Bergbaugeschichte Sprockhövel – Stock- und Scherenberger Erbstollen wieder begehbar – Förderung durch Sparkassenstiftung

Uwe Peise (li.) von bergbauaktiv und Daniel Rasche (re.), Vorstand der örtlichen Sparkassenstiftung, vor dem Eingang zum Stollen.
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  • Uwe Peise (li.) von bergbauaktiv und Daniel Rasche (re.), Vorstand der örtlichen Sparkassenstiftung, vor dem Eingang zum Stollen.
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Den Mitgliedern der örtlichen Gruppe bergbauaktiv des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. gelang es jetzt, den seit 170 Jahren im „Dornröschenschlaf“ befindlichen Stock- und Scherenberger Erbstollen in Sprockhövel wieder begehbar zu machen.

„Glück auf“ sagte Uwe Peise vom Förderverein Bergbauhistorischer Stätten, als er jetzt die Vertreter der Behörden und der Presse einlud, mit ihm den wieder zugänglich gemachten Stock- und Scherenberger Erbstollen unter der Erde zu betreten.

Mit Gummistiefeln, Helm und robuster Kleidung ausgestattet, konnte in leicht gebückter Haltung der Erbstollen auf fast 100 Meter bis zum ersten Lichtloch begangen werden. Seit ca. 170 Jahren war der Stollen verschüttet und sich selbst überlassen. Die Landschaft war einplaniert und Stollen und Lichtloch kaum zu erkennen.

Seit 2013 und mit finanzieller Unterstützung der Sprockhöveler Sparkassenstiftung ist es den örtlichen Mitgliedern der Gruppe bergbauaktiv unter der Leitung von Uwe Peise gelungen, den Erbstollen in mühevoller Arbeit wieder herzurichten und jetzt für Interessenten begehbar zu machen. Weitere technische Unterstützung erfuhren die Arbeitskreis-Mitglieder bei der Wiederherstellung auch durch das Bergamt, die Untere Denkmalbehörde der Stadt Sprockhövel und durch die Grundstückseigentümerin. Auch die Herrichtung des Weges zum Stollen in dem abseits gelegenen Waldgebiet zeugt davon, mit wieviel Kreativität und Engagement die "Hobby-Bergleute" gearbeitet haben.

Relikt aus dem örtlichen Bergbau für die Nachwelt erhalten
Damit wird ein Relikt aus 800 Jahren Kohlegeschichte des Ruhrgebietes für die Nachwelt erhalten, gerade rechtzeitig, bevor zum Ende des Jahres der Steinkohlebergbau in Deutschland eingestellt wird.

Im Jahre1746 begannen Bergleute aus Kursachsen, den 2,6 km langen Entwässerungsstollen in Sprockhövel aufzufahren um Bergbau weiter zu ermöglichen. Dieses dauerte über 40 Jahre, weil der Vortrieb zu damaliger Zeit nur um die 2 cm pro Tag betrug. "Die Zeche Stock und Scherenberg gehörte zu den reichhaltigsten Kohlebänken der gesamten damaligen Grafschaft Mark", so Uwe Peise.

Der Wasserdurchfluss im Stollen, auch die Wassergängigkeit genannt, ist wie die Besucher erleben konnten, in dem Erbstollen wieder hergestellt. Kristallklares Wasser kommt aus dem Berg und wird durch den Erbstollen abgeleitet. Man muss schon aufpassen, dass das Wasser nicht in die Gummistiefel gelangt. Bemerkenswert ist auch die absolute Ruhe, die im Stollen herrscht.

„Unsere Sparkassenstiftung, die allein im letzten Jahr 38 Projekte mit über 130.000 Euro förderte, hat auch dieses Projekt gerne unterstützt“, sagte Sparkassendirektor Daniel Rasche zum STADTSPIEGEl.

Allerdings wird der Stollen in Sprockhövel, seit 1988 ein Baudenkmal, kein Besucherbergwerk. Etwaige Führungen werden sich nach Voranmeldung auf Einzelfälle beschränken, sagte Uwe Peise im Pressegespräch.

Sprockhöveler Bergmannstag am 12. und 13. Mai 2018
Um das Bergbau-Erbe in Sprockhövel zu bewahren, wird am Wochenende 12. und 13. Mai 2018 in der Heimatstube auf der Hauptstraße 85 der Sprockhöveler Bergmannstag stattfinden. Beginn ist an beiden Tagen jeweils um 12 Uhr. Weitere Infos unter www.bergbauaktiv.de/bergmannstag.pdf

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