Giraffen, Affen und Löwen beim Kinder-Yoga

Hier sind die Affen unterwegs, die sich im Baum festhalten und versuchen, an Nahrung zu kommen
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  • Hier sind die Affen unterwegs, die sich im Baum festhalten und versuchen, an Nahrung zu kommen
  • hochgeladen von Dr. Anja Pielorz

Seit Herbst 2012 gibt es, zunächst befristet, zwei Mitarbeiter bei der Stadt Hattingen, die aus dem Bildungs- und Teilhabepaket finanziert, sich der Schulsozialarbeit widmen. Eines der Angebote, welches jetzt an der Grundschule in Bredenscheid durchgeführt wurde, ist Kinder-Yoga.

Das Bildungs- und Teilhabepaket macht es möglich: Seit Oktober 2012 kümmern sich mit je 30 Stunden pro Woche zwei Schulsozialarbeiter, Inge Kampmann und Daniel Neudorf, direkt in den Hattinger Grundschulen um die Sorgen und Bedürfnisse der Schüler.
Sie beraten zum Bildungs- und Teilhabepaket, stehen aber auch für alle anderen Erziehungsfragen sowie bei sonstigen Schulproblemen als Ansprechpartner für Schüler, Eltern und Lehrer vor Ort zur Verfügung. Zusätzlich bieten die beiden Schulsozialarbeiter ab sofort eine regelmäßige Sprechstunde im Haus der Jugend an – immer dienstags von 17 bis 20 Uhr.
Zu ihren Aufgaben gehören auch Projekte an verschiedenen Schulen. Zum Beispiel Kinder-Yoga, ein Angebot von Inge Kampmann.
Kinder-Yoga? Dahinter verbergen sich Übungen, die das soziale Miteinander stärken sollen, zur Verbesserung der Konzentration, Körperhaltung und Motorik beitragen und den Umgang mit Körper und Geist bereits im Kindesalter bewusster machen sollen.
Ein solches Angebot wurde in mehreren Stunden an der Grundschule Bredenscheid mit Inge Kampmann durchgeführt, die selbst gerne Yoga macht und eine Zusatzausbildung in Kinder-Yoga absolviert hat. Was sich ziemlich theoretisch anhört, hat sich der STADTSPIEGEL vor Ort angesehen.
Es ist frühester Morgen und bitterkalt. Auch die Kinder sind noch nicht so ganz wach. Sie räumen im Dachgeschoss der Schule Tische und Stühle zusammen, um Platz für die späteren Bewegungsübungen zu schaffen.
Danach geht es zum Kuscheln und „Zu sich selbst-Kommen“ in die Kuschel- und Leseecke. Eine Kerze steht in der Mitte und Inge Kampmann fordert dazu auf, sich an den Händen zu nehmen und sich zu konzentrieren.
Dann wird „Stille Post“ gespielt. Ein Kind beginnt und kündigt dies an. Die Konzentration erfolgt auf die Hände. Nur der Händedruck wird schweigend weitergegeben, bis er wieder beim Kind angelangt ist.
Sehr beliebt sind die spielerischen Übungen (Asanas) mit Tieren, mit denen sich die Kinder identifizieren können.
Inge Kampmann malt mit ihren Worten die Bilder in den kalten Wintertag. „Stellt euch vor, ihr seid in Afrika. Es ist warm. Wie kommt man denn nach Afrika?“ – „Mit dem Flugzeug“. – „Richtig.“ Und schon haben wir die erste Übung, fliegt wie ein Flugzeug.“
Das schaffen die Kinder. Dann die Landung in der Hauptstadt. Weiter geht es mit einem Bus in die Natur. Die Kinder bilden eine Schlange und alle winden sich durch den Raum.
In der Natur angekommen, entdecken sie viele verschiedene Tiere und jedes von ihnen lässt sich mit einer gezielten Übung entdecken.
So steht die Giraffe mit beiden Beinen gegrätscht, um Wasser trinken zu können. Dann geht es auf die Zehenspitzen, um Blätter von den Bäumen zu fressen. Der Affe hält sich mit einem Bein und Arm am Baum fest, mit dem anderen Arm greift er nach Früchten.
Die Sonne scheint auf die Tiere herab: „Räkelt euch in alle Richtungen und dehnt die Arme und Hände wie Sonnenstrahlen weit überall hin... Von der Bewegung in die Ruhe kommen, ist das Ziel“, fasst Inge Kampmann zusammen.
Für Kinder im Grundschulalter sind diese tierischen Übungen gedacht und die rund ein Dutzend Kinder der dritten Klasse machen begeistert mit. Für dieses Projekt ist die dritte Grundschulklasse geteilt worden. Die andere Hälfte kommt später an die Reihe.
Die Geschichte ist eigentlich nur Mittel zum Zweck. Doch mit Hilfe der Tiere lassen sich die Übungen besonders anschaulich darstellen. „Dieser Bereich ist aber nur ein Teil unserer Arbeit“, betont Inge Kampmann. Sie seien Ansprechpartner für Eltern und Lehrer in Krisensituationen und oft auch bei Gesprächen dabei.
Nach kurzer Trinkpause geht es weiter. Ein Tümpel mit Libellen. Die Kinder liegen auf dem Bauch und spielen Libelle. Auf besonderen Wunsch hat der Tümpel eine Brücke. „Brücke machen“ können die Kinder auch. „Ich mache das Geländer dazu“, erklärt eines der Kinder. „Das ist wichtig, denn in unserem Tümpel leben Krokodile“, setzt Inge Kampmann die Geschichte fort und hat damit bereits das nächste Tier für die Übung parat.
Dann ist es soweit. Der „König der Tiere“ hat seinen Auftritt, der Löwe. Er ist müde und sucht sich einen Platz zum Ausruhen. Alle gehen in die Kuschel- und Leseecke. Nein, nicht alle. Ein Löwe quetscht sich zwischen zwei gestapelte Tische in den Zwischenraum. Gerade so passt er darunter. Aber auch kein anderer, der ihn stören könnte.
Jetzt sollen die Kinder zur Ruhe kommen, ein schwierigeres Unterfangen als die Aktion mit vielen Übungen. Immer wieder gibt es Geräusche, Lachen und vieles mehr. Endlich kehrt dann doch Ruhe ein, so halbwegs jedenfalls.
Das Licht geht aus und alle sind still. Nach kurzer Zeit ist auch diese Phase beendet und es steht eine Malaktion auf dem Programm. Wer dazu keine Lust hat, darf aber auch ein Buch lesen oder gar die Ruhephase verlängern. Den Kindern gefällt das Programm und sie sind mit Eifer dabei.
Inge Kampmann hat noch vieles im Angebot. Zum Beispiel Kompetenztraining oder geschlechtsspezifische Angebote.

Kontakt für interessierte Grundschulen: Telefon 204-3642 oder 950847; E-Mail: i.kampmann@hattingen.de

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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