Nachtgaststätte
Streit um ein Glas Wasser eskaliert – 5 Monate Haft auf Bewährung

Ein 33-Jähriger Hattinger geriet Anfang Juli 2018 in einer Hattinger Nachtgaststätte mit der Servicekraft über ein Glas Wasser in Streit. Den körperlichen Übergriff auf die Servicekraft quittierte Richter Kimmeskamp heute mit einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten, die er für drei Jahre zur Bewährung aussetzte. Zusätzlich muss der Hattinger 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

Als überzogene Reaktion auf eine Lappalie werte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft die Tatsache, dass der Angeklagte in den frühen Morgenstunden des Tattages ausrastete, als ihm die Servicekraft nach seiner Wasser-Bestellung an Stelle eines Glases Mineralwasser ein Glas Leitungswasser servierte.

„Ich hatte genug Alkohol getrunken und wollte auf Mineralwasser umsteigen“, sagte der Angeklagte. Als er an Stelle des Mineralwassers dann Leitungswasser erhielt, geriet er mit der Servicekraft in Streit. Er soll sie an den Haaren gepackt und über den Boden gezogen haben. Haare wurden herausgerissen, die Servicekraft erlitt Schürfwunden und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Der Angeklagte entschuldigte sich bereits einige Tage nach der Tat bei der Servicekraft, überreichte ihr freiwillig im Gerichtssaal einhundert Euro Schmerzensgeld und bedauerte wiederholt sein damaliges Verhalten. Die Hattinger Nachtgaststätte hat der Hattinger, der sein Verhalten auf übermäßigen Alkoholgenuss zurückführte, seit dem Vorfall nicht mehr betreten.

Da der Angeklagte bereits mehrfach vorbestraft ist und noch unter Bewährung steht, plädierte die Staatsanwältin wegen vorsätzlicher Körperverletzung auf eine Freiheitsstrafe von acht Monaten. Obwohl sie für den Übergriff gar kein Verständnis aufbrachte, plädierte sie dann doch für die Aussetzung der Strafe zur Bewährung und für die Verhängung von 200 abzuleistenden Sozialstunden.

Rechtsanwalt Dr. Hanisch betonte die Einsicht seines Mandanten und die Annahme der Entschuldigung durch die Servicekraft. Da sich sein Mandant und die Geschädigte bereits vor der Gerichtsverhandlung im Gerichtsflur bei der Begrüßung umarmt hatten, plädierte er unter Berücksichtigung einer günstigen Sozialprognose und der positiven Bewertung des Bewährungshelfers seines Mandanten für eine mildere Strafe, zur Bewährung ausgesetzt.

Richter Kimmeskamp verurteilte den 33-Jährigen dann wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. 150 Stunden gemeinnützige Arbeit muss der Hattinger innerhalb von sechs Monaten ableisten, den Weisungen seines Bewährungshelfers weiterhin folgen und sich straffrei verhalten.

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