Welper beim Basketball-Krimi in Witten

Sonntag ist gewöhnlich der Tag der spannenden Krimis im deutschen Fernsehn. Allerdings war an diesem Sonntag der spannendste Krimi beim Basketball zu beobachten – der „Tatort“ Witten. Der Kreisliga-Tabellenführer SG Welper war zu Gast beim Tabellendritten RuhrBaskets II. Nichts für schwache Nerven - denn erst in der Verlängerung konnte der Sieger gefunden werden. Im 16. Spiel bleibt die SG Welper mit einem 83:80-Erfolg nach drei Verlängerungen weiter ungeschlagen. Mit 32 Punkten fehlen nun nur noch zwei Siege zum Aufstieg in die Bezirksliga. Es wäre der erste der Vereinsgeschichte.

56:56 nach regulärer Spielzeit. 65:65 nach der ersten Verlängerung. 77:77 nach den zweiten fünf Minuten Extra-Spielzeit. 83:80 nach der dritten Overtime. Verrückter geht es kaum. Betrachtet man auch die vorangegangen vier Viertel kann man durchaus von einem Spielverlauf sprechen, der einer Achterbahn gleicht.
Die SG Welper kämpfte mit enormen Startschwierigkeiten. Konnte Welper die letzten Partien grade in den Anfangsminuten dominieren, sah es gegen Witten anders aus. Der 12:6-Rückstand nach vier Minuten war für die erfolgsverwöhnte Mannschaft eher ungewöhnlich. Ein behäbiges Umschalten von Angriff auf Verteidigung ermöglichte den Gastgebern mit schnellem Spiel leichte Punkte, wie man es eigentlich von der SGW gewohnt ist. Das erste Viertel ging 19:15 verloren.
Das zweite Viertel war symptomatisch für das ganze Spiel. Die Welperaner spielten solide, setzten in der Verteidigung mehr und mehr Akzente, vermochten es aber nicht, die vielen Ballverluste der Wittener in Punkte umzusetzen. Auch der Angriff spielte solide und erarbeitete sich gute Wurfmöglichkeiten. Lediglich die sehr schwache Wurfquote verhinderte ein besseres Abschneiden. Somit konnten sich die Gastgeber in den ersten vier Spielminuten auf 24:15 absetzen. Spielertrainer Ronnie Schmale reagierte mit einer Auszeit. Anschließend wendete sich das Blatt. Nach Tim Strickers ersten Korberfolg für die SG im zweiten Viertel schien der Knoten endlich geplatzt zu sein. Der Ball fand öfter den Weg durch die Reuse und ein 13:2-Lauf in den letzten fünf Spielminuten brachte Welper zur Halbzeit die erste Führung der Partie ein (28:26).
Im dritten Viertel schien die SG Welper das Spiel unter Kontrolle zu haben. Die Trefferquote erhöhte sich und bei den RuhrBaskets war der Schwung der Anfangsphase verflogen. So ging das dritte Viertel mit 20:14 an Welper und der Vorsprung stieg auf 48:40.
Nach zwei erfolgreichen „Dreiern“ durch Daniel Schmischke und Timo Klippstein zu Beginn des vierten Viertels wähnte sich der Tabellenführer schon auf der Siegerstraße. 14 Punkte Vorsprung bei noch acht verbleibenden Spielminuten sind aber im Basketball durchaus aufzuholen. Wie das geht zeigten die RuhrBaskets in den Folgeminuten. Ihr beherztes Auftreten und ihre kämpferische Einstellung brachten Witten Minute für Minute näher heran, was auch daran lag, dass bei Welper der Korb jetzt wieder wie vernagelt schien. Wieder erarbeiteten die Welperaner sich gute Wurfmöglichkeiten, aber der Ball wollte einfach nicht durch den Korb. So schaffte es Witten tatsächlich nach einem 16:0-Lauf in der achten Spielminute auszugleichen und in der neunten Minute sogar mit 56:54 in Führung zu gehen. Allerdings schaffte es Daniel Schmiscke in der Schlussminute den Ball durch den Ring zu treiben und traf zum 56:56 Ausgleich. Overtime.

Ab jetzt wurde das Spiel erst richtig verrückt. Erst setzten sich die RuhrBaskets ab und gingen mit vier Punkten in Führung. Welper behielt aber die Nerven und konterte seinerseits mit einem 7:0-Lauf und ging mit einer 3-Punkte-Führung in die Schlussminute. Witten gab sich nicht auf. Durch ein dummes Foul bekam die Wittener zwei Freiwürfe zugesprochen, wovon einer verwandelt wurde. Welper führte weiterhin mit zwei Punkten, schaffte es aber nicht im Gegenzug den Sack zuzumachen. Der Gastgeber glich aus. Wieder schaffte es Welper nicht einen Korb zu erzielen und den Sieg einzufahren, sondern erreichte fast das Gegenteil. Bei noch 1,6 Sekunden Spielzeit wurde ein Foul gepfiffen. Witten durfte wieder mit zwei Freiwürfen an die Freiwurflinie. Aber mit dem Sieg vor Augen flatterten beim Wittener Flügelspieler die Nerven und vergab beide Freiwürfe. Welper sicherte sich den Rebound. Zweite Overtime.
Die zweite Verlängerung wurde zu einem offenen Schlagabtausch. Mal führte Welper, dann wieder die RuhrBaskets. In der Schlussminute wurde es wieder verrückt. Sebastian Meichsner brachte Welper mit einem verwandelten von zwei Freiwürfen mit 76:75 in Front. Witten schaffte im Gegenzug einen Korb und zog mit 77:76 an Welper vorbei. Noch war genug Zeit auf der Uhr um das Spiel wieder zu drehen, aber Welper verpasste die Chance und konnte den Gegenangriff nur mit einem Foul verhindern. Witten hatte jetzt die Möglichkeit ihre Führung auf drei Punkte auszubauen, aber wieder versagten die Nerven und beide Freiwürfe gingen daneben. Jetzt hatte Welper die Chance, mit den Schlusssekunden das Spiel für sich zu entscheiden. Mit dem Schlußpfiff wurde Sebastian Meichsner beim Wurf gefoult. Der Ball verfehlte sein Ziel, aber Welper bekam zwei Freiwürfe zugesprochen. Der Sieg zum Greifen nahe. Der erste Wurf ging daneben. Siegchance vorbei. Ausgleich oder Niederlage? Der zweite Freiwurf sitzt. 77:77 Ausgleich. Dritte Verlängerung.
Auch die dritte Overtime blieb spannend. Die kräftezehrende Partie zeigte vor allem bei den Gastgebern Wirkung, die in der letzten Overtime nur noch mit einem Dreier von sich Reden machen konnten. Bei Welper lief jetzt fast alles über Meichsner, der sechs seiner insgesamt 18 Punkte in der letzten Overtime erzielte und sich somit zum Matchwinner entwickelte. Zwar führte die SGW lediglich mit 81:80, aber Witten konnte sich keine ordentliche Chance zum Sieg mehr erarbeiten und Meichsner machte diesmal mit zwei verwandelten Freiwürfen in den Schlusssekunden den Sack zu. 83:80-Endstand in einem verrückten Basketballspiel.
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Für Welper spielten:
Schmischke (30 Punkte / 7 Dreier), Meichsner (18), Kciku (9), Stricker (9), Klippstein (7/1), Rath (4), Calti (3), Schmale (3/1), Liedmann, Widera-Trombach

Autor:

Hendrik Steimann aus Hattingen

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