Erste Drive-Inn-Teststation in Niedersprockhövel
Nachfrage nach SARS-Antikörper-Schnelltests

Dr. med. Willi Martmöller, Sprecher der Hattinger Hausärzte und Geschäftsführer des Hausärztlichen Zentrums Sprockhövel.
  • Dr. med. Willi Martmöller, Sprecher der Hattinger Hausärzte und Geschäftsführer des Hausärztlichen Zentrums Sprockhövel.
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Viele Bürger, die bisher beschwerdefrei die Corona-Zeit erlebt haben, wollen die Chance nutzen, durch einen Schnelltest bei sich feststellen zu lassen, ob sie bereits Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut gebildet haben. Fachpublikationen und Ärzte weisen allerdings darauf hin, dass etwa angezeigte Ergebnisse eines Schnelltests nicht immer zuverlässig sind.

Schnelltest, Abstrich- und Labortest
Antikörper-Schnelltests auf Corona sind so begehrt wie umstritten – den ersten auf dem Markt verfügbaren wurde regelrecht entgegengefiebert, groß ist seither die Enttäuschung, denn sie bergen durchaus Fehlerpotenzial.

Die Idee dabei ist, dass dadurch Personen identifiziert werden können, die bereits bisher beschwerdefrei Kontakt mit dem Virus hatten und daher gegen eine erneute Infektion mit dem SARS-CoV-2 immun sein könnten, was sich bisher nicht abschließend gesichert bestätigt hat.

Krankenkassen übernehmen Kosten für Abstrich- und Labortests
Während vom Arzt angeordnete Labortests auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden können, werden die Kosten für Schnelltests von den Krankenkassen nicht übernommen.

Schnelltests, bei denen nach Auftragung eines Tropfen Blutes ein Ergebnis nach zehn Minuten ablesbar ist, dürfen in Apotheken an Bürgerinnen und Bürger nicht verkauft werden. Die Durchführung solcher Tests ist nur medizinischem Fachpersonal, wie z.B. medizinischem Personal in Arztpraxen, erlaubt.

„Ein guter Schnelltest produziert aktuell nicht unbedingt auch ein gutes verlässliches Ergebnis“, sagt Dr. Willi Martmöller, Sprecher der Hattinger Hausärzte und Geschäftsführer des Hausärztlichen Zentrums Sprockhövel, bestätigt gleichzeitig, dass, sofern der Patient es wünscht, Schnelltests auch in seinen Praxen durchgeführt werden.

Bis heute sei allerdings nicht abschließend bewiesen, dass man weiterhin immun gegen eine erneute Ansteckung ist, sofern Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen werden. Unter Umständen kann man auch mit festgestellten Antikörpern noch weitere Personen anstecken.

Als gesicherter Standard zum Nachweis einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 gilt nach wie vor der direkte Erregernachweis nach der Labortest-Analysemethode PCR (Polymerase-Kettenreaktion). Diese Analysemethode erlaubt es, verschiedenste Erreger in Patientenproben unterschiedlichster Herkunft und Beschaffenheit innerhalb kurzer Zeit sicher nachzuweisen.
Immer einen Arzt konsultieren

Der Arzt empfiehlt, zur vorherigen Abklärung vor Durchführung etwaiger Untersuchungen und Diagnoseverfahren immer ein individuelles Gespräch zwischen dem Patienten und seinem Arzt zu führen.

„Die Patienten brauchen keine Angst zu haben, dass sie sich in den Arztpraxen mit dem Virus infizieren. Unsere Hygienevorgaben sind umfangreich und haben sich bewährt“, ergänzt der Ärztesprecher.

Er bedauert, dass seit Corona manche Patienten mit individuellen ernsthaften Beschwerden immer noch erst verspätet oder teils gar nicht zum Arzt gehen und dadurch das Risiko steigt, dass sie einen unbehandelten schwereren Krankheitsverlauf erleiden.

Aktuell, so appelliert Dr. Martmöller, sollen weiterhin die inzwischen allseits bekannten Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes beachtet werden, nämlich auf Abstand zu achten, einen Mund-Nase-Gesichtsschutz zu tragen und eine ausreichende Handhygiene einzuhalten.

„Und bei gesundheitlichen Beschwerden war es und ist es immer noch das Beste, zeitnah den Arzt seines Vertrauens zu konsultieren, sagt der Sprecher der Hausärzte.

EN-Kreis testet wieder
Ab sofort ist der EN-Kreis neben den Hausärzten wieder ein Ansprechpartner für Personen, die Symptome aufweisen und glauben sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Betroffene wenden sich dabei an das Bürgertelefon ( 02333 / 403 14 49), welches täglich von 8 bis 18 Uhr besetzt ist. Kommen die Mitarbeiter am Bürgertelefon nach Vorklärung zu dem Ergebnis, dass ein Verdacht auf eine Corona-Infektion vorliegen könnte, meldet sich ein Arzt beim Patienten und entscheidet danach, ob ein Test erfolgen soll. Dann entscheidet der Krisenstab des Kreises, ob der Test mobil oder stationär erfolgt und vergibt an den Betroffenen einen Termin.

Drive-Inn-Teststation jetzt auch in Sprockhövel
An der Hattinger Straße besteht am Drive-Inn-Schalter der Friedrich Apotheke seit Dienstag, 26.5.2020 die Möglichkeit, dass sich Patienten des Hausärztlichen Zentrums Sprockhövel sowie der Martmöller/Melchers Arztpraxen nach vorheriger Terminvereinbarung einem Abtrichtest unterziehen können.

„Wir wollen diesen Service zweimal pro Woche anbieten und glauben, dass der Drive-Inn-Schalter dazu gut geeignet ist“, sagte Dr. Martmöller im Pressegespräch.

Patientinnen und Patienten müssen sich dazu allerdings vorher in der Praxis anmelden und erhalten dann nach Vorklärung einen Termin für diese Drive-Inn-Teststation.

Autor:

Hans-Georg Höffken aus Hattingen

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