Besinnliches von Frank Bottenberg: "Herbstferien können stark machen"

Frank Bottenberg, Ev. St. Georgs-Kirchengemeinde, Hattingen
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  • hochgeladen von Roland Römer

Herbstferien sind schön. Auch wenn sie schneller vorbei sind als Sommerferien. Die kleine Auszeit für neue Erlebnisse tut allen nochmal gut.

In vielen evangelischen Gemeinden hier im Hattinger Umfeld haben wir sie auch in diesem Jahr wieder genutzt, um mit den neuen Konfi-Gruppen wegzufahren. Die einen fahren in feste Häuser, wir in St. Georg mieten eine kleine Segelflotte von Plattbodenschiffen, mit denen wir auf dem Ijsselmeer unterwegs sind.
Auch das tut gut im Herbst. Nein, mehr noch! Und das haben wir in diesem Jahr wieder erlebt:
Die Teilnehmenden kennen sich zu Beginn noch nicht gut. Sie kommen von verschiedenen Schulen, usw. Einige schlafen in den Tagen direkt vor der Fahrt schlechter als sonst, weil sie unsicher sind, wie die Woche wohl wird. Weil sie ahnen, dass vieles anders zugehen wird, als sie es von zu Hause gewohnt sind.
Speziell beim Segeln haben manche Angst davor, wie sie es wohl aushalten, dass z.B. die Kabinen, in denen zu viert geschlafen wird, so eng sind. Oder dass auf dem Wasser einfach keine Chance ist, sich mal für eine Weile von allem zu entfernen.
Und sie haben recht mit diesen Ängsten und Sorgen: Einfach ist das alles nicht! Manche bleiben sogar deswegen zu Hause. Das finde ich schade. Denn diesen Ängsten nur auszuweichen ist ja keine Lösung!
Diejenigen, die mitfahren, machen eine andere Erfahrung. Nahezu ausnahmslos. Sie sind am Ende glücklich, nicht selten sogar voll begeistert, dass sie dabei waren. Denn sie haben was geschafft. Und das nicht nur alleine. Sondern zusammen mit anderen. Mit denjenigen aus der Gruppe, die sie immer schon nett fanden, und – was den besonderen Kick ausmacht! – auch mit denen, denen sie in den ersten Tagen mit Misstrauen begegnet sind, weil sie ihnen äußerlich oder sonstwie seltsam vorkamen. Klar braucht das Zeit. Da können beim Küchendienst oder beim Einkauf auch mal die Fetzen fliegen, wenn dort die Traditionen ganz unterschiedlicher Arten von „Kinderstube“ aufeinander prallen.
„Wir sitzen in einem Boot“ – je schneller alle dies akzeptieren, desto schneller werden Lösungen gefunden für das, was schwierig ist. Der Schlüssel ist die Bereitschaft, sich einzulassen!
Ich glaube, wenn Konfis solche Erfahrungen gemacht haben, dann stärkt sie das, um in andere, ähnliche Situationen mit einer größeren Zuversicht und auch mit Mut hineinzugehen. Mit einem Mut, der darauf vertrauen kann, dass sich auch für Schwieriges Lösungen finden lassen.
Blinde Angst ist immer der schlechteste Ratgeber. Und wenn die dann noch in Aggression umschlägt, wird es sogar höchst gefährlich – das haben wir in unserem Land in den letzten Tagen immer wieder erleben müssen.
Unsere Konfis haben andere Erfahrungen gemacht. Ausweichen, sich abschotten ist keine Lösung! Die Richtung kann nur sein, sich aktiv einzulassen – über Grenzen hinweg.
Dass wir uns als Christen damit in der Spur des Mannes aus Nazareth bewegen und den Konfis auch davon erzählt haben, brauche ich nicht mehr zu sagen, oder?

Frank Bottenberg,
St. Georgs-Gemeinde,
Hattingen

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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