Hattinger zu Fuß nach Spanien

Ricardo Hopf aus Hattingen will zu Fuß nach Spanien. Foto: Winkelnkemper
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  • hochgeladen von Dr. Anja Pielorz

(Alex Winkelnkemper) Seine einzige Orientierungshilfe ist ein Faltplan, die grobe Route ist dabei klar: Nancy, Dijon, Lyon, Bordeaux und dann an der Küste entlang gen Süden bis zu einer kleinen spanischen Küstenstadt: San Sebastien. Das ist von hier aus rund 1500 km entfernt, sprich eine Fahrt von mindestens 15 Stunden mit dem Auto – ohne Pause. Zu Fuß freilich dauert es um einiges länger: „Mehr als 30 Kilometer pro Tag werden wohl kaum drin sein – und selbst das wäre schon eher ein Sprint“, meint der 19-jährige Ricardo Hopf. Denn auch für ihn gilt: Der Weg ist das Ziel.
Ankommen möchte er „irgendwann im Sommer“. Er betont: „Ich mach mir da keinen Streß.“ Die Kleinstadt am Meer hat es ihm angetan: „Ich war vor zwei Jahren schon mal dort“ – damals aber mit dem Auto - „Das ist wirklich eine wunderschöne kleine Stadt.“ Zu der ohne hin schon anstrengenden Route kommen noch ganz andere Widrigkeiten: „Das eigentlich Bekloppte ist ja, dass ich so ziemlich ohne Geld verreise!“, grinst er. Das liegt zum Teil daran, dass er schlicht keines hat. „Ich bin erst kürzlich nach Hattingen gezogen und halte mich mit Jobs über Wasser. Geld vom Staat will ich nicht“, erklärt er. „Man kann die Reise also auch irgendwie politisch interpretieren. Ich mag einfach mal testen, wie freundlich die Menschen unterwegs sind und wie hilfsbereit.“
Denn Kommunikation allein kann schon zum Problem werden: Ricardos Mutter ist Brasilianerin, er selbst spricht also portugiesisch. „Das nutzt mir auf der Route herzlich wenig, aber ich spreche ein wenig spanisch und französisch. Ansonsten verlass ich mich auf Hände und Füße“, zeigt er sich zuversichtlich. Unterwegs möchte der 19-jährige versuchen, an verschiedensten Orten jobben zu gehen. „Ich möchte so viel wie möglich kennen lernen“, sagt er. „Ich bin ja nicht der Einzige, der so was macht. Ich treffe da sicherlich auf interessante Menschen, vielleicht kann man ja sogar ein Stück weit gemeinsam laufen.“ Wieso aber reist er überhaupt allein? „Bei so einer Reise muss man sich zu 100 Prozent auf den Partner verlassen können“, meint er.
„Selbst Menschen, die man gut zu kennen glaubt, können in Extremsituationen vollkommen unerwartet reagieren. Denn in unserem Alltag kommt es kaum vor, dass man zwei Tage nicht geschlafen hat, vielleicht die Nacht durchwandern musste oder irgend etwas Wichtiges dabei abhanden gekommen ist.“
Und genau darum geht es Ricardo Hopf: „Es geht mir ums intensive Leben, auch um eine Art Grenzerfahrung“ Seine Hattinger Wohnung löst er komplett auf, schließlich wird er für unbestimmte Zeit fort sein. Er meint: „Ich bin ein Kind, habe nichts erlebt, kaum Lebenserfahrung.“
Das soll sich nun ändern: „Zwar bin ich bei dem Trip eigentlich vollkommen frei, aber ich trage eben auch eine große Verantwortung für mich.
Ich möchte daran reifen, mit der Aufgabe ein Stück weit erwachsener werden.“
Später möchte Ricardo Hopf, der eine Schauspielausbildung hat, Filmregisseur werden – auch die Reise wird ausgiebig dokumentiert.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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