letzten Tagen hat sich hier in der Karibik eine WhatsApp-Gruppe gebildet, wo sich rückreisewillige Segelyachten austauschen und in eine Liste eintragen. Kevin leitet die Gruppe und ist schon in Kontakt mit dem Maritimen Sicherheitszentrum in Cuxhaven. Wer noch dazukommen möchte, kann mir eine kurze Email mit der Telefonnummer schreiben (mjambo@t-online.de).

Mein Plan ist es, Mitte Mai hier den Anker aufzuholen und die Rückfahrt anzutreten. Ich stelle mich auf den schlechtesten Fall ein, nirgendwo anlegen zu dürfen und mich aus den 12-sm-Zonen heraushalten zu müssen. Denn wer weiß, was noch kommt. Das würde bedeuten, von hier westlich an den Azoren vorbei Richtung Hebriden zu segeln, danach nördlich an Schottland vorbei und dann auf südöstlichen Kurs Richtung Deutsche Bucht, um dann dort einzuklarieren, wo man vom MSC hingeleitet wird, dort ggf. in Quarantäne gehen und hoffentlich einen Liegeplatz zu bekommen. Das wären ca. 4500 bis 4800 sm und etwa 40 Tage. Aber die Reisezeit ist statistisch gesehen günstig.

Aber das wäre wirklich der schlechteste Fall und notfalls segelt natürlich Anke auch mit, falls sie per Flugzeug nicht nach Hause kommt.

Noch kann man sich auf den Azoren verproviantieren, wenn man einen Lieferdienst in Anspruch nehmen kann, einreisen geht jedoch nicht. Noch kann man wohl durch den englischen Kanal fahren, wenn man nirgendwo anlegt. Noch dürfen wohl die meisten Yachten zumindest in ihre Heimatländer einfahren. Aber was in 2 bis 3 Monaten sein wird, kann heute wohl niemand sagen. Die Situation kann besser sein, aber auch schlechter.

Hier auf Martinique zu bleiben, ist keine Option, da man nicht vor den Hurrikans geschützt ist und ab Juli geht’s schon los. Ob man in den „Hurrikan Holes“ unterkommen kann und die Einreise dort erlaubt sein wird, kann man jetzt auch nicht sagen.

Wir warten es nun erst einmal hier ab und werden noch etwas Proviant kaufen. Das meiste haben wir schon und es würde schon reichen. Nur für den Fall, dass Anke mit mir segelt, fehlt noch ein wenig.

Aber wir sind nicht allein und die gute Vernetzung ist in diesen Tagen nicht nur hilfreich sondern kommt einem schon fast schon existenziell vor.

Herzlichen Dank an alle für die fantastische Unterstützung und all die guten Wünsche! Bleibt gesund! Liebe Grüße von Anke und Martin😁⛵️⛵️

Autor:

Lokalkompass Kreis Wesel aus Wesel

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