Felix Rauls: Praktikum im Zentrum der Macht

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Wolfgang Zimmermann, beim morgendlichen Entleeren seines Postfachs. Foto: Rauls
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(von Felix Rauls)

Abgeordnete – sind das nicht diejenigen, die die hohen Diäten kassieren, die den ganzen Tag nicht arbeiten und für das Herumsitzen in der Cafeteria bezahlt werden? So oder ähnlich lautet jedenfalls das weit verbreitete Vorurteil.

Doch wer sich genauer mit dem Alltag eines Abgeordneten beschäftigt, wird feststellen, dass dieser Beruf mit Sicherheit kein Zuckerschlecken ist.
Dazu hatte ich im Rahmen meines zweiwöchigen Praktikums bei der Fraktion „Die Linke“ die Möglichkeit. Im Landtag NRW durfte ich den Abgeordneten, deren persönlichen Mitarbeitern und den Fraktionsmitarbeitern über die Schulter schauen und stellte fest: Viel Zeit für die Cafeteria bleibt den Abgeordneten nicht. Allein die Berge an Post, welche die Abgeordneten morgens erwarten, stellen einen großen Arbeitsaufwand dar: Tagesordnungen, Protokolle, Anträge und Fragen von Bürgern können nicht einfach ungelesen bleiben.
Dabei hat jeder Abgeordnete einen besonderen Themenbereich, mit dem er sich meistens aus dem früheren Berufsleben gut auskennt oder sich speziell fortgebildet hat. Dazu kommt die fraktionsinterne Arbeit, also zum Beispiel das Erstellen von Anträgen. Außerdem muss noch das Abstimmungsverhalten zu Anträgen ausdiskutiert werden.
Darunter ist natürlich auch das, was die Abgeordneten momentan am meisten beschäftigt: der Landshaushalt. Die Grundsatzfrage, ob man den Haushalt ablehnt, ihm zustimmt oder sich enthält ist besonders wegen der aktuellen Mehrheitsverhältnisse interessant. Denn: Es liegt an der Linken, ob der aktuelle Haushalt angenommen wird oder nicht. Sie ist das Zünglein an der Waage.
Neben der eigentlichen parlamentarischen Arbeit müssen die Abgeordneten Pressegespräche führen, sich mit Parteivorstand und den Bürgern oder Bürgergruppen auseinandersetzen und verständigen.
Dafür gibt’s dann immerhin 9.979 Euro monatlich. Davon gehen 1.574 Euro für die Altersvorsorge ab – übrig bleiben also 8.405 Euro. Ob das zu viel ist, bleibt Diskussionssache – genug zu tun ist für die Abgeordneten aber auf jeden Fall.

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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