Niederwenigern könnte profitieren
Fußball-Oberliga wird wohl abgebrochen

Zu diesem Duell könnte es auch in der kommenden Saison kommen: Niederwenigern-Stürmer Maximilian Golz (9) hier im November bei der 0:1-Niederlage gegen den Cronenberger SC. Obwohl beide Vereine auf einem direkten Abstiegsplatz stehen, könnten sie durch einen Saisonabbruch durch den Fußballverband Niederrhein (FVN) profitieren.
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  • Zu diesem Duell könnte es auch in der kommenden Saison kommen: Niederwenigern-Stürmer Maximilian Golz (9) hier im November bei der 0:1-Niederlage gegen den Cronenberger SC. Obwohl beide Vereine auf einem direkten Abstiegsplatz stehen, könnten sie durch einen Saisonabbruch durch den Fußballverband Niederrhein (FVN) profitieren.
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Die Oberligen stehen wie der gesamte Amateurbereich im Fußball unmittelbar vor dem Abbruch. Während die Pläne beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) schon sehr weit sind, holt sich der Fußballverband Niederrhein (FVN) weitere Meinungen von Vereinen ein. Der Hattinger Oberligist Sportfreunde Niederwenigern könnte von einem Abbruch indes profitieren.

Gerade einmal elf Zähler haben die Sportfreunde Niederwenigern in der laufenden Oberliga-Saison auf dem Konto - und das nach 23 Spieltagen! Trotzdem könnte der Verein auch im nächsten Jahr Oberliga spielen. Derzeit wird heiß über einen Saisonabbruch spekuliert. Aus Sicht vieler Vereine würde eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs wenig Sinn machen.

"Tendenz geht zum Abbruch"

"Die Tendenz geht bei den Vereinen in Richtung Abbruch", bestätigte auch FVN-Sprecher Thomas Palapies-Ziehn gegenüber des STADTSPIEGEL. Doch eine finale Entscheidung sei hier noch nicht gefallen. "Wir führen aktuell Videokonferenzen mit den Vereinen, in denen wir wissen wollen, was sie sich wünschen." Mögliche Szenarien hat der FVN den Vereinen bewusst nicht zur Auswahl gegeben. Der Verband will die Klubs bei der Ergebnisfindung explizit mit einbeziehen. "Daher sind wir noch nicht so weit, um ein Ergebnis verkünden zu können", so Palapies-Ziehn. Nach den Konferenzen wird dann ein Konzept erarbeitet. Doch auch danach wird es noch eine Online-Umfrage unter den Vereinen geben, um möglichst alle Beteiligten zufriedenzustellen.

Ex Profi Margref kennt das Geschäft

Dass das schwierig werden dürfte, weiß auch Jürgen Margref. Der Ex-Profi von Rot-Weiss Essen ist seit mittlerweile 16 Jahren Trainer bei Oberliga-Schlusslicht Niederwenigern und kennt das Geschäft nur zu gut. "Am Ende wird es immer welche geben, die mit der Entscheidung nicht einverstanden sind. Wir nehmen es jedenfalls so, wie es kommt".
Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) ist da ein Stück weiter und hat bereits grünes Licht für einen Saisonabbruch gegeben. Es soll dort von der Kreisliga D bis zur Oberliga Westfalen nur Aufsteiger und keine Absteiger geben.

Lösung für Oberliga-Westfalen scheint gefunden

Zur Berechnung der Aufsteiger hat der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) ein Modell entwickelt, wonach sowohl der aktuelle Tabellenführer als auch der Hinrunden-Erste aufsteigen werden. Bei einer unterschiedlichen Anzahl absolvierter Spiele greift eine Quotientenregelung. Das FLVW-Präsidium folgte der Empfehlung einstimmig. Jetzt muss dort nur noch ein Außerordentlicher Verbandstag entscheiden. "Der VFA hat nach Auffassung des Präsidiums die bestmögliche und fairste Lösung für den Großteil der Vereine gefasst. Die Empfehlung schöpft all unsere Möglichkeiten aus, um den Gegebenheiten in all unseren Staffeln gerecht zu werden. Es war keine leichte Aufgabe, schließlich reden wir hier von 6.641 Männer- und Frauen-Mannschaften in 233 Staffeln", sagt Präsident Gundolf Walaschewski. "Der Saisonabbruch ist der ausdrückliche Wunsch der Vereine - genau wie eine Wertung, um die bisher sportlich erbrachte Leistung zu würdigen. Wir haben es uns alles andere als leicht gemacht und uns die Ligen sehr genau angeschaut. Jetzt hoffen wir auf das Verständnis der Vereine - vor allem bei denjenigen, die in der nächsten Spielzeit einen neuen Anlauf in Sachen Aufstieg nehmen müssen", so Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball.

Margref hätte Saison gerne zu Ende gespielt

Jürgen Margref geht davon aus, dass ein ähnliches Konzept auch für den FVN erarbeitet wird - auch wenn er nicht ausschließen will, dass es anders kommen könnte. "Die Regelungen im Sport und in der Politik werden nicht einheitlich getroffen. Das ist nicht befriedigend", kritisiert der Inhaber einer Fußballschule in Duisburg den derzeitigen Flickenteppich. Er hätte die Saison mit seiner Mannschaft gerne zu Ende gespielt - auch wenn die aufgrund der 19 Punkte Rückstand aufs rettende Ufer am Saisonende höchstwarscheinlich mit dem Abstieg in die Landeslliga geendet hätte. "Fußball findet auf dem Platz statt. So ist es für keinen wirklich fair."

Niederwenigern vor Oberliga-Verbleib

Trotzdem würde auch er die Entscheidung hinnehmen. Schließlich würde er mit den Sportfreunden weiter Oberligist bleiben. "Dann hätten wir ein zusätzliches Jahr in der Oberliga, in dem wir uns dort zeigen können." So oder so sieht der 51 Jährige der Entscheidung gelassen entgegen. Die Kaderplanungen bei den Hattingern sind für die neue Saison bereits abgeschlossen. "Wir haben schon Anfang des Jahres Nägeln mit Köpfen gemacht und die Kaderplanungen für die kommende Spielzeit abgeschlossen." Ein Teil der Planung ist auch er selbst. Nach insgesamt 16 Jahren als Trainer rückt der 201-fache RWE-Spieler bei den Sportfreunden ab der kommenden Saison ins zweite Glied. Neuer Trainer wird sein bisheriger Assistent Marcel Kraushaar werden.

Zu diesem Duell könnte es auch in der kommenden Saison kommen: Niederwenigern-Stürmer Maximilian Golz (9) hier im November bei der 0:1-Niederlage gegen den Cronenberger SC. Obwohl beide Vereine auf einem direkten Abstiegsplatz stehen, könnten sie durch einen Saisonabbruch durch den Fußballverband Niederrhein (FVN) profitieren.
Jürgen Margref rückt nach 16 Jahren als Trainer der Sportfreunde Niederwenigern in die zweite Reihe.
Autor:

Christian Schaffeld aus Oberhausen

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