Munscheidstraße: Neue Probleme verzögern Kunstrasenplatz für Hedefspor Hattingen

Enttäuschte Gesichter bei Hedefspor: (v.l.) Geschäftsführer Abdullah Kuscu, Vorsitzender Yalcin Dogan, Arif Turan (Vorsitzender Förderverein Kunstrasen), Dervis Atik (Ehrenamtler) und Kassierer Peter Gölzenleuchter (Förderverein Kunstrasen). Foto: Archiv
  • Enttäuschte Gesichter bei Hedefspor: (v.l.) Geschäftsführer Abdullah Kuscu, Vorsitzender Yalcin Dogan, Arif Turan (Vorsitzender Förderverein Kunstrasen), Dervis Atik (Ehrenamtler) und Kassierer Peter Gölzenleuchter (Förderverein Kunstrasen). Foto: Archiv
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Um es gleich vorweg zu sagen. Aus dem so sehnsüchtig von Westfalenligist Hedefspor Hattingen und seinen Fans erwarteten Kunstrasenplatz an der Munscheidstraße wird nichts – zumindest nicht mehr in diesem Jahr.

Diese für den Fußball-Club bittere Erkenntnis ergab sich aktuell im Laufe von Gesprächen in dieser Woche. Dafür gibt es verschiedene Gründe.
Beispielsweise steht nach wie vor die Ergänzung zum bereits für den Verein positiv ausgegangenen Lärmgutachten aus. Beauftragt ist damit der TÜV Nord. Der lässt jedoch auf sich warten, entschuldigte sich mit viel Arbeit. Stadt und Verein hoffen jetzt auf eine Abwicklung bis Ende Oktober.
Weil sich auch Anwohner über den Sportplatz-Lärm beschwert hatten, wollte nun die Stadtverwaltung prüfen, ob für die etwa 1964 errichtete Anlage ein so genannter Altanlagen-Bonus in Sachen Lärm gewährt werden könne. Dazu erforderlich ist jedoch eine Baugenehmigung.
„Die liegt aber nicht vor“, erläuterte Baudezernent Jens Hendrix. „Die Voraussetzungen für ein genehmigungsfreies Auswechseln des Belages sind daher nicht gegeben, so dass jetzt ein Genehmigungsverfahren nach heutigem Recht durchzuführen ist. Wegen der Anwohnerbeschwerden wollen wir unbedingt ,sauberes‘ Baurecht schaffen.“
Aufgrund der benachbarten Schule (heute Stadt­archiv) mit Sporthalle und Lehrschwimmbecken (jeweils öffentlich) sowie der Bebauung als allgemeines Wohngebiet besteht jedoch unterschiedliches Baurecht. Dem muss nicht nur das Lärmschutz-Gutachten angepasst werden, sondern es ist auch die Schaffung von Parkplätzen notwendig.
Jens Hendrix: „Für den Sportplatz ist pro 250 Quadratmeter Fläche ein Stellplatz vorgeschrieben, bei einer Größe von 6.400 Quadratmetern also 26 Stellplätze. Zusätzlich ist für je 12,5 Besucher ein Stellplatz zu schaffen.“
Dafür hat die Stadt drei Standorte gefunden: Neun Stellplätze sind auf dem Schulhof möglich, die befestigte Fläche an der Umkleide bietet Platz zum Abstellen von drei Pkw und auf der großen Wiese hinter dem Tor sind sogar 46 Parkplätze möglich. Der bereits vorhandene Parkplatz bleibt außerdem erhalten, denn er zählt aus baurechtlichen Gründen nicht mit zum Sportplatz.
„Nach Abzug der für die Genehmigung des Sportplatzes notwendigen 26 Stellplätze verbleiben maximal 32 Parkmöglichkeiten, so dass Stellplätze für 400 Besucher vorhanden wären. Diese 32 Stellplätze rücken jedoch so nahe an die vorhandene Wohnbebauung Munscheidstraße, dass wegen der von ihnen ausgehenden Lärmimmissionen die genaue Anzahl der zulässigen Stellplätze erst nach Vorliegen des Gutachtens festgestellt werden kann“, schränkt Jens Hendrix ein und ergänzt: „Es steht zu befürchten, dass aus lärmtechnischer Sicht nicht alle 58 Stellplätze realisierbar sind.“

Stadt realisiert 38 neue Pkw-Stellplätze

Die Stadt übernimmt neben den 26 für die Baugenehmigung erforderlichen Stellplätzen die Kosten für acht weitere. Sollte Hedef­spor mehr Parkplätze wünschen, muss der Verein die Kosten von etwa 2.000 Euro pro Stellplatz selbst übernehmen. Für den städtischen Anteil werden die Kosten für die zunächst geplanten 34 Stellplätze auf rund 70.000 Euro geschätzt. Weitere 20.000 Euro kosten damit in Zusammenhang stehende Baumaßnahmen, etwa ein weiterer Ballfangzaun.
Dieses gesamte Vorhaben muss jetzt noch dreimal mit der Politik diskutiert werden: am 28. Oktober im Bauausschuss, am 10. November im Sportausschuss, am 19. November im Haupt- und Finanzausschuss. Und frühestens am 26. November könnte der Rat endgültig entscheiden, ob die Mittel dafür im Haushalt 2016 bereitgestellt werden. Damit aber noch immer nicht genug, denn letztlich muss auch Arnsberg eine Genehmigung erteilen.
Wegen der vielen Unwägbarkeiten lässt sich die Stadtverwaltung auf keinen Termin für die bereits im November 2013 beschlossene Errichtung eines Kunst­rasenplatzes an der Munscheidstraße festlegen.
Dabei, das unterstreichen die beiden Vereinsvertreter Arif Turan und Peter Gölzenleuchter, könnte Hedefspor von heute auf morgen mit einem Bau beginnen – selbst im Winter: „Wir wollten in diesem Jahr endlich fertig werden. Jetzt hoffen wir, dass dies wirklich das letzte Hindernis ist, das uns in den Weg gelegt wird. Unseres Wissens nach sind wir der einzige Hattinger Verein, der auch noch für Parkplätze zahlen muss. Vielleicht haben andere eine bessere Lobby als wir.“

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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