Immer ein gutes Ende

Hildegard Engelschmidt (83) schreibt gern. Gerade hat sie wieder ein neues Buch auf den Markt gebracht. Foto: Pielorz
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  • hochgeladen von Dr. Anja Pielorz

Sie liebt Bäume, die Natur und alte Bauernhöfe. Und irgendwie spielt das alles eine Rolle in dem neuen Buch von der Sprockhövelerin Hildegard Engelschmidt (83). Unter dem Titel „Die Lichtung im Wald“ geht es um eine Liebesgeschichte mehrerer Generationen.
2008 hat Hildegard Engelschmidt schon ein Buch geschrieben, ein Märchenbuch unter dem Titel „Goldhaar und Herzlieb“. Damit erfüllte sich die Wahl-Sprockhövelerin, die 1927 in Ostpreußen geboren wurde, einen Traum. „Allerdings enden meine Märchen alle so, dass der Böse zum Guten bekehrt wird. Bei mir stirbt keiner“, lächelt sie. Das nämlich habe sie immer gestört, wenn sie selbst Märchen gelesen habe.
Das gute Ende ist bei den Büchern von Hildegard Engelschmidt Programm. Sie denkt gern positiv und erfreut sich an Kleinigkeiten. Auch bei dem neuen Werk ist das nicht anders: verschiedene Paare unterschiedlichster Generationen finden zueinander, mit den ein oder anderen Problemen natürlich. Aber: trotz der Vorliebe für Natur und Bauernhöfen, die sich auch im Buch wiederfindet, ist der Rest frei erfunden. „Ich habe einen Familienroman geschrieben und die Personen sind frei erfunden. Anfang und Ende hatte ich bereits im Kopf, der Rest ergibt sich während des Schreibens.“
Das erledigt sie am Computer. „Den habe ich von meinen Kindern bekommen und wollte ihn erst gar nicht. Heute möchte ich darauf nicht mehr verzichten. Besonders korrigieren kann man damit sehr gut“, lacht sie. Für die Gedanken zwischendurch hat sie immer einen Schreibblock parat. „Da schreibe ich alle Gedanken eben auf. Und später wird das ausgearbeitet“.
Hildegard Engelschmidt liest gern und geht jeden Tag spazieren. Sie versorgt sich in ihrer Wohnung noch selbst und hat guten Kontakt zu den Kindern. Zwei von fünf Kindern leben in Sprockhövel. Und acht Enkelkinder und vier Urenkel hat sie auch schon. „Da bleibt manchmal kaum Zeit“, lächelt sie. Vor allem, wenn sie entscheiden muss, ob sie lesen will oder doch lieber selbst schreiben. „Dann schreibe ich lieber“, meint sie. Deshalb würde sie gern noch ein weiteres Werk schreiben, hat auch schon eine Idee. Doch das wird noch nicht verraten.
Übrigens: seit kurzem lebt auch ein anderer Sprockhöveler in dem Haus an der Dresdener Straße. Friedrich Siwitza, bekannt durch seine Erinnerungen an die Kriegszeit, die er noch unter Pseudonym aufgeschrieben hat und sein neues Werk aus diesem Jahr „Aufgalopp zum Gestüt“. Doch eine Biographie will Hildegard Engelschmidt nicht schreiben. „Ich habe viele schreckliche Dinge erlebt und ich habe sie tief in mir vergraben. Das möchte ich auch nicht ändern. Alles ist gut so, wie es ist. Ich bin ein positiv denkender Mensch und will nicht mehr durch das Schreiben Erinnerungen herauskramen.“ Die liebenswerte Dame ist jedenfalls auf der Höhe der Zeit: von ihrem Enkel hat sie sich „Harry Potter“ geliehen und gelesen. Und immer siegt das Gute...
uHildegard Engelschmidt, „Die Lichtung im Wald“, ISBN 978-3-86237-539-4, Projekte-Verlag, 11,80 Euro.

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