Große Gala für Jürgen Rabenschlag, den neuen Ehren-Stadtbrandmeister

Ein feierliches Bild gaben die Fackeln tragenden Feuerwehrleute zur Verabschiedung von Feuerwehrchef Jürgen Rabenschlag ab.  alle Fotos: Dino Kosjak
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  • Ein feierliches Bild gaben die Fackeln tragenden Feuerwehrleute zur Verabschiedung von Feuerwehrchef Jürgen Rabenschlag ab. alle Fotos: Dino Kosjak
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Es war zeitweise ergreifend, was gut 600 Gästen und vor allem „Betroffenen“ geboten wurde bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in der neuen Feuer- und Rettungswache am Wildhagen. Wie bereits ausführlich berichtet, sollte das Treffen der freiwilligen Kräfte ganz im Zeichen der Verabschiedung ihres Chefs Jürgen Rabenschlag und der offiziellen Ernennung seines Nachfolgers Tomás Stanke stehen.

Erst einmal meinte es Petrus in der Hinsicht gut, dass er den Dauerregen rechtzeitig abgestellt hatte, der seit dem Nachmittag auf Hattingen niedergeprasselt war. Denn die Frauen und Männer der Hattinger Wehr hatten sich ein umfangreiches Programm rund um den Abschied ihres allseits beliebten Chefs ausgedacht, das vor allem unter freiem Himmel seine inszenatorischen Höhepunkte hatte.
Zunächst einmal holte ein Feuerwehrwagen Jürgen Rabenschlag und seine Gattin Gudrun zu Hause in Dahlhausen ab. Währenddessen versammelten sich Kameraden, Ehrengäste und Kollegen aus der Stadtverwaltung mit Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch an der Spitze auf dem Platz hinter der Wache, der zu dem Zeitpunkt genauso wenig wie die Gäste wusste, dass er ab 22 Uhr „Jürgen-Rabenschlag-Platz“ heißen würde.
Neben dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel hatte sich ihm gegenüber der Hattinger Fanfarenzug „Rot-Weiß“ aufgestellt – umrahmt von nahezu allen Mitgliedern der Hattinger Feuerwehr-Abteilungen sowie den in Reih und Glied aufgestellten Einsatzfahrzeugen. Für die besonderen Ehrengäste wie die Bürgermeisterin sowie Vertreter der Kreis- und Bezirksfeuerwehr gab es eine kleine Bühne.
Es war ein sehr eindrucksvolles Bild, das die Feuerwehrleute mit ihren brennenden Fackeln boten, als das Fahrzeug mit den Rabenschlags eintraf. Gudrun und Jürgen Rabenschlag wurden feierlich zur Bühne geleitet, während der Musikzug stimmungsvoll „My Way“ intonierte. Am gegenüberliegenden Übungsturm erschienen in Flammenschrift die Worte „Danke Jürgen“.
Über allem schwebte eine „Drohne“ – nicht zum Spionieren, sondern mit einer Kamera versehen nahm der Hattinger Filmemacher Claus-Jürgen Barteczko gemeinsam mit Dirk Oberhammer im Auftrag der Feuerwehr das Ereignis aus der Luft (und vom Boden aus) für Jürgen Rabenschlag zum späteren Ansehen auf.
Es folgte ein Zapfenstreich, der den meisten wahrscheinlich nur durch den Abschied hochrangiger Politiker aus dem Fernsehen bekannt sein dürfte mit Fanfarenklängen, Trommelwirbeln, Stadtfahne einziehen, Fahne übergeben, Fahne hissen, marschierenden Feuerwehrleuten und zackigen Kommandos im Schein unzähliger Fackeln und langer Wunderkerzen der Jugendfeuerwehr.
Jürgen Rabenschlag im Anschluss an diesen ersten Programmpunkt des Abends zum STADTSPIEGEL: „Das war ein wunderbarer Empfang. Ich bin gespannt, was noch kommen wird. Ich weiß nämlich überhaupt nichts von dem, was sich die Kameradinnen und Kameraden für heute ausgedacht haben. Außer dem 24-Stunden-Dienst am vergangenen Wochenende hatte ich seit Monaten hier Besuchsverbot. Und dass wir zu Hause mit dem Feuerwehrfahrzeug abgeholt wurden, das war eine tolle Sache. Schließlich gehören meine Frau und ich ja inzwischen auch zu den älteren Herrschaften“, lachte Jürgen Rabenschlag, der übrigens zu diesem Zeitpunkt noch gut vier Stunden von seinem 60. Geburtstag entfernt war.
Bei den anschließenden Ehrungen, die für eine Jahreshauptversammlung geradezu charakteristisch sind, übergab Bürgermeistern Dr. Dagmar Goch Gudrun Rabenschlag einen großen Blumenstrauß als Dankeschön, dass sie über so viele Jahre so viel Verständnis für die zeitaufwändige Arbeit ihres Mannes im Dienste und zum Wohle der Hattinger aufgebracht hat.
Gleichzeitig bedankte sie sich bei den freiwilligen Feuerwehrleuten: „Bei dem, was Sie gerade draußen zu sehen geboten haben, können alle stolz sein auf solche freiwilligen Kräfte. Selbst mir kamen ja schon fast die Tränen und ich staune, dass Herr Rabenschlag bei dieser ergreifenden Feier noch keine vergossen hat.“
Sie sprach ihre Anerkennung aus für die vielen Stunden des Einsatzes der Feuerwehrleute zum Besten des Allgemeinwohls, dem selbstlosen Dienst am Nachbarn und am Nächsten. Dr. Goch verschwieg auch nicht die langen Diskussionen auf politischer Ebene vor dem Bau der neuen Feuer- und Rettungswache: „Es ist uns wahrlich nicht leicht gefallen, diese große Investition – fristgerecht fertiggestellt und zum vereinbarten Preis – zu stemmen, für die Jürgen Rabenschlag von Anfang an gekämpft hat – unaufdringlich, aber hartnäckig, sachlich, aber nicht ohne Emotionen. Überhaupt war er auch für die Kollegen immer ein Ansprechpartner, dabei sehr konstruktiv, freundlich und hoch kompetent. So haben wir ihn schätzen gelernt und so hat er sich seine allseits hohe Anerkennung verdient. Er hinterlässt große Fußabdrücke.“
Allerdings sieht sie in Tomás Stanke einen würdigen Nachfolger, der sich schon jetzt ebenfalls durch konstruktive und kompetente Zusammenarbeit ausgezeichnet habe.
Jürgen Rabenschlag bedankte sich nicht nur bei seinen Kameraden und dem Rettungsdienst für die gemeinsam geleistete Arbeit, sondern auch bei Rat und Verwaltung „wegen der wegweisenden und in die Zukunft gerichteten Verhältnisse“ am Wildhagen: „Deshalb sind wir eine so starke Rettungseinheit. Ich stand euch nicht nur als Chef vor, sondern durfte auch mittendrin dabei sein. Dafür danke ich euch. Mein Dank gilt auch meiner Frau und meiner Familie überhaupt, die durch meine Funktion in Hattingen ebenfalls immer mittendrin standen. Dafür euch einen dicken Kuss. Liebe Kameraden, ich bin einer von euch und werde immer einer von euch bleiben.“
Danach folgten minutenlange stehende Ovationen aller Anwesenden, ehe sich Tomás Stanke bei allen Löschzügen der Stadt für ihre geleistete Arbeit bei der Vorbereitung dieser Jahreshauptversammlung bedankte. Und er beruhigte etwaige Zweifler: Obwohl hier die Feuerwehrleute feierten, sei durch sechs Löschzüge aus den drei Nachbarstädten die Grundsicherung der Stadt auch für diesen Abend geregelt.
Im Rahmen der nachfolgenden Ehrungen langjähriger und verdienter Feuerwehrleute erhielt Jürgen Rabenschlag das Feuerwehr-Ehrenzeichen der Sonderstufe in Silber durch NRW-Innenminister Ralf Jäger verliehen wegen seiner Verdienste ums Feuerwehrwesen. Überreicht wurde es ihm stellvertretend durch Bezirksbrandmeister Hartmut Ziebs, gleichzeitig Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. Außerdem wurde Jürgen Rabenschlag in die Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr überstellt.
Durch Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch erhielt der Brandoberamtsrat, so sein offizieller Dienstrang, Jürgen Rabenschlag den Titel „Ehren-Stadtbrandmeister“ verliehen und Tomás Stanke, der an diesem Abend naturgemäß etwas im Schatten seines Vorgängers stand, wurde als Brandamtmann, so sein offizieller Rang, für (zunächst) sechs Jahre zum Leiter der Feuerwehr und zum Wehrführer ernannt.
Nach so vielen Reden meldete sich der Hunger bei allen Anwesenden. Dem wurde durch eine leckere Currywurst abgeholfen, während die Jugendfeuerwehr sich darum kümmerte, dass an den langen Tischreihen in der normalerweise für die Fahrzeuge genutzten Halle der Getränkenachschub stimmte. Dazu sorgte der Musikzug für den dezenten musikalischen Hintergrund mit einer gelungenen Mischung ausgewählter Musikstücke.
Um 22 Uhr dann der nächste Höhepunkt: Zu den Klängen von Händels „Feuerwerksmusik“, wieder famos gespielt vom Musikzug aus Sprockhövel, wurde auf dem Bahndamm ein großartiges Feuerwerk durch die Feuerwehr gezündet. Für Mitternacht, wo es als offizieller Übergang zwischen neuem und altem Feuerwehrchef sowie zum 60. Geburtstag von Jürgen Rabenschlag vielleicht besser gepasst hätte, hatte es mit Rücksicht auf die nicht mitfeiernden Hattinger keine Genehmigung gegeben.
Dann begann die so genannte „Einweihungsparty“, die auf den Countdown um null Uhr hinführte. Um Mitternacht schließlich erhielt Jürgen Rabenschlag zu seinem Geburtstag buchstäblich bergeweise Geschenke, darunter ein Erinnerungsfoto mit allen Löschzügen, hauptamtlichen Kräften, der Jugendfeuerwehr und dem Rettungsdienst mit der neuen Wache im Hintergrund sowie einen aus Holz geschnitzten „Florian“, dem Schutzpatron der Feuerwehr.
Es muss so gegen ein Uhr gewesen sein, als sich die meisten der Ehrengäste allmählich verabschiedeten. Für die Feuerwehrleute hingegen klang die ereignisreiche Jahreshauptversammlung erst viel später aus. Bis dahin wurde das gemacht, was normalerweise und mit Recht beim Jahrestreffen geschieht: Es wurde tüchtig gefeiert.

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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