Nur die Kinder tanzten in Holzschuhen

Trotz Kälte waren die Besucher zahlreich erschienen.
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„Bei den Temperaturen hätten die auch Glühwein ausschenken können“, bemerkten einige Besucher, die am Freitagabend fröstelnd am Bierwagen neben dem Festzelt standen. Bei sehr herbstlichen Temperaturen begann der 206. Isenbügeler Blotschenball. Doch gefroren wurde nur vor dem Zelt, drinnen ging es richtig heiß her. Nachdem die Band „Thunder and Lightning“ den über 600 Besuchern eingeheizt hatte, sorgte „Halber Liter“ für volle Stimmung. „Wir sind extra aus Wülfrath hierher gekommen, weil wir die Band so toll finden“, bekannten Anja Apfelbeck und Jörg Essler.
Nach dem furiosen Auftakt am Freitag gestaltete sich der Samstag ruhiger, der ganz im Zeichen der Kinder stand. Der stellvertretende Bürgermeister Heinz-Peter Schreven gab den Startschuss zum Sponsorenlauf, den der Förderverein der Dorfkirche veranstaltete, rund 80 Kinder und Jugendliche nahmen daran teil. Der Erlös dient dazu, dass die Kirche im Dorf bleibt und weiterhin als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum dient.
Wie üblich begann der Blotschenball-Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst im Festzelt. Anschließend wurde ein wenig umgebaut und die Blotschen kamen zu Ehren, es durfte getanzt werden. Zum ersten Mal traten die „Großen“ des Isenbügeler Kindergartens auf. Zusammen mit ihren Erziehern hatten sie einen holländischen Holztanz einstudiert.
Richtig alte Hasen in Sachen Blotschentanz sind die Kinder der Adolf-Clarenbach-Schule. Mit ihren Darbietungen begeisterten sie Verwandte und Bekannte, die sich im Zelt drängten.
Franz-Josef Artz, der Vorsitzende des Bürgervereins Isenbügel, freut sich über den Einsatz der Jüngsten und hofft, dass sich die Begeisterung auf die Erwachsenen überträgt. Denn von denen wollte niemand in dem derben Schuhwerk tanzen. „Im nächsten Jahr müssen wir einige Paare finden, die überhaupt mal wieder in Blotschen tanzen, das müssen nicht die überlieferten Tänze Rheinländer, Polka und Walzer sein.“
Nach dem offziellen Teil blieben die Besucher noch lange im und am Zelt zusammen. Die Isenbügeler Handwerker bespaßten die Kinder und sorgten, wie an allen Tagen, für die Bewirtung, die Isenbügeler Hausfrauen beschickten ein großes Kuchenbüfett.
Franz-Josef Artz bezeichnet die Zusammenarbeit von Bürgerverein, Handwerkern, Schule und Kindergarten als ein gutes Modell für den Stadtteil, der unter dem zunehmenden Schwund der Infrastruktur leidet. Vor wenigen Wochen schloss die Kreissparkasse ihre Filiale am Isenbügeler Platz.

Autor:

Ulrich Bangert aus Heiligenhaus

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