Zuhören und eine Idee auf den Weg bringen

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Die Brüder Dawid Schäfers und Adrian Gurzynski mit Tanja Reichenberg Foto: Volksbank
Hattingen: Volksbank |

Eine Idee haben – und diese weiterentwickeln. Verantwortung über-nehmen und andere von der eigenen Idee überzeugen – das steht für viele junge Unternehmen am Anfang. Ideen müssen finanziert werden – die Volksbank Sprockhövel eG wurde 2017 im Bereich „Fördermittel bei Innovationen“ von der DZ-Bank mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Das Geschäft von Zuhören, Abwägen und den finanziellen Überblick behalten ist Alltag für Tanja Reichenberg. Die Firmenkundenbetreuerin der Volksbank Sprockhövel eG, selbst als beste Fördermittelberaterin 2016 ausgezeichnet, erzählt gemein-sam mit dem Kunden „Voll digital GmbH“ aus Hattingen, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Kunde und Bankberater funktioniert.

Seit 17 Jahren ist Tanja Reichenberg Mitarbeiterin bei der Volksbank, seit zehn Jahren kümmert sie sich um Firmenkunden. „Manche sind bereits Kunden unseres Hauses, wenn sie mir eine neue Idee präsentieren. Andere habe ich beispielsweise durch IHK-Netz-werke kennengelernt und wir finden neu zueinander. Das war auch bei der Hattinger Firma so. Wir haben uns kennengelernt, ich sehe mir den Kunden gern in seiner beruflichen Umgebung an. Ich höre ihm zu, wenn er mir seine Idee präsentiert und meine Mischung aus beruflicher Erfahrung und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen ist die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.“ Die ist durch Zahlen geprägt: Kann das, was der Kunde vorschlägt, funktionieren? Oder muss die Grundidee überarbeitet oder an einen an-deren Ort angepasst werden? „Die Finanzierung ist für alle Beteiligten entscheidend. Ob beispielsweise die eigene Bank den Kredit vergibt oder ob eine andere Bank Fördermittel mit einem günstigeren Zinssatz vergeben kann, setzt eine genaue Kenntnis der Kundenidee voraus. Haftungsfreistellungen sind ein weiteres Beispiel.
Hier gibt es große Unterschiede und das vor dem Hintergrund von Fragen zum Eigenkapital oder zu Bürgen. Manchmal gibt es Fördermöglichkeiten, die einen Teil des Kreditrisikos übernehmen. Das Spannende dieser Arbeit ist der Prozesscharakter. Denn die Idee entwickelt sich. Baugenehmigungen oder die Zusammenarbeit mit einem Architekten sorgen dafür, dass manchmal wieder Neues gedacht werden muss. Das ist für mich besonders innovativ. Ich denke nicht in schwarz-weißen Perspektiven, sondern in Lösungen mit vielen verschiedenen Schattierungen.

Passgenaue Beratungen

Statt Schwarz-weiß-Denken lieber in die Grauzone investieren?
Pass(t)genau für die Hattinger Firma „Voll Digital GmbH“, die Web-Applikationen (die man auch (be)nutzen will!) entwickelt und Webseiten kreiert. Vom ehemaligen Puth-Gelände in Blankenstein wechselte die Digitalagentur der besonderen Art in die Eickenerstraße auf 1200 Quadratmeter. Die Brüder Dawid Schäfers und Adrian Gurzynski führen das Unternehmen bereits seit zehn Jahren. Doch jetzt kam ein Quantensprung. Neben der Digitalagentur finden sich hier das Wirtschaftsbüro Hattingen der IHK, eine Fotografin, eine Steuerberaterin, bald auch die EN-Agentur. Und: es gibt neben dreißig Mitarbeitern, darunter auch immer Azubis zum Anwendungsentwickler oder Mediengestalter, weitere Arbeitsplätze. Die kann man buchen. Also selbst auf Zeit nutzen. Vorbei die Zeiten, als man den eigenen Schreibtisch zum persönlichen Gebrauchsgegenstand machte und nach individuellem Geschmack dekorierte! Gebrauch ja, aber anders! Man gebraucht den Arbeitsplatz für die eigenen kreativen Ideen in Form von Projekten, im Team oder auch ganz für sich – und ob der am Montag links hinten oder am Donnerstag rechts vorne im lichtdurchfluteten Raum steht – völlig egal. Die eigene Idee im Kopf ist überall dabei. Und der Branchenmix stellt sich bei diesem Konzept von ganz alleine ein. So anders, so neu – das Richtige für Tanja Reichenberg, die sich auf die Idee einließ. Und ein Finanzkonzept (auf)baute. „Es ist ein schönes Gefühl, Kunden auf dem Weg zu ihren Zielen und zur Erfüllung ihrer Wünsche zu begleiten“, lächelt sie. Ja, ist klar – muss aber auch funktionieren. „Wenn man von der Idee abrät und das begründen kann oder die Idee an dem geplanten Standort nicht für realisierbar hält, dann nimmt der Kunde das auch an. Wenn Vertrauen wächst und eine Grundlage bildet, sind wir auf gutem Wege. Unser Ziel ist eine kreative Gesellschaft. Wir wollen Menschen unterstützen, die mit neuen Ideen uns alle weiterbringen. Auch als Bank haben wir natürlich ein Interesse: wir möchten langfristige Kundenbindungen. Fachwissen und Fingerspitzengefühl treiben uns dabei an.“
Da können bis zur Lösung in trockenen Tüchern schon Wochen und manchmal sogar Monate vergehen. Ist aber wichtig. Was hat das Credo mit dem Kredit zu tun? Mehr als mancher denkt. Beide entstammen demselben Wort. Das lateinische credere bedeutet glauben, vertrauen. Kredit meint „das Vertrauen in die Fähigkeit und Bereitschaft einer Person oder Unternehmung, Verbindlichkeiten ordnungs-und fristgemäß zu begleichen...“ (Duden). Ein Darlehen ist „auf Treu und Glauben“ anvertraut. Wer Kredit hat, gilt als vertrauenswürdig. Wer ihn verliert, gerät in Misskredit. Also muss man genau hingucken. Recherchieren. Am erfolgreichen Ende steht der Glaube, die Idee sei gut und das Vertrauen in den Kunden gerechtfertigt. So wie bei der Digitalagentur, die überzeugen konnte. Mit einer Idee, für die man brennt. „Diese Art der Projektarbeit ist neu für den EN-Kreis. Das Konzept wird eher in den Metropolen der Welt gesehen – doch warum eigentlich? Wir haben dazu alles, was wir brauchen“, so Dawid Schäfers. Immerhin ist Hattingenja auch eine Innenstadt der Metropole Ruhr.

„Volksbanken Raiffeisenbanken sind Genossenschaftsbanken und damit mehr als ‚nur‘ Banken. Sie sind ihren Mitgliedern verpflichtet, lokal verankert, überregional vernetzt, demokratisch organisiert und an genossenschaftlichen Werten orientiert. Diese Eigenschaften sind historisch gewachsen und haben sich über die Zeit fest etabliert. Unsere Grundlage ist die genossenschaftliche Idee: Was einer alleine nicht schafft, schaffen viele“, so Reichenberg.
Andre Westphal, Leiter der Firmenkundenberater, fügt hinzu: „Diese Überzeugung der Gründungsväter Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen teilen die Genossenschaftsbanken seit über 160 Jahren. Im November 2016 wurde die genossenschaftliche Idee von der UNESCO übrigens in die ‚Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit‘ aufgenommen – und mit jeder geförderten Kundenidee wird dieses Erbe größer. Wir sind viel mehr als nur eine Bank- wir sind Partner für die Erfüllung von Lebenszielen.“
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