Nachgefragt in Hattingen und Sprockhövel
769 Asylbewerber im EN-Kreis sind ausreisepflichtig

In den Jahren 2015 bis 2017 waren deutlich erhöhte Zahlen von Neuzugewanderten nach Deutschland zu verzeichnen. Dazu zählen geflüchtete Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten ebenso wie Zugewanderte aus EU-Staaten und aus weiteren Ländern außerhalb der Europäischen Union und der Krisengebiete. Inzwischen ist die Zahl der Asylbewerber weiterhin rückläufig.

321 Asylbewerber in Hattingen – 173 in Sprockhövel

Wurden in Hattingen im Januar 2020 noch 313 Personen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) unterhalten, gibt es hier im Juli 2020 mit 321 Personen eine leichte Steigerung.
In Sprockhövel waren es im Januar 2020 noch 173 Personen, im Juli wurden 161 Personen nach dem AsylbLG geführt, 12 Personen weniger. In diesen Zahlen enthalten sind auch 14 (im Januar) und 10 Personen im Juli, die inzwischen Leistungen nach dem SGB-II beziehen und nicht mehr in Sammelunterkünften, sondern in städtischem Wohnraum leben.

Corona: Abschiebungen verzögern sich

Ausreisepflichtig aus dem EN-Kreis sind derzeit 769 Personen, da ihr Antrag auf Asylberechtigung, Flüchtlingsschutz und subsidiären Schutz abgelehnt wurde und kein Abschiebungsverbot bestand. Diese Personen wohnen in der Regel in Gemeinschaftsunterkünften und müssen regelmäßig ihre Duldung verlängern.
33 Personen wurden im Jahre 2019 und 6 Personen wurden im ersten Halbjahr 2020 aus dem EN-Kreis abgeschoben bzw. in einen Mitgliedsstaat der EU überstellt, teilte die Pressestelle des EN-Kreises jetzt auf Nachfrage mit.
Da jeder Einzelfall sehr individuell zu betrachten ist, kann nicht gesagt werden, ob überhaupt und in welchem Zeitraum die abgelehnten Personen aus Deutschland ausreisen, gerade jetzt auch unter Corona-Bedingungen, wo die Flugverbindungen deutlich reduziert sind, erfuhr der STADTSPIEGEL von den Sachbearbeitern aus den Städten.

NRW-IM Reul sieht Handlungsbedarf

Auch wenn die Straftaten in NRW im letzten Jahr weiter rückläufig sind, sieht NRW-IM Herbert Reul die Entwicklung im Bereich der Ausländerkriminalität kritisch. Von den 447.847 Tatverdächtigen im vergangenen Jahr hatten 154.389 Menschen keinen deutschen Pass. Das waren rund ein Drittel aller Tatverdächtigen. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung im Land beträgt aber lediglich 13,3 Prozent, so der Innenminister.
Der Anteil der Zuwanderer - also Asylbewerber, Asylberechtigte, Menschen, die geduldet sind und Kontingentflüchtlinge - an den Tatverdächtigen insgesamt beträgt 2019 8,5 Prozent. Bei der Gewaltkriminalität beträgt ihr Anteil sogar rund 12,7 Prozent, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur bei etwa 2,5 Prozent liegt.
„Diese Daten sind Grundlage für polizeiliches Handeln. Und wir brauchen sie, um eine gesellschaftliche Debatte darüber zu führen, was wir tun können, damit sich dieses Missverhältnis ändert. Da geht es um Strafverfolgung und Druck, aber auch um Integration, Sozialisation, Bildung und Teilhabe. Wer diese Daten aber heranzieht, um gegen Ausländer zu hetzen, wer sie nutzt, um Hass und Vorurteile zu bestärken, sollte sich schämen“, so NRW-IM Herbert Reul im Frühjahr bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik.

Autor:

Hans-Georg Höffken aus Hattingen

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