Heiligenhaus: Narren an der Macht!

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Schon lange vor der magischen 11.11 Uhr hatten sich vor dem Rathaus jede Menge bunt kostümierter Frauen eingefunden.

Sie brachten sich mit entsprechender Musik in jecke Stimmung, um das Rathaus zu stürmen. Unterstützung erhielten sie durch Thorsten I. Dem Velberter Karnevalsprinz, der am Abend zuvor beim Schweinemittwoch auf dem Kirchplatz erst richtig für Karnevalsheiterkeit sorgte, flogen die Herzen der Damen zu. Küsschen gab es für Uschi Klützke, die als Bienenkönigin ihre Arbeiterinnen in Schwarmstellung brachte. Objekt der Begierde der wild gewordenen Bienen war der große Saal des Rathauses.
Hausherr Bürgermeister Dr. Jan Heinisch kennt sich als Freizeitimker mit angriffslustigen Bienen aus, verteidigte zuerst sein Rathaus, doch dann ergab er sich dem Charme der Bienenkönigin, die auf den Balkon „geflogen“ war und dem Bürgermeister den symbolischen Schlüssel entriss - das Zeichen, dass alle nun zu den Bier-, Sekt- und Brötchenwaben einschwärmen konnten.
Als alle närrischen Weiber den Saal in Beschlag genommen hatten und sich schunkelnd zu Grüppchen zusammengefunden hatten, verriet der Bürgermeister, warum er und die Mitarbeiter seines Büros sich als Panzerknacker verkleidet hatten. Eigentlich wollte er sich nichts Neues kaufen und wieder als Imker auftreten, aber er meinte „es wäre billig und nicht schön, jedes Jahr dasselbe zu sehn“, und reimte weiter: „Die schönste Biene außerdem, tut hier ja gerade vor uns stehn. Uschi, alle sagen Dir, einmal Dank dafür, dass bei der Feier alles klappt. Ihr wisst, was Ihr an Uschi habt.“
Weil Einbruch sehr attraktiv scheint, möchte der Stadtchef so die Stadtkasse auffüllen: „Denn Heljens muss, wie alle wissen, leider Geld sehr stark vermissen. In der Kasse liegt kein Cent, trotz aller Sparerei ist unser Trend, davon sicher Ihr gehört, dass Geld nur immer wen´ger wird. Also war unser Plan, gehn wir an die Moneten ran, die andre Städte wohl noch haben, um Heljens Haushalt dran zu laben. Doch, was mussten wir da sehn? Auch in Velbert ist es wenig schön. Auch dort fehlt Geld, warum auch immer, womöglich ist es dort gar schlimmer.“
Den Panzerknackern schien das wohlhabende Ratingen interessant, aber was stellten sie fest: Das Land klaut das Geld schnell weg und verteilt es im Ruhrgebiet. Die Bande wurde von der Polizei auf frischer Tat ertappt und kommt hinter Gitter, nur zum Feiern durften sie noch mal kurz raus.
Ab Dienstag sind sie wieder hinter ihren Schreibtischen „gefangen“, zu erreichen unter den Nummern, die auf ihrer Brust stand.

Autor:

Lokalkompass Niederberg aus Velbert

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