Hattingerin verurteilt
Seniorin abgezockt – 2 Jahre Haft für 56-jährige „Betreuerin“

Eine 56-jährige Hattingerin wurde heute am Ende des zweiten Verhandlungstages wegen Betruges zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Sie hatte das Vertrauen einer Seniorin schamlos ausgenutzt und diese um etwa 20.000 Euro "erleichtert", davon waren Staatsanwaltschaft und Richter*innen überzeugt.
Der STADTSPIEGEL berichtete bereits am 12. Mai über den ersten Verhandlungstag gegen die 56-jährige Hattingerin. Das heutige Strafmaß der Richter*innen des Hattinger Schöffengerichtes ging noch über den Strafantrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Staatsanwältin Spengler und die Richter*innen des Schöffengerichtes sahen es als erwiesen an, dass sich die 56-jährige Angeklagte das Vertrauen einer 79-Jährigen erschlichen und mit deren Bankkarte und PIN vor zwei Jahren 20.650 Euro unbefugt abgehoben hatte.
Als die Geschädigte, eine heute 79-jährige Hattingerin, vor zwei Jahren Hilfe im Haushalt benötigte, engagierte sie und erhielt über eine Seniorenbetreuung die Angeklagte als „Entlastungskraft“ für nichtpflegerische Tätigkeiten. Zwischen der Angeklagten, die dann 12 Stunden wöchentlich für diese Tätigkeit über die Seniorenbetreuung gebucht war und entlohnt wurde und der Seniorin entstand schnell ein enges Vertrauensverhältnis.

Betreuung privat ausgeweitet

Ohne ihren Arbeitgeber zu informieren, weitete die Angeklagte aber dann ihre „private Betreuung“ für die Seniorin um etwa 30 Stunden pro Woche aus und kassierte nach ihren Angaben für diese zusätzlichen Stunden monatlich jeweils 800 bis 1.000 Euro in bar, die sie nach eigenen Angaben auch nicht versteuerte.
Die Angeklagte erhielt Scheckkarte mit Geheimnummer von der Seniorin und hob am Geldautomaten innerhalb von drei Monaten in 50 Abhebungen einen Gesamtbetrag in Höhe von 20.650 Euro von deren Konto ab, nach ihren Angaben alles mit ausdrücklicher Zustimmung der Geschädigten. Irgendwann jedoch muss die Geschädigte den Überblick über ihr Konto verloren haben. Sie bemerkte zu spät, dass ihre so geschätzte Haushaltsentlastungskraft ihr Vertrauen missbraucht und sie um über 20.000 Euro erleichtert hatte.
Der einvernehmliche Kauf eines Kühlschrankes als Geschenk für die Angeklagte bei Saturn und die Bezahlung mittels Abbuchung vom Konto der Seniorin entpuppte sich ebenfalls als Betrug, denn die Rechnungskopie von Saturn, die heute dem Gericht vorlegt wurde, lautete über verschiedene andere Artikel, nicht aber über einen Kühlschrank.
Nach der Beweisaufnahme stand fest, dass die geschädigte Seniorin nicht auf „großem Fuße lebte“ und ihr Geld mit beiden Händen ausgab, wie die Angeklagte schilderte, vielmehr schilderten andere Zeugen sie als sehr sparsam.

Freiheitsstrafe ohne Bewährung – Über 19.000 Euro zurückzahlen

Pflichtverteidiger Peter Steffen betonte die Vielzahl der Stunden, die seine Mandantin täglich für die Seniorin geleistet hatte. Er hielt es nicht für ausgeschlossen, dass die Seniorin doch ihr gesamtes Geld ausgeben wollte, bevor sie in ein Altenheim kam. Er plädierte auf Freispruch und fand es bemerkenswert, dass seine Mandantin noch einige Monate von der Seniorin weiter beschäftigt wurde, nachdem die vielen angeblich unbefugten Abhebungen bemerkt wurden.
Staatsanwältin Spengler beantragte in ihrem Plädoyer für die Taten eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, zur Bewährung ausgesetzt. Die bisher nicht vorbestrafte Angeklagte soll darüber hinaus 3.000 Euro an die geschädigte Seniorin zahlen. Außerdem sollen 18.000 Wertersatz von der Verurteilten eingezogen werden.
Keine Bewährung gab es dann vom Schöffengericht. Zwei Jahre Gefängnis und die Einziehung von 19.450 Euro als Wertersatz von der Angeklagten lautete dann der Urteilsspruch an diesem Dienstagnachmittag.
Gegen das Urteil können noch Rechtsmittel eingelegt werden.

Autor:

Hans-Georg Höffken aus Hattingen

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