Hattinger Hellmut Lemmer: neues Buch
Von der Herzkartoffel zum Katzenbuckel

Hellmut Lemmer. Foto: Pielorz
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224 Seiten, zum Ersten und 208 Seiten zum Zweiten: Nach dem Roman „Herzkartoffel“ des Hattinger Autors Hellmut Lemmer 2019 erschien jetzt mit „Katzenbuckel“ die Fortsetzung über das Dorf im Sauerland. Erschienen ist es wieder im Woll Verlag Schmallenberg. Der Name WOLL steht für Worte, Orte, Land und Leute – eben WOLL und das rund um das Sauerland.
Da liegt es doch fast schon auf der Hand, dass auch Hellmut Lemmer irgendeinen Bezug zum Sauerland haben muss… Hat er auch. „Ich wurde im sauerländischen Hunswinkel geboren und bin dort anfangs auch zur Schule gegangen. Ich stehe der Geschichte in meinen Büchern nahe,“ sagt Lemmer.

Das tut er bei seinen Büchern immer. 2014 erschien sein Werk „Der Sand der Namib“. Damals war Hellmut Lemmer 67 Jahre alt. Der ehemalige Studiendirektor für Germanistik und Geografie hatte fünfzehn Jahre immer mal wieder an einem Roman zu seiner Familiengeschichte „gebastelt“. Das Buch berichtete von seinem Großvater, der Missionar in der ehemaligen deutschen Kolonie Südwestafrika war. Karl Skär hat er geheißen und ist 1950 in Deutschland verstorben. Da war sein Enkel Hellmut gerade drei Jahre alt. „Das Leben meines Großvaters hatte mich interessiert. Meine Mutter kam mit zwei ihrer Schwestern im Alter von zehn Jahren mit dem Schiff nach Deutschland. Sie haben hier ein Internat besucht und sie hat Afrika nie wieder gesehen. Mein Großvater lebte dreißig Jahre in Afrika. Er war sechzig Jahre alt, als die Mission ihn nach Deutschland zurückholte. Das war 1931. Er dachte, er wäre auf Heimaturlaub und erfuhr erst hier, dass er nicht mehr zurückkehren sollte, sondern seine Arbeit zukünftig in Deutschland zu verrichten hatte. Das muss für ihn ein schwerer Schock gewesen sein,“ sagt Lemmer aus dem kleinen Dorf im Sauerland.
Dieses kleine Dorf wurde der Hintergrund seiner Bücher „Herzkartoffel“ und – neu – „Katzenbuckel“. „Ich habe auf diese erste Geschichte aus den 50er Jahren viele sehr positive Rückmeldungen bekommen. Viele Leserinnen und Leser, die diese Zeit selbst miterlebt haben, konnten sich lebhaft erinnern und haben bei Lesungen ihre eigenen Geschichten erzählt. Sie fühlten sich oft zurückversetzt in diese Zeit nach dem Krieg, die sicher nicht einfach war, aber in der es auch einen hoffnungsvollen Neuanfang gab. Und jüngere Leute spürten, dass Heimat ein Begriff ist, den man sich auch erarbeiten muss. Häufig kam dann die Frage, wie es mit den Hauptpersonen weiterging. Man wollte das Geschehen gern weiterverfolgen“, berichtet Lemmer. Und so entstand die Fortsetzung „Katzenbuckel“, die aber auch lesbar ist, ohne dass man die „Herzkartoffel“ kennt. Die Geschichte ist fiktiv, aber viel Erlebtes ist dabei. Der Erzähler heißt aber nicht Hellmut, sondern Heiner. Der Titel „Katzenbuckel“ ist übrigens gewählt für die Situation der Heranwachsenden in der Pubertät, die geprägt ist von einer Mischung aus Angriffslust und Abwehrreaktionen.
„Wer die Personen aus dem ersten Buch liebgewonnen hat, kann jetzt ihre Geschichte weiterverfolgen. Der Ich-Erzähler Heiner wird aus seinem kleinen Dorf in die Großstadt Köln verschlagen. Doch dort kann er nicht leben, er muss zurück ins Sauerland. Erst hier mit den Kindern im Dorf lebt er wieder auf. Und dann kommt mit Macht die erste Liebe, überraschend und überwältigend. Heiners Familie ist getrennt und er selbst kann sich nur mit Mühe in dieser Welt der Ge¬fühle und Begierden zurechtfinden. Die Schatten der Nazi-Vergangenheit und des Krieges lastet auch immer noch. Doch das Wirtschaftswunder macht vor den Bergen des Sauerlands nicht Halt. Man will leben“, macht Hellmut Lemmer Appetit auf das neue Buch. Viele lokale Schauplätze machen Lemmers Liebe zum Sauerland deutlich. „Es war für mich schön, wieder in die Zeit der Kindheit und Jugend einzutauchen. Es zeigt auch, dass Heimat etwas ist, das man sich erarbeiten muss“, so Lemmer.

Heimat muss man sich erarbeiten

Gerne würde er wie bei seinen ersten Büchern im Rahmen von Lesungen mit den Menschen ins Gespräch kommen. Das ist in Zeiten der Corona-Pandemie nicht so einfach. Schon das Schreiben des Werkes war anders als bei den ersten Büchern. „Mehr Zeit zu Hause bringt natürlich auch mehr Zeit für das Schreiben. Meinen Roman Herzkartoffel gibt es mittlerweile schon in der 2. Auflage, doch der Start der neuen Geschichte Katzenbuckel ist viel schwieriger. Lesungen können ja zurzeit nicht stattfinden. Ich hoffe auf das Frühjahr und darauf, dass meine Leserinnen und Leser mir die Treue halten.“
Zu erhalten ist „Herzkartoffel“, ISBN 978-3943681918 (2. Auflage), im örtlichen Buchhandel und bei Amazon, wo auch sein erfolgreicher Vorgängerroman „Der Sand der Namib“ wieder zu bekommen ist. Das neue Werk „Katzenbuckel“ ist unter ISBN 978-3-948496-31-9 erhältlich.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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