Ein Beitrag zum Artikel von Daniel Schröder, - Worte grenzen aus -, Rollstuhlfahrer aus Hamminkeln.

Zuerst möchte ich Herrn Daniel Schröder in allen Punkten zustimmen. Denn auch ich weiß, wovon er redet.
Ich selber sitze seit 1990 wegen einer Querschnittlähmung im Rollstuhl.
Ich bin schon so oft angepöbelt und beschimpft worden, das ich es garnicht mehr zählen kann. Am Schlimmsten ist es von Menschen angepöbelt zu werden, die ungefähr gleichaltrig sind mit mir. Z.B. eine Begebenheit, die sich vor cirka 5 Jahren zugetragen hat. Ich befuhr mit meinem Elektrorollstuhl die Apollopassage, als sich im Gang vor früher REWE ein Hinderniss in Form einer fünfköpfigen Menschengruppe auftat. Es waren Männer im Alter zwischen 65 und 75 Jahren.
Leider kam ich mit meinem E-Rollstuhl nicht an ihnen vorbei und bat darum etwas Platz zu machen, damit ich vorbei fahren konnte. Einer der Männer drehte sich zu mir um und sagte:" Was willst du denn, bei Adolf währst du schon lange weg."
Das habe ich bis heute nicht richtig verkraftet.
Bestohlen hat man mich auch schon. Meine Frau hatte mich zum Einkaufen geschickt. Als ich nach Hause kam, sagte meine Frau zu mir:" Wo hast du denn den Einkauf gelassen?" Ich sagte:" Hinten im Netz, am Rollstuhl !" Meine Frau sagte:" Da ist aber nichts !" Da hatte man mir doch tatsächlich die Einkaufstasche samt Inhalt aus dem Netz am Rollstuhl gestohlen.
Am Schlimmsten ist die Gleichgültigkeit und Vergesslichkeit der Menschen. Vor allen Dingen derjenigen denen man irgendwann einmal in irgendeiner Sache mit Rat und Tat geholfen hat. Um einen herum tobt das Leben, aber als behinderter Mensch wird man immer einsamer. Da gibt es viele Gründe. Aber ich bin es satt darüber zu reden. Auch weil mir mittlerweile die Energie dazu fehlt.
Mein bester Freund ist mein Hund.....

Autor:

Harry Langschmidt aus Hamminkeln

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