Hattingen
Seniorin setzt sich über Rechtsordnung hinweg

Eine 81-jährige frühere Hattingerin hatte sich jetzt wegen wiederholten Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz vor dem Strafrichter des Amtsgerichtes zu verantworten.

Es war eine Hauptverhandlung, deren Tragik in der einseitigen Betrachtung der Angeklagten liegt.
Die Staatsanwaltschaft warf ihr vor, entgegen einer Verbotsanordnung des Amtsgerichtes aus dem Jahre 2015 zum wiederholten Male Ende September 2020 ein Grundstück in Niederwenigern betreten zu haben. Das habe ich schon öfters gemacht, sagte die 81-Jährige resolut zu Richter Kimmeskamp und ignorierte damit die Gerichtsanordnung, sich dem Grundstück nähern zu dürfen. "Ich bin dreimal über das Grundstück gelaufen um zu zeigen, das gehört mir", ergänzte die Seniorin.
Die Angeklagte ist nachhaltig der Auffassung, das Grundstück sei ihr vor über zwanzig Jahren rechtswidrig durch Urkundenfälschung, Kreditbetrug und Zwangsversteigerung enteignet worden.
Im Gerichtssaal gab es dazu von ihr, wie bereits auch schon in der Vergangenheit, Vorwürfe und Anschuldigungen gegen Banken, Notare und gegen Richter und Staatsanwälte. Da wurden von ihr notarielle Urkundenfälschungen erwähnt, Banken als unseriös eingeschätzt und behauptet, Menschen in Machtpositionen „steckten alle unter einer Decke“.

Geldstrafe

Richter Kimmeskamp folgte dann am Ende der Beweisaufnahme dem Antrag der Vertreterin der Staatsanwaltschaft und verhängte wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 40 Euro, insgesamt 1.600 Euro gegen die 81-Jährige. "Sie akzeptieren einfach seit Jahren die Gerichtsanordnung nicht, der Rechtsfrieden gehört aber auch zum Rechtsstaat", sagte Richter Kimmeskamp in seiner Urteilsbegründung.
„Eine unschuldige Bürgerin wird hier verurteilt und ich bin ein Justizopfer“, sagte die Angeklagte und ging nach dem Urteilsspruch direkt in das Geschäftszimmer des Amtsgerichtes, um Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. „Ich gehe dann lieber ins Gefängnis, als diese Geldstrafe zu bezahlen“, ergänzte die Seniorin.

Autor:

Hans-Georg Höffken aus Hattingen

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