„Eine kurze, aber intensive Liebe!“

Jörg Potthaus mit seinem Erstlingsroman "Dionysos-Bar".
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  • Jörg Potthaus mit seinem Erstlingsroman "Dionysos-Bar".
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Autor Jörg Potthaus verarbeitet in seinem Erstlingsroman Erfahrungen über die Liebe und das Leben

Im Frühjahr holte Autor Jörg Potthaus seinen Mentor und Freund, den Literaturpreisträger Bodo Kirchhoff nach Heiligenhaus. Unterstützt wurde er dabei von Rüdiger Henseling, Leiter der VHS Velbert/Heiligenhaus. Die Lesung fand vor ausverkauftem Haus im Museum Abtsküche statt. Nun stellt Potthaus selbst, am Donnerstag, 15. November, seinen ersten eigenen Roman „Dionysos-Bar“ im Café „Verweile doch“ in der VHS Heiligenhaus vor.

„Geschrieben habe ich eigentlich immer schon“, so der Lehrer, der noch bis vor Kurzem am Immanuel-Kant-Gymnasium unterrichtete. „Mal abgesehen von meinen Tagebüchern und ein paar Fachaufsätzen beschränkten sich meine Erfahrungen allerdings hauptsächlich auf meine Tätigkeit als Chefredakteur der Schülerzeitung. Bis zu meiner Begegnung mit Bodo Kirchhoff. Nach einer seiner Lesungen sprach ich ihn auf seine Schreibseminare und meine Schreibambitionen an. Ich wollte gerade zu weiteren Erklärungen ausholen, als der bekannte Schriftsteller nur kurz und knapp fragte: ‚Brennen sie dafür?‘ Damit war die Sache für mich klar.“

Schreibseminare halfen dem Autor bei seinem Erstlingswerk

Mehrfach besuchte Potthaus im Anschluss dieser Begegnung Kirchhoffs Schreibseminare am Gardasee. Es entstand eine Freundschaft zwischen den Männern und Kirchhoff und seine Frau Ulrike, selbst Lektorin, standen dem Roman-Debütanten beim Entstehungsprozess des Romans freundschaftlich mit Rat und Tat zur Seite. „Als ich dann endgültig im Ruhestand war, nahm die ganze Sache Fahrt auf. Das war eine tolle Zeit. Ich lernte viel über Figurenführung, Brüche und schriftstellerisches Handwerk. Ich erinnere mich an viele emotionale Diskussionen. Für mich war es faszinierend wie viel Tiefe in den Gesprächen entstand“ , so der in Kettwig lebende Autor. Eine Bemerkung Kirchhoffs blieb ihm besonders im Gedächtnis haften: „Schreiben ist Handwerk plus persönlicher Abgrund.“
Griechenland, genau genommen „Kreta“, ist seit seit Potthaus' Studentenzeit seine große Liebe und wie er selber sagt, sein Sehnsuchtsort. Ausgelöst durch seine Begeisterung für den großen griechischen Komponisten und Freiheitskämpfer Mikis Theodorakis führten ihn viele seiner Reisen nach Kreta. Daher verwundert es nicht, dass sein Roman „Dionysos-Bar“ genau dort spielt.
Es ist die Geschichte von Ivanka und Georg. Eine Liebesgeschichte. Aber es ist noch viel mehr. Jörg Potthaus erzählt in seinem Roman-Debüt von Lebenskrisen, Neuanfängen, Sinnfindung und von der Liebe – zu einer Frau, zu Musik und Literatur, aber auch zu der griechischen Insel Kreta. Der Leser begleitet den Autor auf einer Art Road-Movie: Eine Woche im Oktober 2016. Nach einer schmerzhaften Erfahrung möchte Georg, ein Gymnasiallehrer aus dem Essener Süden, seinen Ruhestand auf der griechischen Insel Kreta verbringen. Doch sein Traum vom „zweiten, womöglich wahren Leben“, so ist es auf dem Einband zu lesen, platzt, bevor er richtig beginnen kann. Die Begegnung mit der jungen, ukrainischen Serviererin macht diesen Lebensmoment trotz der wideren Umstände, zu etwas Unvergesslichem. Es ist eine kurze, heftige Liebe, die die beiden verbindet. Gemeinsam bereisen sie die Insel und besuchen die Sehnsuchtsorte und Lieblingsmenschen von Georg. Doch am Ende ihrer Liebe zerstört das Leben selbst die Träume und Hoffnungen des Aussteigers und sie „lösen sich auf wie die Wandmalereien in Knossos“, so Potthaus. Schnell wird klar, hier geht es wesentlich weniger idyllisch zu als man annehmen könnte, denkt man an eine Liebesgeschichte auf der wunderschönen Urlaubsinsel Kreta. Gekonnt bettet Jörg Potthaus seine Geschichte atmosphärisch ein in das Griechenland von heute.

Realistischer Blick auf das heutige Griechenland

Wirtschafts- und Finanzkrise belasten das Leben der Menschen dort und damit auch die Ausstiegspläne seiner Hauptfigur. „Auch für mich hat Griechenland auf Grund meiner Erfahrungen als Ort der Sehnsucht, Risse bekommen“, so Potthaus. „Doch letztendlich können Desillusionierung und Enttäuschung meine tiefe Verbundenheit zu Menschen, Geschichte, Literatur und Musik des Landes, nicht beeinflussen.“ Immer wieder gestattet der Autor dem Leser detaillierte Rückblicke auf das Leben des Protagonisten und damit verbunden, seinen Erkenntnissen. „Das Buch hat starke autobiographische Züge, aber es beinhaltet auch fiktionale Elemente, so der Autor. Als Leserkreis kann sich der pensionierte Lehrer ganz unterschiedliche Menschen vorstellen. „ Ich könnte mir vorstellen, dass man das Buch in die Kategorie ‚Frauenliteratur‘ einordnet. Aber auch Griechenland und Kreta-Liebhaber werden zu dem Buch greifen und auf ihre Kosten kommen. Grundsätzlich fühlen sich thematisch sicherlich eher lebenserfahrene Menschen angesprochen.“ Rüdiger Henseling, der die Entstehungsgeschichte des Roman als direkter Nachbar und Freund von Potthaus eng begleitete, kann das bestätigen. „Die Lektüre war sehr inspirierend. Ich habe mich an vielen Stellen wiedergefunden und, dem Alter geschuldet, durch die Thematik angesprochen gefühlt.“
Ein Traum hat sich für den „Autor aus Leidenschaft“ schon jetzt erfüllt: „Das war ein toller Moment. Als ich den Karton mit den druckfrischen Büchern aufgerissen habe und zum ersten Mal ‚mein’ Buch in der Hand hielt, da ging ein lebenslanger Traum in Erfüllung.“
Lesung:
Donnerstag, 15. November, 19 Uhr, Café der VHS Heiligenhaus, Südring 159
Das Buch:
„Dionysos-Bar“ von Jörg Potthaus, 312 Seiten, erschienen im Hummelshain Verlag, erhältlich im Buchhandel, ISBN-13: 9783943322095.

Autor:

Astrid von Lauff aus Velbert-Langenberg

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